Rituelles Räuchern

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Das rituelle Räuchern gibt es schon seit vielen Jahrtausenden und ist in etwa so alt wie die Menschheit selbst. Alle Kulte sind seit Anbeginn sehr eng mit dem Gebrauch von Duft- und Räucherstoffen verbunden. Dabei unterscheidet man zwischen Räucherritualen mit u. a. folgenden unterschiedlichen Intentionen:

  • zu Ehren von bestimmten Göttern / eines Gottes (als Gebet, Opfer oder zum Herstellen des Kontaktes),
  • als Sinnbild für das Emporsteigen der menschlichen Gebete,
  • zur Vertreibung schlechter Geister bzw. Energien,
  • zur Erzeugung von Liebesbereitschaft,
  • zum Geleit der Verstorbenen ins Jenseits,
  • zur Kontaktaufnahme mit den Vorfahren,
  • um die Seelen der Menschen für die Lehren der Götter gefügig zu machen,
  • Räucherungen zur persönlichen Entwicklung (z. B. als Vorbereitung oder Begleitung von Meditation und Kontemplation)

Wie so viele andere Rituale kann uns auch das Räuchern im Alltag dabei helfen eine Struktur im eigenen Leben zu schaffen, Krisen zu bewältigen sowie die innere Entwicklung und Weisheit zu fördern.

Einrichten eines Altars

Rituelles Räuchern

Schaffe Dir daheim eine Nische zum Räuchern oder einen kleinen Altar, vor dem Du Deine tägliche Andacht oder Meditation verrichten können. Als Platz für einen solchen kleinen Hausaltar solltest Du hierzu einen Ort wählen, an dem Du ungestört bist. Einen christlichen Altar bzw. Herrgottswinkel könnte z. B. mit einem Kreuz, Ikonen, Marien- und Heiligenfiguren oder Heiligenbildern, Rosenkranz oder anderen religiösen Devotionalien ausgeschmückt werden.

Grundsätzlich eignen sich für jeden Typus von Altar als Dekoration frische Blumen und Kerzen bzw. Teelichter mit einem passenden Kerzenständer, aber auch natürliche Edelsteine oder Kristalle. Schließlich darf natürlich das Räuchergefäß Deiner Wahl nicht fehlen.

Zeitpunkt für rituelles Räuchern

Als guter Zeitpunkt für die persönliche Räucherzeremonie empfiehlt sich zumeist am Morgen nach dem Aufstehen (als Einstimmung auf den bevorstehenden Tag) oder am Abend (vor dem Schlafengehen), wenn Du den Tag Revue passieren lässt und zur Ruhe kommst. Im Anschluss an die Räucherung sollten alle Räume kurz durchgelüftet werden.

Räucherutensilien

Die für eine Räucherzeremonie benötigten Utensilien wie Gefäße, Holzkohle, Kohlenzange, Löffelchen stellen wir in unserer Rubrik vom Räucherzubehör näher vor. Eine Auswahl verschiedener Räuchermischungen finden Sie hier. Alle räucherbaren Pflanzen und Stoffe haben wir in einer großen Liste zusammengetragen.

Klänge als Hilfe einsetzen

Zur klangvollen Untermalung des Räucherrituals lassen sich unterschiedliche Hilfsmittel wie Glocken, ein Gong, Klangschalen, Rasseln, Zimbeln oder eine CD mit geeigneten Geräuschen oder sphärischer Musik einsetzen. Diese Instrumente sind ein hervorragendes Mittel gegen Ablenkung bei Gebet und Meditation, da sie aufgrund der ihnen innewohnenden durchdringenden Töne die umherschweifenden Gedanken wieder zur Räson bringen können.

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Ratgeber zum Räuchern

 

Quellen:

  • Dierkens Oswald: Zur Geschichte der Parfümerie und Kosmetik, In: Dragoco Report 4/1968, S. 75-82.
  • Fischer-Rizzi, Susanne: Botschaft an den Himmel. Anwendung, Wirkung und Geschichten von duftendem Räucherwerk; München 1996, S. 18f.
  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 82f., 86f.
  • Rätsch, Christian: Räucherstoffe. Der Atem des Drachen; Aarau (Schweiz) 2009, S. 11f.
  • Wollner, Fred: Duftender Rauch für die Seele. Vom praktischen Umgang mit Räucherwerk; München 1998, S. 96ff.