Zypresse & Thuja (Lebensbaum)

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Was sind Zypressen?

Die Zypresse (cupressus sempervirens) ist ein immergrüner Nadelbaum, der hauptsächlich im Mittelmeerraum, im Westen Nordamerikas, Zentralamerika, in Nordwestafrika, im Nahen Osten, in der Himalaja-Region, in Südchina und im Nordvietnam gedeiht. Die Bäume können bis zu 25 hoch werden und ein Alter von bis zu 2000 Jahren erreichen.

Kulturelle Bedeutung

Zypresse (Zapfen) – Räucherpflanze

Seit alter Zeit wird er als heiliger Baum verehrt (u. a. als Symbol des „reinen Lichts vom Ormuzd“ in Persien, bei den Chaldäern und Phöniziern) und gilt in den europäischen Kulturen als Symbol für Tod und Trauer, was seinen Ursprung in einer mythischen Erzählung von Ovid hat. Aus diesem Grund findet sich der Baum häufig auf Friedhöfen. Zudem ist die Zypresse traditionell auch ein Symbol für Langlebigkeit, worauf auch ihr Name „Zypresse“ verweist, der auf den lateinischen Begriff „sempervirens“ zurückgeht, was sich mit „immerlebend“ übersetzen lässt. Die Bibel erwähnt den Baum im alten Testament als „berosh“ über dreißigmal (u.a. Ez 27,3-5; 1 Kön 9,11 oder Sach 11,1-2), wobei dieser Begriff Nadelbäume mit schuppenartigen oder kurzen geraden Blättern bezeichnet. Archäologische Funde im Gebirge Juda belegen die Verwendung von Zypressen als Baummaterial für Häuser und zur Herstellung von Möbeln.

Exkurs: Thuja (Lebensbaum)

Thuja (Lebensbaum) als Räuchermittel

Zur Gattung in der Familie der Zypressengewächse (cupressaceae) gehören auch Thujen (Thuja) bzw. Lebensbäume, von denen die nordamerikanischen Arten „Red Cedar“ (thuja plicata) sowie „White Cedar“ (thuja occidentalis) zu den klassischen Räucherpflanzen der Indianer zählen, besonders deren Triebspitzen (Sprossen). In Europa ist der abendländische Lebensbaum (thuja occidentalis) weit verbreitet, der als klärendes, reinigendes Räucherwerk und als Zierpflanze häufig Verwendung findet. In Räuchermischungen wird Thuja gerne mit Salbei, Süßgras, Wacholder, Zeder oder Zypresse eingesetzt.

Zypresse räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Zypresse – Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Beim Räuchern verbreiten die getrockenten Zweige und das geraspelten Holz einen frischen, balsamisch-waldigen, zitronig-würzigen Duft, der über eine leichte Kampfernote verfügt. Ebenfalls lässt sich das Harz der Gliederzypresse (Sandarak) gut verräuchern.

  • Wirkung

  • Der Rauch von Zypresse reinigt, stärkt das Selbstvertrauen und steigert Lebensfreude sowie Widerstandskraft.

  • Räuchermischungen

  • In Tibet und Indien räuchert man die Zypresse zusammen mit Wacholder. In Räuchermischungen lässt sich Zypresse auch gut zusammen mit Alant, Dammar, Mastix, Myrrhe, Rosmarin, Weihrauch oder Zeder verwenden.

  • Traditionelle Verwendung

  • Bereits in mesopotamischen Keilschriften wir die Zypresse als Räucherwerk erwähnt. Traditionell wurden die Zweige zur Vertreibung böser Geister und negativer Energien verräuchert, aber auch bei Beschwörungen. Aus frischen Zweigen der Zypresse werden häufig auch Räucherbündel hergestellt.

Anwendung als Heilmittel

Besonders das Zypressenöl, das aus den nadelförmigen Blättern, Trieben und Früchten gewonnen wird, dient als desinfizierendes und fiebersenkendes Heilmittel, so u. a. als Inhalationsmittel bei Erkältungen und Husten. In der äußeren Anwendung kann das ätherische Öl der Zypresse als Zusatz in Fußbädern zur Fußpflege. Räucherungen des getrockneten Holzes werden seit langer Zeit bei Atemwegsbeschwerden eingesetzt. Zudem verfügt das Öl über eine harntreibende, krampflösende und wundheilende Wirkung. In der Homöopathie wird es zur Behandlung von Kopf- und Gelenkschmerzen benutzt.

Die Extrakte aus Rinde, Früchten und Holz können bei Adstringens, gegen Diarrhoe, Bronchitis und Würmer eingenommen werden, äußerlich nutzt man sie bei Hämorrhoiden und Varizen.

Weitere Verwendungszwecke

  • Das Holz dieses Baumes wurde in früheren Zeiten aufgrund seiner Widerstandsfähigkeit im Schiffsbau sowie als Material für Türen, Pfosten, Balken und Dächer verwendet. Ebenfalls diente es in der Antike zur Konstruktion von Weinpressen, Tischen oder Musikinstrumenten.
  • Ebenso ist die Zypresse als Zierbaum in Parks beliebt sowie in Asien bei Tempel-Anlagen.
  • Das Öl der Zypresse wird nicht nur in der Volksmedizin, sondern auch in der Kosmetik eingesetzt.
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Übersicht räucherbarer Nadeln, Blätter und Zweige

 

Quellen:

  • Fischer-Rizzi, Susanne: Das Buch vom Räuchern; Aarau (Schweiz) 2009, S. 59.
  • Fischer-Rizzi, Susanne: Himmlische Düfte. Aromatherapie. Anwendung wohlriechender Pflanzenessenzen und ihre Wirkung auf Körper und Seele; München ⁴1990, S. 191ff.
  • Rätsch, Christian: Räucherstoffe. Der Atem des Drachen; Aarau (Schweiz) 2009, S. 189ff.
  • Wollner, Fred: Duftender Rauch für die Seele. Vom praktischen Umgang mit Räucherwerk; München 1998, S.172, 179.
  • Zohary, Michael: Pflanzen der Bibel; Stuttgart 1983, S. 106.