Myrte (myrtus communis)

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Was ist Myrte?

Die Myrte (myrtus communis), die auch als Brautmyrte oder Gemeine Myrte bezeichnet wird, ist ein immergrüner Strauch, der im Mittelmeerraum gedeiht und eine Höhe von bis zu 3 Metern erreichen kann.

Historische Bedeutung

Myrte – Räucherpflanze

Symbolisch steht die Myrte für Reinheit, Frieden (die Friedenstaube hat Myrtenzweig im Schnabel) und Ästhetik. Im antiken Griechenland war sie der Aphrodite (Göttin der Liebe) als Zeichen der Liebe, der Unsterblichkeit und des Glücks geweiht. In diesem Kontext galt sie auch als Schutzpflanze aller Liebenden. So wurden schon in der Antike die jungfräulichen Bräute zur Hochzeit mit einem Myrtenkranz geschmückt, was sich bis heute in vielen Gegenden als Tradition bewahrt hat. Hieraus entstand auch der Brauch, dass die junge Ehefrau einen aus dem Brautkranz stammenden Zweig in der Erde einpflanzte, wobei der grüne Spross dann als Zeichen für eine blühende Ehe gedeutet wurde. Ebenso gab es in Griechenland das Brauchtum Myrtenzweige auf einen zu beschreitenden Weg zu streuen und dabei Weihrauch zu verbrennen. Die Myrte wird auch in der Bibel erwähnt (vgl. Neh 8,15, Sach 1,8-11 oder Jes 41,19), wo sie besonders als Symbol für Freude und Frieden steht. Die Hebräer nutzten die Pflanze zudem für Verlobungszeremonien und als Medizin.
Traditionell wird die Pflanze für Räucherungen sowie als Schönheitsmittel in parfümierten Öle und Salben benutzt.

Nutzung von Myrte als Räucherwerk

Myrte als Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Beim Verräuchern der getrockneten Myrtenblätter verströmen diese einen zarten frisch-balsamischen Duft, versehen mit einer würzigen Note. Ebenfalls lassen sich auch die getrockneten Beeren räuchern, die zur besseren Aromaentfaltung vorher zu Pulver zerkleinert werden sollten.

  • Wirkung

  • Der Rauch von verräucherten Myrtenblättern hat eine entspannende, harmonisierende und beruhigende Wirkung auf Körper, Geist und Seele.

  • Räuchermischungen

  • In Räuchermischungen lässt sich Myrte gut mit Räucherstoffen wie u. a. Holunder (Blüten), Jasmin (Blüten), Labdanum, Lavendel, Mastix, Melisse, Myrrhe (Harz), Rose (Blüten) oder Ysop kombinieren

  • Traditionelle Verwendung

  • Die Myrte als Räuchermittel wird häufig zur Reinigung bzw. Segnung von Orten und Räumen verwendet. Außerdem zählt sie zu den Mysterienpflanzen, weshalb sie traditionell als Räucherwerk zur Divination (Wahrsagerei) benutzt wurde.

Anwendung als Heilmittel

In Griechenland und Italien wurde in vergangenen Zeiten aus den Beeren ein Sirup hergestellt, der bei Erkältungen helfen sollte. Ebenfalls wurde das ätherische Öl der Myrte bei den verschiedensten gesundheitlichen Beschwerden genutzt.

Weitere Verwendungszwecke

  • Die Myrte findet auch als Gewürz für Fleischgerichte Anwendung (Blätter, Beeren und Blüten).
  • Ebenfalls lassen aus ihr leckere Liköre herstellen, wie z. B. den Mirto Rosso (roter Mirto) und Mirto Bianco (weißer Mirto) auf Sardinien oder den Myrtei auf Korsika.
  • Schließlich zählt die Myrte zu den ältesten Zimmerpflanzen.
  • Traditionell gilt die Myrte auch als Schönheitsmittel: So wird seit langer Zeit aus ihr ein spezielles Wasser destilliert (Eau d’Ange → Engelwasser), mit dem sich die Frauen ihre Haut reinigen, da es bei entzündeter Haut und Akne eine besonders heilsame Wirkung haben soll.
  • Das Myrtenöl wird als natürliches Deodorant ebenfalls zur Haut- und Körperpflege eingesetzt.
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Übersicht räucherbarer Blätter und Zweige

Quellen:

  • Fischer-Rizzi, Susanne: Das Buch vom Räuchern; Aarau (Schweiz) 2009, S. 58f.
  • Fischer-Rizzi, Susanne: Himmlische Düfte. Aromatherapie. Anwendung wohlriechender Pflanzenessenzen und ihre Wirkung auf Körper und Seele; München ⁴1990, S. 128ff.
  • Fuchs, Christine: Räuchern – im Rhythmus des Jahreskreises. Die Kraft der Natur durch achtsam gestaltete Räucherrituale im Jahreslauf erfahren; Stuttgart 2015, S. 150.
  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 260f.
  • Kinkele, Thomas: Räucherstoffe und Räucherrituale. Kraftvolle Rituale mit duftenden Pflanzenbotschaften. Das Handbuch für die Räucherpraxis; Aitrang ²2003, S. 133.
  • Rätsch, Christian: Räucherstoffe. Der Atem des Drachen; Aarau (Schweiz) 2009, S. 117f.
  • Wollner, Fred: Duftender Rauch für die Seele. Vom praktischen Umgang mit Räucherwerk; München 1998, S. 159f.
  • Zohary, Michael: Pflanzen der Bibel; Stuttgart 1983, S. 119.