Echter Moschus

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Moschushirsch

Was ist Moschus?

Beim Moschus bzw. echter Moschus (moschus moschiferus) handelt es sich um einen Dufststoff, der von den Drüsen des Moschushirsches stammt, einer Hirschart die heute vom Aussterben bedroht ist. Das Wort „Moschus“ kommt aus dem Indischen und heißt übersetzt „Hoden“.

Verschiedene Moschusarten

Es existieren insgesamt vier Arten von Moschustieren. Die in Herden lebenden Moschustiere sind hauptsächlich in den Bergwäldern von Kaschmir und Tibet, Vietnam, Südsibirien, Korea sowie auf der Insel Sachalin heimisch. Die männlichen Moschustiere verfügen über eine walnussgroße Drüse, die sich vor den Geschlechtsorganen befindet, produziert den besagten Moschus (ein Lockstoff für die Weibchen). Um an diesen Stoff (es handelt sich um eine ölige Flüssigkeit) heranzukommen, wurden die Tiere früher zuerst erlegt. Anschließend wurde ihnen dann die Brunftdüse entfernt, getrocknet und kann dann weiterverarbeitet werden. Ein Kilo Moschus erzielt teilweise heute einen Marktwert von ca. 50.000 Euro.

Entsprechend der vier Arten von Moschustieren gibt es auch vier unterschiedliche Düfte:

  • Tonkin-Moschus (China und Tibet)
  • Assam- bzw. Bengal-Moschus (Indien)
  • Russischer Moschus
  • Bucharischen Moschus

Als pflanzlicher Ersatzstoff werden statt dem echten Moschus mittlerweile Moschuskörner (Samen einer Hibiskusart) verwendet.

Kulturelle Bedeutung

Im Orient war Moschus zu Zeiten Mohammeds einer der verbreitetsten Duftstoffe und wurde sehr verschwenderisch in den Palästen benutzt. Die Kreuzfahrer brachten den Duftstoff dann auch nach Europa mit, wo sich dieser besonders als Aphrodisiakum (als Pheromon zur Beeinflussung der menschlichen Sexualdrüsen) großer Beliebtheit erfreute.

Moschus räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Moschus als Räucherwerk (Bild: 乌拉跨氪/wikimedia unter CC BY-SA 3.0)

  • Räucherduft

  • Beim Verbrennen verbreitet getrockneter Moschus einen intensiven süßlich-animalischen Duft, der über eine warme und lebendige Note verfügt.

  • Wirkung

  • Der Rauch von Moschus hat eine aphrodisierende Wirkung auf den Menschen.

  • Räuchermischungen

  • In Räuchermischungen lässt sich das Sekret gut mit anderen Räucherstoffen wie u. a. Rose, Salbei oder Sandelholz mischen.

  • Traditionelle Verwendung

  • In China wurde und wird echter Moschus traditionell bei Totenritualen zur Ehre für die Ahnen verräuchert. Außerdem ist der er in Japan und einigen arabischen Ländern bis heute ein fester Bestandteil in Parfüms und Räucherwerk.

Anwendung als Heilmittel

Schon im Altertum war Moschus ein beliebtes Heilmittel und wurde für die unterschiedlichsten Beschwerden benutzt. Im Mittelalter galt es als Mittel bei Geisteskrankheiten sowie Nervenleiden. Zudem wurde er bei Pestepedemien als Schutzmittel in Beuteln um den Hals getragen.

Ebenso galt Moschus auch bei den Chinesen in früheren Jahrhunderten als Allheilmittel, insbesondere aber als krampfstillendes Mittel sowie zur Anregung des Nervensystems (oral eingenommen erhöht es den Testosteronspiegel) und der Schweißsekretion. Auch auch heute noch wird echter Moschus in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) sowie in der Homöopathie verwendet, weshalb in China in eigens dafür errichteten Farmen Moschushirsche gezüchtet werden.

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Weitere Verwendungsmöglichkeiten

In der Kosmetikindustrie war echter Moschus früher ein beliebter Duftstoff für Parfüms, Seifen und andere Kosmetika. Mittlerweile ist dieser nicht mehr bezahlbar und wurde deshalb durch synthetischen Moschus (hiervon gibt es ca. 80 verschiedene Arten) ersetzt.

 

Übersicht der tierischen Räucherstoffe

 

Quellen:

  • Fischer-Rizzi, Susanne: Botschaft an den Himmel. Anwendung, Wirkung und Geschichten von duftendem Räucherwerk; München 1996, S. 265.
  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 257f.