Schwarzer Holunder (sambucus nigra)

Schwarzer Holunder - Räucherwerk

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Was ist Schwarzer Holunder?

Schwarzer Holunder - Räucherpflanze

Schwarzer Holunder – Räucherpflanze

Beim schwarzen Holunder (sambucus nigra), auch Holler, Holder, Holderbusch und früher auch Flieder genannt, handelt es sich um eine strauchartige Pflanze aus der gleichnamigen Gattung Holunder (sambucus), die zur Familie der Moschuskrautgewächse (adoxaceae) gehört. Der Busch kann eine Wuchshöhe von bis zu 11 Metern erreichen. Er gedeiht u.a. in ganz Europa, Kaukasus, Kleinasien, Nordafrika, Nordindien sowie in Westsibirien zumeist an Bachufern und Waldrändern. Der Name Holunder kommt vermutlich von der nordischen Unterweltgöttin Frau Holle, denn in der Mythologie gilt er auch als Sitz von Frau Holle.

Kulturelle Bedeutung

Holunder gilt traditionell als ein von guten Geistern bewohnter Lebensbaum, der Schutz vor Blitzschlag, Feuer, Schlangenbissen und Zauberei bot. Deshalb stand er als Schutzbaum auf fast jedem Bauernhof. So glaubten die Menschen früher, dass der Holunder schlechte Energien, Krankheit und Unglück an sich zieht und diese Energien verbannt. Ein Fällen oder Verstümmeln des Baumes setzte dem Volksglauben nach diese absorbierten Negativkräfte wieder frei und brachte Unglück und Tod mit sich.
Der Holunder galt zudem als Geburtsbaum, denn die Frauen vergruben ihre Nachgeburt unter dem Strauch und schütteten das Badewasser von Säuglingen darunter aus, um Schutz vor Krankheiten für die Kleinen zu erlangen.

Holunder räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Holunder (Holler) als Räucherwerk

Holunder (Holler) als Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Beim Räuchern verbreiten die getrockneten Blüten und Blätter einen feinen, warmen und krautigen Duft, der eine Honig-Note hat.

  • Wirkung

  • Der Rauch von Holunder hat eine positive, klärende und reinigende Wirkung auf Körper und Geist des Menschen.

  • Räuchermischungen

  • In Räuchermischungen lässt sich Holunder hervorragend mit anderen Räucherstoffen wie u.a. Alant, Beifuß, Dammar, Johanniskraut, Kamille, Königskerze, Mariengras, Moschuskörnern, Linde, Patchouli, Rose, Schafgarbe, Vetiver oder Weihrauch kombinieren.

  • Traditionelle Verwendung

  • Traditionell kam dem Holunder eine spezielle Funktion im Ahnenkult zu, wo er als Pfortenöffner fungierte, der den Zugang zur Totenwelt schaffte. Zu diesem Zweck wurde er früher oft zu entsprechenden Ritualen verräuchert. Der Rauch von verbranntem Holunder galt als Verbindung zum Jenseits.

Anwendung als Heilmittel

Besonders die getrockneten Holunderblüten werden in der Volksmedizin schon seit langer Zeit in Form von Tee bei Erkältungskrankheiten mit Fieber sowie zur Stärkung des Immunsystems (Herz und Kreislauf) eingenommen, da sie über eine schweißtreibende und schleimlösende Wirkung verfügen. Aber auch die Holunderbeeren (bzw. Holundersaft) sowie die Rinde ist als Hausmittel bei Erkältung sowie Nieren- und Blasenleiden im Gebrauch. In der Volksheilkunde wurden zudem die Blätter bei Rheuma angewendet.

AchtungVorsicht! In Blättern, Rinde, unreifen Beeren sowie in den Samen der reifen Beeren ist das Gift Sambunigrin enthalten, was zu Erbrechen, leichten Krämpfen, Magenproblemen und starkem Durchfall führen kann. Deshalb sollten diese Teile nicht roh verzehrt werden. Erst durch das Erhitzen zerfällt Sambunigrin. Aus diesem Grund müssen die Beeren vor dem Verzehr gekocht werden.

Weitere Verwendungszwecke

  • Die Beeren, auch als „Fliederbeeren“ bezeichnet, finden vielfach Verwendung in der Küche u.a. als Holunderpfannekuchen, Holunderlimonade, Holundersekt, Holundersaft oder Marmelade. Früher wurden die Holunderblüten zur Aromatisierung von Weißwein eingesetzt.
  • Außerdem wurden die reifen Holunderbeeren (beinhalten den violetten Farbstoff Sambicyanin) in alten Zeiten auch zum Färben von Haaren und Leder benutzt. Schließlich wurde mit dem Saft auch Rotwein gefärbt. Auch heute noch wird der Farbstoff in der Lebensmittelindustrie zum Färben von Süßigkeiten und Molkereiprodukten sowie in der Textilindustrie genutzt.
  • Das mittels Kaltpressung aus Samen gewonnene Holunderöl wird auch in der Kosmetikindurstrie sowie in der Pharmazie vielfach eingesetzt.
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Übersicht räucherbarer Blätter, Nadeln und Zweige
 
Quellen:

  • Fuchs, Christine: Räuchern – im Rhythmus des Jahreskreises. Die Kraft der Natur durch achtsam gestaltete Räucherrituale im Jahreslauf erfahren; Stuttgart 2015, S. 139.
  • Kinkele, Thomas: Heimische Räucherpflanzen. Räucherduft und Ritual im Jahreslauf; Oberstdorf ²2012, S. 108f.