Birke (betula alba)

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Was ist eine Birke?

Birke – Räucherpflanze

Die Birke (betula alba, betula pendula, betula lenta) ist ein sommergrüner Baum aus der gleichnamigen Gattung der Birken (betula), die zur Familie der Birkengewächse (betulaceae) gehört. Es gibt weltweit etwa 100 Birken-Arten, die auf der gesamten Nordhalbkugel (Asien, Europa, Japan, Nordamerika) verbreitet sind und vornehmlich auf Heidegebieten und Dünen, in lichten Laub- und Nadelwäldern, auf Magerwiesen oder in Mooren gedeihen. Birken können eine Wuchshhöhe von bis zu 30 m erreichen und sind an ihrer auffälligen weiß gefärbten Rinde zu erkennen. Der Name „Birke“ leitet sich aus dem Indogermanischen ab und lässt sich mit „glänzend“ bzw. „schimmernd“ übersetzen, was vermutlich eine Anspielung auf die weiße Rinde war.

Mythologische Bedeutung

Seit alter Zeit gilt die Birke als heiliger Baum und verfügte bereits bei Germanen, Kelten und Slawen als Symbol der Jugend, der Fruchtbarkeit und des Frühlings über eine wichtige Bedeutung. Bei den Kelten war die Birke der Göttin Brigid und bei den Germanen der Göttin Freya geweiht.
Ein alter vorchristlicher Brauch, der sich bis heute erhalten hat, ist das Holen eines eines Maibaums (eine Birke) aus dem Wald, um diesen dann als Zeichen für den erwachenden Frühling auf dem Dorfplatz aufzustellen.
Traditionell galt die Birke früher auch als Helfer in Liebesnöten. Außerdem wurden die Birken als Schutzbäume verehrt.
Die indianischen Völkern Mittelamerikas verwendeten Birkenrinde ebenfalls in ihren Riten und Bräuchen. Bei den Indianern bilden die Birkenblätter zudem eine wichtige Zutat ihrer Tabakmischungen.

Birke räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Birke als Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Beim Räuchern verströmen die getrockneten Blätter, Holz und Rinde der Birke einen frischen und waldigen Duft.

  • Wirkung

  • Der Rauch von Birke hat erhebende, ermutigende und reinigende Wirkung auf das menschliche Gemüt. Zudem fördert regt er zur Kreativität.

  • Räuchermischungen

  • Birke lässt sich sowohl pur als auch in Räuchermischungen (besonders gut mit Harzen) u.a. mit Bärentraube, Bilsenkraut, Cassia, Damiana, Muira Puama, Poleiminze, Puama, Sage, Sassafras, Steppenraute, Styrax, Sumpfporst, Weihrauch oder Ysop verräuchern.

  • Traditionelle Verwendung

  • Die Germanen und nordamerikanischen Indianer verwendeten Birke als Räuchermittel in ihren relgiösen Ritualen und Zeremonien.

Anwendung als Heilmittel

Die Birke verfügt über eine antibakterielle, harntreibende und den Stoffwechsel anregende Wirkung. So kommen die Birkenblätter in der Volksmedizin in Form von Tees bei Blasen- und Nierensteinen, Rheuma, Gicht und Wassersucht zum Einsatz. Aber auch äußerlich werden die Blätter in Form von Aufgüssen und Umschlägen bei Abszessen sowie schlecht heilenden Wunden verwendet. Mit dem Birkensaft (aus Zweigen und Stamm gewonnen) lassen sich ebenfalls schlecht heilende Wunden reinigen sowie Hautkrankheiten wie Ausschläge und Schuppen behandeln. Auch der aus der Rinde gewonnene Birkenteer wird zur Behandlung von Hautkrankheiten genutzt.

In Form von Räucherungen kann Birke gut bei Fieber und Kopfschmerzen eingesetzt werden.

Weitere Verwendungszwecke

  • Aus der Birkenrinde wird seit etwa 50.000 Jahren der Birkenteer bzw. Birkenpech gewonnen und gilt als erster systematisch hergestellter Kunststoff der Menschheit, der bereits von den Neandertalern zum Verbinden von Holzgriffen, Pflanzenfasern und Steinkeilen verwendet wurde.
  • Das ätherische Öl, welches aus der Rinde gewonnen wird, findet in medizinischen Seifen Einsatz.
  • Das Holz lässt sich gut schnitzen und drechseln, weshalb in früheren Zeiten u. a. Holzschuhe und Wäscheklammern daraus gefertigt wurden. Außerdem war das Holz früher beim Besenbinder sehr beliebt, der aus Ästen und Zweigen (auch Besenreiser genannt) grobe Besen herstellte.
  • Heutzutage wird das Holz auch gerne zur Produktion von Möbeln genutzt. Zudem ist es als Brennholz beliebt aufgrund seiner dekorativen Wirkung.
  • Die Birkenrinde dient auch seit alter Zeit als Zunder, um damit Feuer zu entzünden.
  • Aus den Birkenblättern lässt sich Birkenwein herstellen, der früher als Stärkungsmittel von impotenten Männern getrunken wurde.
  • Nicht zu vergessen ist das Birkenwasser, das durch Anzapfen der Äste bzw. des Stammes im Frühjahr gewonnen wurde und als Mittel gegen Haarausfall eingesetzt wurde. Der Saft wurde entweder als Haarwasser äußerlich angewandt oder aber direkt getrunken. Aus dem Saft wird auch Essig, Sirup und Wein hergestellt.
  • Schließlich findet die Birke wegen ihrer weißen Färbung auch als Zierpflanze in Alleen, Gärten und Parks Verwendung.
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Übersicht räucherbarer Blätter, Nadeln und Zweige

 
Quellen:

  • Fuchs, Christine: Räuchern – im Rhythmus des Jahreskreises. Die Kraft der Natur durch achtsam gestaltete Räucherrituale im Jahreslauf erfahren; Stuttgart 2015, S. 131.
  • Kinkele, Thomas: Heimische Räucherpflanzen. Räucherduft und Ritual im Jahreslauf; Oberstdorf ²2012, S. 82.