Sternanis (illicium verum)

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Was ist Sternanis?

Sternanis (illicium verum, illicium anisatum) gehört in China und Japan seit Jahrhunderten zu den traditionellen Gewürz- und Räuchermitteln (besonders in Form von Räucherpulver oder Räucherstäbchen). Der Sternanisbaum gedeiht heutzutage im gesamten asiatischen Raum und kann eine Höhe von bis zu 14 Metern erreichen. Die Früchte von Sternanis werden aufgrund ihrer Form in China auch als „achthörniger Fenchel“ bezeichnet. In Japan wird Sternanis sogar als heiliger Baum verehrt.

Sternanis räuchern – Bedeutung als Räucherwerk

Sternanis (Früchte) als Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Beim Verbrennen verbreitet Sternanis einen feinen würzigen Anisduft. Für das Verräuchern verwendet man in der Regel die getrockneten sternförmigen Früchte. Diese werden getrocknet und mit Hilfe von Mörser und Stößel zerkleinert.

  • Wirkung

  • Der Rauch von geräucherten Sternanis-Früchten soll die psychischen Fähigkeiten wie Konzentration bzw. Wahrnehmung steigern und zudem beim Abbau von Ängsten und seelischem Kummer helfen. Auch wird dem Rauch eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt.

  • Räuchermischungen

  • Sternanis mischt sich zum Räuchern gut mit Räucherstoffen wie u. a. Besenginster, Cassia, Fenchel, Gewürznelke, Kardamom, Koriander, Kubebenpfeffer, Nelke oder Zimt.

  • Traditionelle Verwendung

  • Als Räucherwerk findet Sternanis häufig bei Reinigungsritualen sowie als beruhigends Mittel für Gebet und Meditation Verwendung. Ebenfalls werden die Samen zuammen mit Weihrauch zur Förderung der Divination (Wahrsagen) verbrannt. Zudem wird Sternanis traditionell als Schutz vor Ungeziefer (u.a. Flöhe, Läuse) verräuchert.

Sternanis ganz 500 g

Verwendung als Heilmittel

Sternanis wird in den asiatischen Ländern auch als Heilmittel bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt wie z.B. Husten, Magenschmerzen / Koliken oder Rheuma. Dazu werden die Früchte häufig nach den Mahlzeiten eingenommen und gekaut. Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) schätzt Sternanis seit über 1300 Jahren aufgrund der wärmenden, schmerzstillenden sowie schleimlösenden Wirkung. Zudem soll die Pflanze über anregende und harntreibende Eigenschaften verfügen.

Weitere Verwendungszwecke

  • In Europa wird der echte Sternanis (nicht zu verwechseln mit dem giftigen japanischen Sternanis) hauptsächlich als Gewürz für Glühwein und Weihnachtsgebäck eingesetzt.
  • Außerdem wird die Pflanze gern als Duftstoff in der Kosmetik (u.a. in Parfüms) genutzt.
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Übersicht räucherbarer Früchte und Samen
 
Quellen:

  • Fischer-Rizzi, Susanne: Das Buch vom Räuchern; Aarau (Schweiz) 2009, S. 206f.
  • Kinkele, Thomas: Räucherstoffe und Räucherrituale. Kraftvolle Rituale mit duftenden Pflanzenbotschaften. Das Handbuch für die Räucherpraxis; Aitrang ²2003, S. 152.
  • Rätsch, Christian: Räucherstoffe. Der Atem des Drachen; Aarau (Schweiz) 2009, S. 155f.
  • Wollner, Fred: Duftender Rauch für die Seele. Vom praktischen Umgang mit Räucherwerk; München 1998, S. 170.