Lorbeer (laurus nobilis)

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Was ist Lorbeer?

Lorbeerbaum – Räucherpflanze

Lorbeer (laurus nobilis) ist ein immergrüner Baum, der vor allem im Mittelmeerraum, in Vorderasien sowie im pazifischen Nordwesten Amerikas gedeiht. Er wird seit alter Zeit als Heil- und Gewürzpflanze (besonders die Blätter) genutzt. Der Lorbeerbaum kann eine Wuchshöhe von bis zu 8 Metern erreichen.

Kulturelle Bedeutung

Im alten Rom ehrte man die Kaiser, erfolgreiche Feldherren (Triumphatoren) beim Einzug in die Stadt Rom und sportliche Sieger mit einem so genannten Lorbeerkranz. Solche Lorbeerkränze gelten bis heute als besondere Ehrung und sind somit Symbole des Ruhmes, Sieges sowie Friedens. Auch heute noch gilt Lorbeer als besondere Ehrung, so steht in Deutschland das „Silberne Lorbeerblatt“ für die höchste sportliche Anerkennung, die nur der Bundespräsidenten verleihen kann. Im Griechenland der Antike war Lorbeer auch als „mantikos“ (Hellsehkraut) bekannt.

In der griechischen Mythologie wurde die Nymphe Daphne in einen Lorbeerbaum verwandelt, um vor den Nachstellungen Apollos geschützt zu sein.

Arten von Lorbeer

  • Indischer Lorbeer (cinnamomum tamala)
  • Indonesischer Lorbeer (syzygium polyanthum)
  • Japanischer Lorbeer, auch Tabuko bzw. Makko (machilus thunbergii, persea thunbergii)
  • Kalifornischer Lorbeer (umbellularia californica)
  • Mexikanische Lorbeer (litsea glaucescens)
  • Westindischer Lorbeer (pimenta racemosa)

Lorbeer räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Lorbeer (Blätter) als Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Beim Verbrennen verbreiten die getrockneten Lorbeerblätter (am besten in zerbröselter Form), die nur in kleinen Mengen verwendet werden sollten, einen angenehmen, aber recht eigenen Duft.

  • Wirkung

  • Der Rauch von Lorbeer schärft die Sinne und fördert die Klarheit, Konzentration sowie Wachheit des menschlichen Geistes. Ebenso wird ihm eine reinigende Schutzfunktion vor negativen Kräften zugesprochen.

  • Räuchermischungen

  • In Räuchermischungen lassen sich die Blätter sehr gut mit anderen Räucherstoffen wie u. a.  Bilsenkraut, Kiefer, Labdanum, Lavendel, Mastix, Rosmarin, SageSalbei, Stechapfel, Thymian, Wacholder, Weihrauch oder Zeder räuchern.

  • Traditionelle Verwendung

  • Lorbeer wird seit alter Zeit für Reinigungsräucherungen von Räumen und Plätzen eingesetzt. Er wird als Räucherstoff mit großer Kraft gedeutet, der negative Energien vertreiben kann.

    Traditionell gilt Lorbeer als magische Räucherpflanze, die früher häufig bei Ritualen mit Beschwörungen, Zauberformeln etc. verwendet wurde. Neben Reinigungsritualen fand er in Zeremonien der Divination Verwendung.

    Bereits im antiken Griechenland zählte er zu den Zutaten jener Räuchermischung, die beim Orakel von Delphi (Phytia) zum Wahrsagen verbrannt wurde.

    Ab dem Mittelalter war es in Europa üblich Lorbeer am Vorabend zum Dreikönigsfest als Schutz von Häusern und Höfen zu verräuchern.

    In Japan wird die klebrige Rinde des japanischen Lorbeerbaums aufgrund ihrer Geruchslosigkeit und Konsistenz als neutrales Bindemittel im japanischen Räucherwerk, insbesondere in den Räucherstäbchen (als Alternative zum Stützholz) und Räucherkegeln eingesetzt.

Anwendung als Heilmittel

Schon in den Heilanstalten der antiken Asklepios-Priester wurde Lorbeerrauch als Inhalationsmittel sehr geschätzt, die ihn zur Behandlung von verschiedenen Krankheiten einsetzten. Zudem entnahmen die Priester aus den verbrennenden Lorbeerblättern sowie aus der Gestalt des Rauches Hinweise zur Heilung der entsprechenden Krankheiten. Die Lorbeerblätter werden allgemein als Heilmittel bei verschiedenen Frauenbeschwerden sowie bei Problemen des Verdauungsapparates verwendet.

Heutzutage dient Lorbeeröl, das aus den frischen Früchten des Lorbeerbaumes gewonnen wird, als Bestandteil für Medikamente, die äußerlich angewandt werden. Zudem kann das butterartige Öl auch pur als Einreibung bei den unterschiedlichsten Beschwerden des Bewegungsapparates (u. a. bei Muskelschmerzen, Rheuma, Verstauchungen oder Zerrungen) eingesetzt werden.

Der Rauch von Lorbeer galt im Mittelalter als desinfizerdes Mittel zu Zeiten der Pest.

Weitere Verwendungszwecke

  • Die getrockneten Blätter von Lorbeer sind ein beliebtes Küchengewürz in Eintöpfen sowie in Fleisch- und Fischgerichten. Zudem werden Lorbeerblätter auch gerne zum Einlegen von Gurken, Heringen usw. verwendet.
  • Als Zierpflanze in Kübeln sind kleine Lorbeerbäume in unseren Breitengraden sehr beliebt.
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Übersicht räucherbarer Blätter und Zweige

 

Quellen:

  • Fischer-Rizzi, Susanne: Das Buch vom Räuchern; Aarau (Schweiz) 2009, S. 96, 201.
  • Fuchs, Christine: Räuchern – im Rhythmus des Jahreskreises. Die Kraft der Natur durch achtsam gestaltete Räucherrituale im Jahreslauf erfahren; Stuttgart 2015, S. 146.
  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 255f.
  • Rätsch, Christian: Räucherstoffe. Der Atem des Drachen; Aarau (Schweiz) 2009, S. 107.
  • Wollner, Fred: Duftender Rauch für die Seele. Vom praktischen Umgang mit Räucherwerk; München 1998, S. 155.
  • Zohary, Michael: Pflanzen der Bibel; Stuttgart 1983, S. 120.