Räucherpulver / dhup

Was sind Räucherpulver?

Räucherpulver (pulvis fumalis)sind in der Regel Mischungen aus fein gemahlenen Hölzern oder Harzen. Diese werden häufig aufgrund der besseren Haltbarkeit in grober Form eingelagert und erst bei Verwendung zu Pulver zermahlen.

Dabei lassen sich Räucherpulver in zwei Arten unterteilen:

  1. Pulver, die auf glühender Kohle verräuchert werden
  2. Pulver, die auf einer heißen Platte zum Verdampfen gebracht werden

Räucherpulver gibt es im Handel in unterschiedlichen Variationen zu kaufen. Online kann dieses Räucherwerk auch bei AmazonRäucherpulver / dhupWerbung sowie in für Räuchermittel spezialisierten Shops bestellt werden, die ein umfangreiches Sortiment an RäuchermischungenWerbung bieten.

Historische Bedeutung

Räucherpulver (Dhup) als Räucherwerk

Ihren Ursprung haben die Räucherpulver einerseits in Europa, wo sich bereits in alten Universallexika bzw. Enzyklopädien aus dem 17./18. Jahrhundert eine Vielzahl an Rezepten für diese Pulver finden lassen. Diese wurden von den Apotheken zur Verbesserung des Raumklimas, zur Desinfektion und für weitere medizinische Zwecke hergestellt und verkauft. Zudem gelten sie teilweise auch als Vorläufer der beliebten erzgebirgischen Räucherkerzen.
Andererseits haben die Räucherpulver in Asien eine sehr lange Tradition, insbesondere in der Himalaya-Region (Tibet, Nepal etc.) und Indien. Die indischen Räucherpulver, die dort auch als „dhup“ bezeichnet werden, bestehen zumeist aus fünf bis sieben unterschiedlichen Räucherstoffen (z. B. Adlerholz, Nelke, Kampfer, Pinie, Sandelholz, Kassia oder Zedernholz). In Tibet und Nepal hingegen, wo Räucherpulver vor allem von den Schamanen in Ritualen zur Divination und Heilung oder aber zu „Reisen“ in die Geisterwelt eingesetzt werden, sind die Pulver häufig aus drei bis vier verschiedenen Pflanzen zusammengesetzt.

Räucherpulver selber machen

Nach folgenden Rezepten bzw. Anleitungen, die wir in alten Apotheker- und Drogistenbüchern gefunden haben, lassen sich Räucherpulver selbst herstellen:

Benötigte Materialien / Zutaten

Für die Herstellung von Räucherpulvern werden unterschiedliche Materialien benötigt.

Räucherpulver selber machen

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Räucherpulver-Mischungen: Verschiedene Rezepturen

Wir haben die Rezepte in folgende Kategorien aufgeteilt: I. Einfache Rezepte, II. Komplexere Rezepte und III. Rezepte für die Räucherung auf Kohle.

I. Einfache Rezepte

» Rezept 1:

→ Alle Zutaten werden zerkleinert und mit Weingeist in einem kupfernen Kessel befeuchtet. Anschließend trocknen lassen.

» Rezept 2 (Räucherpulver der preußischen Apotheken):

» Rezept 3:

» Rezept 4:

» Rezept 5 (Dr. Engel’s Räucherpulver):

» Rezept 6 (Königsrauch, Kaiser-Räucherpulver, Gichtrauch, Flußräucherpulver, Flußrauch):

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II. Komplexere Rezepte

» Rezept 1 (Königs-Weihrauch):

» Rezept 2:

» Rezept 3:

Hinweis! Um eine längere Haltbarkeit zu gewährleisten, muss das Pulver aufgrund der enthaltenen ätherische Öle luftdicht und möglichst kühl gelagert werden.

» Rezept 4 (Berliner Räucherpulver):

» Rezept 5 (Französisches Räucherpulver):

» Rezept 6:

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III. Rezepte für die Räucherung auf Kohle

Folgende Rezepte sind speziell zur Räucherung auf Kohlen gedacht:

» Rezept 1:

» Rezept 2 (Weihrauchpulver nach Askinson):

» Rezept 3:

» Rezept 4:

» Rezept 5 (Weihrauchpulver nach Hirzel):

Bei dieser Mischungen werden alle Stoffe zuerste einzeln pulverisiert und danach miteinander vermischt. Anschließend kann das Pulver durch ein Sieb gegeben werden, um eine noch feinere Konsistenz zu erhalten.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

In drei Schritten kannst du dir Räucherpulver selber herstellen. Und so wird’s gemacht:

  1. Zerkleinere die Zutaten mit Hilfe von Schere, Mörser und Stößel, so dass ein Pulver entsteht und vermische alles gut miteinander. Zum Pulverisieren kann aber auch eine Kaffee- bzw. Gewürzmühle oder ähnliches Gerät verwendet werden.
  2. Sofern der Mischung ätherische Öle beigegeben werden, empfiehlt es sich diese in etwas Alkohol aufzulösen und jetzt der Mischung beizugeben.
  3. Wenn die Zutaten noch nicht gänzlich getrocknet sind, lasse das Pulver an der Luft gut durchtrocknen.

Jetzt kann das Räucherpulver auf eine heiße Stelle zum Verräuchern gelegt werden (z.B. Ofen oder Heizung). Dabei wird das Räucherpulver nur soweit erhitzt, dass es nicht verkohlt.

Anleitung: Anwendung von Räucherpulver

In der folgenden Schritt-für-Schritt-Anleitung erfährst Du, wie Räucherpulver verwendet werden werden:

Räucherpulver

  1. Nimm zuerst die gewünschten Zutaten (Harze, Hölzer, Kräuter etc.) in den entsprechenden Teilen der Räuchermischung zur Hand und zerkleinere sie mit Hilfe von Mörser und Stößel zu Pulver. Dabei müssen allen Stoffe gut miteinander vermischt werden.
  2. Anschließend entzünde eine Räucherkohle und warte einige Minuten, bis diese ordentlich durchgeglüht ist.
  3. Lege jetzt das selbst hergestellte Räucherpulver mit einem kleinen Löffelchen auf die glühende Kohle. Sogleich beginnt sich ein herrlicher Wohlgeruch in Deiner Umgebung auszubreiten.
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Überblick zu den Räuchermitteln / Räucherwerk

 

Quellen:

  • Buchheister, Gustav Adolf: Handbuch Der Drogisten-Praxis. Ein Lehr- und Nachschlagebuch für Drogisten, Farbwaarenhändler etc. (2. Teil); Berlin ³1898, S. 226f.
  • Celnart, Elisabeth: Der volkommene Parfümeur, oder vollständige Anweisung, alle Arten von Parfüms zu verfertigen; Weimar 1848, S. 62.
  • Dieterich, Eugen / Karl Dieterich, Karl: Neues Pharmazeutisches Manual; Berlin / Heidelberg 1913, S. 347.
  • Hinrichsen, Torkild: Die Technik der Herstellung von Räucherkerzen, In: Erzgebirge: Der Duft des Himmels; Altonaer Museum in Hamburg 1994, S. 56f.
  • Hirzel, Heinrich: Die Toiletten-Chemie; Leipzig ³1874, S. 348f.
  • Jöcher, Albert F.: Vollständiges Lexikon der Waarenkunde in allen ihren Zweigen (Zweiter Band); Quedlinburg / Leipzig ³1840, S. 640.
  • Kerndt, Carl Huldreich Theodor (Hrsg.): Polytechnische Centralhalle: Zeitschrift zur Verbreitung des Neuesten und Wissenswürdigsten im gebiete der Künste, Gewerbe und Naturwissenschaften (8. Jahrgang); Leipzig 1857, S. 75f.
  • Rätsch, Christian: Räucherstoffe. Der Atem des Drachen; Aarau (Schweiz) 2009, S. 203-204.
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