Räucherklaue (Onycha)

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Was ist Räucherklaue?

Als Räucherklaue bzw. Teufelsklaue (Onycha) werden die Deckel unterschiedlicher Arten von Flügelschnecken (hauptsächlich von der „blatta byzantina“) bezeichnet, die schon seit biblischen Zeiten als Räucherwerk Anwendung finden.

Historische Bedeutung

Besonders durch die biblische Erwähnung in Exodus 30,34/35 hat die Räucherklaue an Berühmtheit erlangt. Dort findet sich das Rezept einer Weihrauchmischung für Räucheropfer, die „ονυξ“ („onycha“ heißt übersetzt „Fingernagel, Seenagel“ → das hebräische Wort hierfür ist „scheheleth“) als Bestandteil anführt. Dabei gibt es unterschiedliche Meinungen, worum es sich bei dieser Substanz genau handelt: So wird u. a. von Maimonides angenommen, es handle sich um den Huf (Klaue) eines Tieres. Andere wiederum deuten als Herkunft eine Schlangenart oder die Zistrose (Rosenart). Jedoch gehen mittlerweise die meisten Wissenschaftler davon aus, dass es sich um den Muscheldeckel (operculum) mehrerer Flügelschneckenarten (strombus tricornis) handelt, die im Roten Meer vorkommen.

Räucherklaue räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Räucherklaue (Onycha) als Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Beim Verbrennen verströmt Räucherklaue einen süßen hornigen Geruch, ähnlich wie angesengte Tier- bzw. Menschenhaare.

  • Räuchermischungen

  • Die bekannteste Mischung mit Räucherklaue ist jene aus dem dem 2. Buch Mose (Exodus 30,34), die auch als Mosaisches Räucherwerk bekannt ist. Dort wird die Räucherklaue mit Galbanum, Myrrhe und Weihrauch gemischt.

Anwendung als Heilmittel

Auch in der Volksmedizin erfreute sich die Räucherklaue verschiedener Verwendungsbereiche. Besonders in der frühen Neuzeit galt sie bei Entbindungen als beliebtes Räuchermittel, da sie ihr eine geburtsfördernde Wirkung nachgesagt wurde. Aber auch bei Milzleiden wurde sie verwendet.

 

Übersicht der tierischen Räucherstoffe

 

Quellen:

  • Rätsch, Christian: Räucherstoffe. Der Atem des Drachen; Aarau (Schweiz) 2009, S. 132ff.