Räucherkohle (Holzkohle)

Zum Räuchern benötigt man in der Regel Holzkohle, um auf ihr Räucherstoffe und Räuchermischungen zu verbrennen. Es gibt unterschiedliche Formen und Arten von Räucherkohle.
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Im Handel sind vorallem zwei verschiedene Typen von Kohle verbreitet, die es als Kohletabletten oder in anderen Formen (Würfel, Stäbe etc.) gibt: selbstzündende Kohle sowie Naturkohle. Die Kohletabletten, welche zumeist in Rollen zu je zehn Stück verkauft werden, besitzen eine Vertiefung, in die sich die Räucherstoffe einlegen lassen.

Grundsätzlich ist das Räuchern mit Holzkohle intensiver als auf einem Stövchen mit Teelicht. Dies ist einerseits den höheren Temperaturen geschuldet, die bestimmte Aromen freisetzen. Andererseits kommt die ganz eigene Kohle-Duftnote hinzu, die eine Duft-Mischung mit einem eigenen Charakter erzeugt.

Arten von Räucherkohle

Folgende zwei Arten von Holzkohle sind aktuell erhältlich:

  • selbstzündende Kohle/ Schnellzünderkohle:

Räucherkohle – Zubehör fürs Räuchern

Für kurze und schnelle Räucherungen empfiehlt sich die selbstzündende Kohle (ist eigentlich ein Kohlepulver), die in der Regel einen Durchmesser von 33 oder 40 mm haben. Diese Art von Kohlen sind mit Magnesiumsulfat, Salpeterpulver oder geringen Mengen von Schwarzpulver durchsetzt, wodurch sie sich schnell entzünden und durchglühen. Sie haben den Nachteil, dass sie über einen Eigengeruch verfügen, der aufgrund der in ihnen enthaltenen zusätzlichen Substanzen entsteht. Schnellzünderkohle lässt sich sehr einfach mit einem Feuerzeug oder mit Streichhölzern entzünden. Sie haben je nach Größe eine Brenndauer zwischen 30 und 90 Minuten.

→ Vorteile:

  • Holzkohle beginnt nach ca 1 bis 2 Minuten zu glühen
  • einfaches und schnelles Entzünden mit Feuerzeug etc.
  • es bedarf keines speziellen Kohleanzünders

Nachteile:

  • kürzere Brenndauer (je nach Größe zwischen 30 und 90 Minuten)
  • hat Eigengeruch
  • teurer in der Anschaffung
  • Naturkohle:

Holzkohle: Naturkohle oder Selbstzünder?

Wer ausgiebiger räuchern möchte, dem sei die Naturkohle zu empfehlen. Diese lässt sich zwar etwas aufwendiger entzünden, brennt aber dafür länger, riecht auch besser und qualmt nicht so stark wie die Selbstzünder-Kohle. Es gibt die Naturkohle einerseits in Tablettenform (ist die klassische Rauchfasskohle für Weihrauchfässer) mit einen Durchmesser von 33 oder 40 mm und einer Stärke von 0,7 cm bzw. 1,2 cm, andererseits wird sie aber auch in Würfel- oder Stabform angeboten (häufig auch als Shisha-Kohle verkauft). Diese Kohle besteht oft aus gepressten Kokosnussschalen (haben einen sehr hohen Heizwert), Apfel-, Orangen-, Oliven- oder Zitronenbaumholz sowie anderen Holzarten. Naturkohle enthält in der Regel kein Magnesium, Schwefel und andere Zusätze, was eine schwere Entzündbarkeit mit sich bringt. Um Naturkohle zu entzünden, reicht ein Feuerzeug nicht mehr aus, sondern man benötigt einen speziellen Kohleanzünder in Form eines Gasbrenners (Bunsenbrenner, Lötbrenner), Kohleofens, einer Herdplatte oder ähnlichem. Die Brenndauer von Naturkohle ist dafür jedoch länger (zwischen 1 ½ und 2 Stunden). Außerdem hat sie kaum Eigengeruch und entwickelt eine stärkere Hitze als Schnellzünderkohlen.

→ Vorteile:

  • fast kein Eigengeruch
  • längere Brenndauer (je nach Größe zwischen 1 ½ bis 2 Stunden)
  • reine Naturkohle (ohne Zusatzstoffe)
  • günstiger in der Anschaffung

→ Nachteile:

  • nur mit Kohleanzünder entzündbar
  • lange Anzündzeit (bis zu 10 Minuten)
  • als Erstanschaffung teurer (aufgrund des Kohleanzünders)

Naturkohle-Sorten im Überblick

Im Folgenden möchten wir Ihnen einige Sorten von Naturkohle vorstellen, die aktuell im Handel erhältlich sind. Auf selbstzündende Kohle möchten wir nicht weiter eingehen, da sie für richtiges Räuchern eher ungeeignet sind.

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Kokos-Kohlen in Würfelform

  • Unsere Empfehlung! Japanische Räucherkohle: Die Japaner haben die Räucherkunst unglaublich perfektioniert und produzieren ebensolche perfekt abgestimmten Räucherkohlen, die eine echte Empfehlung darstellen. Diese japanischen Kohlen sind geruchsneutral und speziell für Räucherungen zugeschnitten. Allerdings sind sie auch preislich teurer als herkömmliche Holzkohle. Japanische Räucherkohlen sind von der Größe her kleiner als andere Kohlesorten portioniert und eignen sich daher besonders fürs Indoor-Räuchern in Wohnung und Haus bzw. für kürzere Räucherungen.
  • Three Kings Naturkohle: Der Klassiker unter den Räucherkohlen! Diese Kohlen sind in Tablettenform ( 40 mm) erhältlich und mit ihnen lässt sich gut räuchern.
  • Kokoskohle (Cococha, Cocobrico): Hierbei handelt es sich um Kohle aus Kokosnuss-Schalen. Die Kohle ist in Würfelform erhältlich, brennt gut und ist in der Regel geruchsneutral.
  • Syrische Olivenholzkohle: Natürlich gewonnene Kohle.
  • Apfelbaumkohle: Hat eine lange Brenndauer, ist geruchsneutral
  • Orangenbaumkohle: Sie brennt sehr gut, allerdings recht kurz für Naturkohle. Es gibt sie in Blockform.
  • Pfirsichkohle: Diese Kohle ist in Stabform erhältlich, die man sich zu zylindrischen Klötzen zurechtbrechen kann. Beim Entzünden entwickelt sie einen gewissen Eigengeruch.
  • Bambuskohle (Bamboocha): Diese Kohle ist aus Bambus-Holz gewonnen.
  • Zitronenbaumkohle: Hat eine lange Brenndauer.

Vor- und Nachteile des Räucherns mit Holzkohle

Das Räuchern mit Kohle bringt sowohl einige Vorteile als auch einige Nachteile mit sich, die an dieser Stelle kurz aufgezeigt werden sollen.

  • Vorteile: Holzkohle erzeugt eine große Hitze, die sich besonders gut für das Verräuchern von Weihrauch und andere Harzen eignet. Ebenfalls entwickelt die Kohle einen starken Rauch, was hervorragend für diverse Rituale ist. Schließlich schafft das Räuchern mit Holzkohle eine besonders rituelle Atmosphäre und Stimmung.
  • Nachteile: Die Räucherstoffe brennen aufgrund der hohen Hitze schneller ab als wie auf einem Stövchen mit Teelicht. Das Räuchern mit Holzkohle ist in der Regel eine zeitintensivere Angelegenheit (Entzünden der Kohle etc.). Ebenso mag auch nicht jeder eine so starke Rauchentwicklung, wie sie durch die Kohle entsteht. Die lange Nachglühzeit der Kohle birgt außerdem ein größeres Brandrisiko.

Anleitung zum Räuchern mit Kohle

Wie folgt sollte man beim Räuchern mit Holzkohle vorgehen:

Anleitung: Räuchern mit Holzkohle

  1. Zuerst wird das Räuchergefäß mit einer Schicht von 1 bis 2 cm Sand befüllt.
  2. Anschließend entzündet man ein Stück Holzkohle (je nach Kohleart mit Feuerzeug, Gasbrenner etc.), wobei diese mit Hilfe einer Pinzette oder Zange festhalten wird, um sich nicht die Finger zu verbrennen.
  3. Wenn die Räucherkohle anfängt zu glühen, kann diese mit der Kohlenzange in das Räuchergefäß auf den Sand gelegt werden.
  4. Jetzt warte noch einige Minuten bis die Kohle auf dem Sand weiter durchgeglüht ist (bis sie einen weißlichen Aschebelag bekommt). Durch  Fächeln mit Hilfe einer Feder oder eines Fächers können Sie diesen Vorgang etwas beschleunigen.
  5. Nun lege Deine Räucherstoffe mit Hilfe eines kleinen Metall-Löffelchens in die Vertiefung der Räucherkohle.
  6. Sobald das Räucherwerk abgebrannt ist, entferne die Reste und lege je nach Bedarf weitere Räucherstoffe nach.

Hinweise und Tipps zu Räucherkohlen

Folgende Dinge sollten beim Umgang mit Holzkohle beherzigt werden:

  • Finger weg von Grillkohle aus dem Baumarkt! Diese Art von Kohle ist zumeist mit Stoffen wie u. a. Petroleum oder anderen giftigen Stoffen durchsetzt.
  • Verwende für Kohleräucherungen nur Räuchergefäße, die einen Fuss besitzen und sich gut abstellen lassen.
  • Benutze eine feuerfeste Unterlage, auf die das Räuchergefäß mit der glühenden Kohle gestellt werden kann.
  • Werfe die Kohle nach der Räucherung nicht in den Abfall, sondern laß diese ganz ausglühen.
  • Laß niemals Kinder und Tiere in die Nähe von glühenden Räucherkohlen.
  • Bewahre die Kohlen in einem trockenen und luftdichten Gefäß auf.
  • Bestreue die glühende Kohle ruhig mit etwas Sand. Dadurch kann die Hitze reguliert werden und die Räucherstoffe verbrennen langsamer, wodurch auch der Duft länger anhält.
  • Nutze ein feuerfestes Räuchergefäß.
  • Achte darauf, dass keine Feuchtigkeit an die Kohle gelangt, da hierdurch ihre Brennfähigkeit beeinträchtigt wird.
  • Als Unterlage für die glühenden Räucherkohlen eignet sich hervorragend Sand, da dieser die Hitze abschirmt und diese somit nicht auf das Räuchergefäß übergehen kann. Hierzu sollte mindestens eine Schicht von ca. 2 bis 3 cm Sand als Grundlage dienen.
  • Ist die Räucherkohle feucht geworden und lässt sich nur sehr schwer entzünden, so kann man diese für etwa 1 Stunde mit 100 Grad Heißluft im Ofen trocken lassen. Allerdings ist Obacht geboten und der Herd sollte nicht aus den Augen gelassen werden.
  • Achte beim Räuchern mit Kohle darauf, nicht zuviel Räucherwerk auf einmal auf diese zu legen, damit die Glut nicht erstickt. Ebenfalls besteht bei der Verwendung von großen Mengen an Räucherwerk auch die Gefahr einer zu starken Rauchentwicklung. Darum lautet hier die Devise: Räucherstoffe maßvoll dosieren!
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Quellen:

  • Fischer-Rizzi, Susanne: Botschaft an den Himmel. Anwendung, Wirkung und Geschichten von duftendem Räucherwerk; München 1996, S. 22f.
  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 77f.
  • Rätsch, Christian: Räucherstoffe. Der Atem des Drachen; Aarau (Schweiz) 2009, S. 210f.