Anleitung zum richtigen Räuchern

Im Laufe der Zeit haben sich drei verschiedene Formen von Räuchern entwickelt, die für Haus und Wohnung eingesetzt werden können.

Variante I: Räuchern mit Kohle

Die erste und zugleich intensivere Räuchermethode ist jene mit Holzkohle, die wir hier vorstellen möchten.

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  • Ausgangsbasis

Räuchergefäss mit Löffelchen

Um richtig räuchern zu können, werden zuvor einige Räucherutensilien benötigt:

Als Grundlage für das Räuchergefäß eignet sich Sand, worauf dann die Kohle kommt. Dies hat den Vorteil, das der Sand die Hitze isoliert und zudem eine spätere Reinigung des Gefäßes einfacher macht. Große Stücke von Harzen, Hölzern etc. sollten vorher mit Mörser und Stößel zerkleinert werden.

  • Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Zuerst wird die Holzkohle mit einem dafür passenden Anzünder angefacht. Anschließend legt man die glühende Kohle in das dafür vorgesehene Räuchergefäß / Räucherschale. Während dieses Vorgangs sollte das Stück Kohle am Besten mit einer geeigneten Zange festgehalten werden, da dieses sehr schnell heiß wird.
    • Selbstzünderkohle kann einfach mit Streichölzern oder Feuerzeug entzündet werden. Aufgrund des Selbstzündemechanismus glüht nach kurzer Zeit das gesamte Stück.
    • Naturkohle lässt sich am Besten mit Brenner, Lötlampe oder Elektroanzünder anmachen. Der Entzündungsvorgang ist etwas zeitaufwendiger, dafür hat Naturkohle allerdings weniger Nebengerüche und verfügt über eine längere Brenndauer.
  2. Nach Anzünden der Kohle gilt es nun diese anzufächeln, damit sie gut durchglühen kann. Dazu kann die Kohle erst einmal für ein paar Minuten im Räuchergefäß liegen bleiben. Die Schnellzünderkohle raucht und knistert direkt nach dem Anzünden. Dabei läuft ein Funke durch die gesamte Kohle.
  3. Sobald sich die Räucherkohle weiß gefärbt hat und richtig glüht, kann damit begonnen werden, kleine Portionen von Räuchergut (Harze, Hölzer, Kräuter etc.) auf der Kohle zu verteilen. Falls zuviel Räucherwerk aufgelegt wird, besteht die Gefahr, dass die Glut erstickt. Das Auflegen der Räuchersubstanzen empfiehlt sich mit einem passenden Löffelchen vorzunehmen.
  4. Wenn alles richtig gemacht wurde, dann sollte das Räucherwerk jetzt verdampfen und einen wohltuenden Duft verbreiten.
Tipp! Um während des Räucherns die Hitze der Kohle etwas zu reduzieren, empfiehlt es sich etwas Räuchersand auf die glühende Kohle zu streuen.
  • Anleitung als Video

Räuchern mit Hilfe von Räucherschale und Holzkohle.

 

Variante II: Räuchern mit Stövchen und Sieb

Die zweite Methode des Räucherns ist jene mit Stövchen und Sieb. Diese wird wie folgt beschrieben angewendet.

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  • Ausgangsbasis

Räuchern mit Räucherstövchen

Bevor losgelegt werden kann, muss zuvor noch das entsprechende Räucherzubehör besorgt werden:

  • ein Räucherstövchen, das mit einem Sieb versehen ist (ähnlich einer Aromalampe)
  • ein Teelicht
  • eine Räuchermischung Deiner Wahl
  • evtl. einen Räucherlöffel

Große Stücke von Harzen, Hölzern, Samen etc. sollten im Vorfeld mit Hilfe von Mörser und Stößel zerkleinert werden. Dann kann es auch schon losgehen.

  • Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Lege zuerst ein Teelicht unter in das Stövchen unter das Sieb.
  2. Als nächstes lege etwas von der Räuchmischung mit Hilfe eines kleinen Löffelchens auf das Sieb.
  3. Nun gilt es das Teelicht zu entzünden.
  4. Jetzt warten wir bis nach einer kurzen Zeit die Räucherstoffe anfangen leicht zu verbrennen und können die wohlduftenden Gerüche genießen.

Der Vorteil dieser Methode ist das unkomplizierte Entzünden des Räucherwerks sowie ein Verräuchern ohne Nebengerüche durch Holzkohle. Zudem kommt der Duft sanfter zum Tragen.

Räuchern mit Hilfe von Räucherstövchen und Teelicht.

 

Variante III: Räuchern mit Räucherkerzen oder Räucherstäbchen

Am einfachsten lässt sich natürlich mit Räucherstäbchen oder Räucherkerzen (Räucherkegeln) räuchern: Beide Arten werden jeweils an ihrer Spitze mit einem Feuerzeug oder Streichhölzern entzündet. Nun lässt man diese kurz für 1-2 Sekunden brennen und pustet die Flamme leicht aus. Wenn alles richtig gemacht wurde, sollte das Stäbchen oder der Kegel nun glühen und einen angenehmen Duft vebreiten. Jetzt können diese in einen geeigneten Halter (Stäbchenhalter, Räuchermännel etc.) gesteckt bzw. gestellt werden.

Achtung! Folgende Dinge sollten beim Räuchern immer beachtet werden:

  • Lasse niemals glühende (brennende) Kohlen, Kerzen etc. niemals unbeausichtigt! Die Kohle sollte außerdem erst entsorgt werden, wenn sie vollständig abgekühlt ist.
  • Kinder sollten nicht ohne Aufsicht mit glühenden Kohlen oder brennenden Kerzen allein im Raum gelassen werden.
  • Lege immer eine feuerfeste Unterlage unter das Räuchergefäß.
  • Entferne alle leicht brennbaren Stoffe und Gegenstände wie bspw. Tischdecken oder Vorhänge aus der Nähe des Räuchergefäßes, da oft schon wenige Funken ausreichen, um diese zu entzünden.
  • Es sollte übrigens auch nicht in Räumen mit Rauchmeldern geräuchert werden, da diese – je nach Intensitätsgrad der Räucherung – womöglich Alarm schlagen werden.

Richtige Dosierung von Räucherstoffen

Je nachdem, ob Blüten, Harze, Hölzer, Kräuter oder Wurzeln verräuchert werden sollen, ist auch die Dosierung entsprechend zu wählen. Bei Harzen reichen bspw. oft schon kleine Stücke, um einen Raum intensiv zu beduften. Auch spielt die Größe der Räumlichkeiten eine entscheidende Rolle für die zu verwendende Menge an Räucherwerk. Schließlich gibt es eine Reihe an Räucherstoffen, die beißend oder verbrannt riechen und nicht in großen Mengen verräuchert werden sollten. Einige Duftstoffe entfalten sich zudem auch erst richtig im Raum, wenn der grobe Rauch sich verflüchtigt hat. Wer richtig mit dem Räuchern beginnt, sollte zuvor erst einmal die Räucherstoffe in kleinen Mengen austesten.

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Ratgeber zum Räuchern