Tanne (abies)

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Tanne (Zweigspitzen) – Räucherpflanze

Die Tannen (abies), auch als Kynholz oder Kienholz bekannt, sind immergrüne Nadelbäume aus der Familie der Kieferngewächse (pinaceae), von denen weltweit etwa 40 verschiedene Arten existieren. Diese gedeihen in den gemäßigten Zonen der nördlichen Halbkugel. Je nach Art kann die Tanne eine Höhe von bis zu 90 Metern erreichen. In Europa sind die verbreitetsten Arten die Weißtanne (picea alba) und Nordmann-Tanne (Abies nordmanniana).

Etymologische Herkunft

Der Name Tanne leitet sich entweder vom indogerman. Wort „dhanuo“ (althochdeutsch „tanna“) ab, was für „Baum“ steht. Oder aber dient als Ursprung des Namens das keltische Wort „tan“, das übersetzt „Feuer“ heißt und mit dem die Tanne als „Feuerbaum“ bezeichnet wurde.

Kulturelle Bedeutung

Schon seit der Steinzeit verehrten die Menschen die Tanne als Schutz- bzw. Lebensbaum und verwendeten besonders das honiggelbe klare Harz (auch als Canadabalsam oder Straßburger Terpentin bekannt) in ihren Reinigungs- und Schutzräucherungen.

Zur Zeit der Germanen wurde die Tannen heilige Bäume verehrt und galten als Wohnsitz der Götter. Im später aufkommenden Christentum steht der Tannenbaum seit jeher für Licht und Leben.

Tanne / Tannenharz räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Tanne (Zapfen) als Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Beim Räuchern verbreiten das Harz sowie die getrockneten Zweigspitzen einen intensiven balsamischen Duft, der an Nadelwald erinnert.

  • Wirkung

  • Der Rauch von Tanne wirkt belebend, reinigend und stärkend auf das menschliche Gemüt.

  • Räuchermischungen

  • In Räuchermischungen lässt sich Tanne hervorragend mit anderen Räucherstoffen wie u. a. Benzoe, Fichte, Galbanum, Kiefer, Lärche, Lavendel, Rosmarin oder Zeder räuchern.

  • Traditionelle Verwendung

  • Früher wurde das Tannenharz vielfach als Ersatz oder zur Fälschung von Olibanum-Harz (echter Weihrauch) eingesetzt. Das Harz und die Nadeln sind zudem auch heute noch ein Bestandteil der beliebten erzgebirgischen Räucherkerzen.

Anwendung von Tanne als Heilmittel

Bereits die heilige Hildegard von Bingen schätzte die Tanne wegen der vielen ihr innewohnenden Kräfte und beschrieb sie als Sinnbild der Stärke. In der Volksmedizin wurde das Tannenharz früher häufig als Räuchermittel an Krankenbetten aufgrund seiner desinfizierenden und schleimlösenden Wirkung geräuchert, aber auch als Heilmittel bei Arthritis war es sehr geschätzt.

Weitere Verwendungszwecke

  • In der Forstwirtschaft werden besonders die Nordmann-Tanne sowie die Weiß-Tanne angebaut.
  • Die Bauindustrie nutzt das Tannenholz zur Herstellung von Brettern, Dachschindeln, Türen, Holzschuhen, Möbeln, Musikinstrumenten und Haushaltsgegenständen.
  • Ebenfalls werden Tannen in der Landschafts- und Gartengestaltung eingesetzt.
  • Eine ihrer wichtigsten Verwendungen erfährt die Tanne allerdings als Christbaum bzw. Weihnachtsbaum, denn sie steht in der christlichen Symbolik traditionell für Geburt und Auferstehung. Auch die Adventskränze werden in der Regel aus Tannenreisig gefertigt.

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Übersicht räucherbarer Nadeln und Zweige

 

Quellen:

  • Fischer-Rizzi, Susanne: Botschaft an den Himmel. Anwendung, Wirkung und Geschichten von duftendem Räucherwerk; München 1996, S. 35f.
  • Rätsch, Christian: Räucherstoffe. Der Atem des Drachen; Aarau (Schweiz) 2009, S. 165f.
  • Rätsch, Christian: Weihrauch und Copal. Räucherharze und -hölzer. Ethnobotanik, Rituale und Rezepturen; Baden und München 2004, S. 70ff.