Mistel (viscum album)

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Was ist Mistel?

Bei der Mistel (viscum album), auch Donarbesen, Geißechrut, Hexennest, Vogelchrut, Drudenfuß, Vogelmistel oder Wintersamen genannt, handelt es sich um einen kleinen immergrünen Strauch aus der gleichnamigen Gattung der Misteln, die zur Familie der Sandelholzgewächse (santalaceae) gehört. Die Pflanze ist ein Halbschmarotzer, die auf Bäumen oder auch Sträuchern in Kugelform wächst.

Kulturelle Bedeutung

Mistel – Räucherpflanze

Wer kennt sie nicht die Szenen aus den Asterix-Comics, in denen der Druide Miraculix mit einer Sichel im Baum steckt und Mistelzweige für seinen Zaubertrank schneidet. Diese Szenen sind tatsächlich der historischen Überlieferung entnommen. So galt die Mistel den Kelten höchstwahrscheinlich als heiligste aller Pflanzen und wurde entsprechend vereehrt. Der römische Geschichtsschreiber Plinius berichtet dazu, dass die Pflanze von den keltischen Druiden, die in eine weiße Robe glekeidet waren, mit einer goldenen Sichel zur Winter- oder Sommersonnenwende geerntet wurde. Die Zweige, die bei der Ernte nicht zu Boden fallen durften, wurden anschließend in einen speziellen Trank gegeben, der unfruchtbare Tiere fruchtbar gemacht und Vergiftungen geheilt haben soll. Ebenfalls galt den Germanen die Mistel als heilige Pflanze und hatte in ihrer Mythologie eine wichtige Bedeutung: So wurde der Sonnengott Baldur der Sage von Loki mit zu einem Pfeil geformten Mistelzweig getötet.
In einigen Regionen ist es auch heute noch Brauch Misteln in der Zeit der Wintersonnenwende als Schmuck an die Haustür zu hängen, was vor Unglück bewahren soll. Ebenfalls soll das Küssen unter einem Mistelzweig Glück für die Beziehung zweier Liebender sich bringen.

Mistel räuchern – Nutzung als Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Beim Räuchern verströmen die getrockneten Blätter der Mistel einen angenehmen, süßlich-krautigen Duft.

  • Wirkung

  • Der Rauch von Mistel hat eine reinigende und schützende Wirkung auf Körper und Geist.

  • Räuchermischungen

  • In Räuchermischungen lässt sich die Mistel hervorragend mit anderen Räucherpflanzen wie u. a. Alant, Birke, Dammar, Eiche (Rinde), Hamamelis, Mastix, Meisterwurz oder Weihrauch kombinieren.

  • Traditionelle Verwendung

  • Die Mistel fand bereits in den Ritualen der Kelten und Germanen als Räucherpflanze Verwendung.

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Anwendung als Heilmittel

In der alternativen Volksmedizin wird der Mistel krebsheilende Wirkung nachgesagt, was bislang aber wissenschaftlich nicht belegt werden konnte.

Weitere Verwendungszwecke

Die Römer stellten aus den Beeren der Mistel einen Leim her, den sie zum Vogelfang einsetzten.

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Übersicht räucherbarer Blätter und Zweige

 

Quellen:

  • Fuchs, Christine: Räuchern – im Rhythmus des Jahreskreises. Die Kraft der Natur durch achtsam gestaltete Räucherrituale im Jahreslauf erfahren; Stuttgart 2015, S. 148f.
  • Kinkele, Thomas: Heimische Räucherpflanzen. Räucherduft und Ritual im Jahreslauf; Oberstdorf ²2012, S. 142f.