Räucherschalen / Räucherbecher

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Räucherschale aus Messing mit Kohle

Eine weitere Form von Räuchergefäßen sind Räucherschalen, die bereits seit Jahrtausenden in den unterschiedlichsten Kulturen verbreitet sind.

Was genau sind Räucherschalen?

Als Räucherschalen (auch teilweise Räucherkelche genannt) bezeichnet man zumeist rund geformte Teller in unterschiedlichen Größen, die aus feuerfesten Materialien wie Metall, Porzellan, Ton oder Stein bestehen, um auf diese Weise die Wärme der glühenden Kohle absorbieren zu können.

Die Schalen werden traditionell mit drei Beinen hergestellt, was als Hinweis auf die Dreiheit von Körper, Geist und Seele gedeutet wird.

Formen und kulturelle Verwendung von Räucherschalen

Räucherschale aus Metall mit Sand

Je nach Herkunftsregion haben die Schalen eine unterschiedliche Form und Ausgestaltung:

  • Ägypten: Die alten Ägypter verfügten über Räucherpfannen / Räucherschalen, auf denen sie ihre Räuchermischungen wie u. a. das berühmte Kyphi verbrannten.
  • Arabien: Räucherschalen sind oft aus Metall und sehr fein ziseliert. Archäologische Funde in Syrien und Palästina zur Verwendung solcher Schalen lassen sich auf das 2. Jahrtausend v. Chr. zurückdatieren. Diese wurden für das Räuchern von Weihrauch und Myrrhe verwendet.
  • Afrika (z. B. Somalia): Die Gefäße sind häufig aus Meerschaum geschnitzt.
  • Mittel- und Südamerika: Dort werden gerne Abalone-Muschelschalen als Räuchergefäße verwendet.
  • Japan: Schalen haben meistens einen Raku-Farbrand.
  • Kreta: Ebenfalls belegen auch hier archäologische Funde, dass bei den Minoer Räucherschalen im Einsatz waren. Diese waren in der Regel mit einem konisch geformten Deckel ausgestattet.

Solche Räucherschalen, Räucherkelche oder Räucherbecken befanden sich in früherer Zeit am Eingang oder im Zentrum eines Tempels (häufig vor oder auf dem Altar). Dort wurden Tag und Nacht Räucheropfer dargebracht um die Götter gnädig zu stimmen und zu erfreuen.

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→ Tipp! Es empfiehlt sich den Boden einer Räucherschale mit Holzasche oder Sand zu füllen, da auf diese Weise die Kohlen gleichmäßiger abbrennen und somit für ein optimales Räuchererlebnis sorgen.

Exkurs: Räucherbecher

Japanischer Räucherbecher

Eine spezielle Form von Räucherschalen, die traditionell in Japan verbreitet ist, sind Räucherbecher. Diese sind in der Regel aus Keramik in Handarbeit hergestellt und verfügen über drei Füße. Zur Anwendung kommen solche Becher vorallem in der traditionellen Koh-Dō-Zeremonie, die sich in Japan nach wie vor einer großen Beliebtheit erfreut. Ebenfalls dienen Räucherbecher bei den japanischen Duftspielen bzw. Duftwettkämpfen als Räuchergefäß.

Übrigens eignen sich Räucherschalen auch hervorragend zum Verräuchern von Räucherstäbchen, indem diese mit dem unteren Ende in die Asche bzw. den Sand gesteckt und am oberen Ende angezündet werden.

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Anleitung zum Räuchern mit Räucherschale und Kohle

  • Ausgangsbasis

Räucherschale mit Holzkohle & Löffel

Um eine Räucherung vornehmen zu können, werden zuerst einige Räucherutensilien benötigt:

Falls etwas Sand zur Hand ist, kann dieser als hervorragende Grundlage im Räuchergefäß dienen, worauf dann die Kohle kommt. Dies hat den Vorteil, das der Sand die Hitze isoliert und zudem eine spätere Reinigung des Gefäßes einfacher macht. Wenn große Stücke an Harzen, Hölzern etc. vorhanden sind, so sollten diese vorher mit Mörser und Stößel zerkleinert werden.

  • Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Zu Beginn entzünde die Holzkohle mit einem geeigneten Anzünder und lege die glühende Kohle anschließend in das dafür vorgesehene Räuchergefäß / Räucherschale. Während dieses Vorgangs kann das Stück Kohle am Besten mit einer Zange festgehalten werden, da dieses sehr schnell heiß wird.
    • Selbstzünderkohle kann einfach mit Streichölzern oder Feuerzeug entzündet werden. Aufgrund des Selbstzündemechanismus glüht nach kurzer Zeit das gesamte Stück.
    • Naturkohle kann am Besten mit Brenner, Lötlampe oder Elektroanzünder entfacht werden. Der Entzündungsvorgang ist etwas zeitaufwendiger, dafür hat Naturkohle allerdings weniger Nebengerüche und verfügt über eine längere Brenndauer.
  2. Nach Anzünden der Kohle fächele diese weiter an (bspw. mit einer Räucherfeder), damit sie gut durchglüht und lasse sie einige Minuten im Räuchergefäß liegen.
  3. Sobald sich die Räucherkohle weiß gefärbt hat und richtig glüht, kann damit begonnen werden kleine Portionen von Räucherstoffen (Harze, Hölzer, Kräuter etc.) auf der Kohle zu verteilen. Wenn zuviel Räucherwerk aufgelegt wird, besteht die Gefahr, dass die Glut erstickt. Das Auflegen der Räucherstoffe empfiehlt sich mit einem passenden Löffelchen.
  4. Wenn alles richtig gemacht wurde, dann fängt das Räucherwerk nun an zu verdampfen und verbreitet einen wohltuenden Duft.
  • Anleitung als Video

Räuchern mit Hilfe von Räucherschale und Holzkohle.

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Quellen:

  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 75f.
  • Fischer-Rizzi, Susanne: Das Buch vom Räuchern; Aarau (Schweiz) 2009, S. 15f.
  • Kinkele, Thomas: Räucherstoffe und Räucherrituale. Kraftvolle Rituale mit duftenden Pflanzenbotschaften. Das Handbuch für die Räucherpraxis; Aitrang ²2003, S. 22ff.