Steppenraute (peganum harmala)

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Was ist Steppenraute?

Die Steppenraute (peganum harmala), die auch Harmalkraut, Syrische Steppenraute, Harmelraute heißt, gedeiht besonders in Wüsten und Steppen von Westasien bis Nordindien sowie im Mittelmeerraum. Die Pflanze ist eine buschige Staude und kann eine Höhe zwischen 80 und 100 cm erreichen. Die kulturelle Nutzung dieser Pflanze hat eine sehr alte Tradition: Aufgrund ihrer Pflanzeninhaltsstoffe (Harmin und Harmalin), zählt sie zu den ältesten als Halluzinogen (Entheogen) und Heilmittel verwendeten Pflanzen. Es wird vermutet, dass es sich bei der Steppenraute um das legendäre altpersische Haoma sowie um das geheime Rauschmittel des Mithraskultes handeln könnte.

Steppenraute räuchern – Bedeutung als Räucherwerk

Steppenraute (Samen) als Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Beim Verräuchern der Steppenraute werden traditionell die Samen verwendet, die einen herben, brenzligen Duft verströmen. Der Rauch hat eine starke aphrodisierende und leicht halluzinogene Wirkung.

  • Wirkung

  • Die Steppenraute wirkt antidepressiv und stimmungsaufhellend. Zudem wird ihr eine aphrodisierende sowie verdauungsfördernde Wirkung zugesprochen.

  • Räuchermischungen

  • In Räuchermischungen lässt sich Steppenraute gut mit anderen Räucherstoffen wie u.a. Alaun, Koriander, Stinkasant, Schwarzkümmel, Wacholder oder Weihrauch kombinieren.

  • Traditionelle Verwendung

  • Eine rituelle Räucherung dieser Pflanze erfolgt vor allem im Mittleren Osten sowie in Westasien:

  • Im Iran und Irak werden aus Steppenrauten-Samen Räucherkugeln hergestellt, die dann als Opfer zur Tagundnachtgleiche im März verbrannt werden, um Unglück und Katastrophen zu verhindern.
  • In der Türkei werden die Samen gegen den bösen Blick geräuchert.
  • In Pakistan räuchert man die Samen gegen Besessenheit.
  • Zu einem ähnlichen Zweck wird die Steppenraute auch in Nordafrika verräuchert, hier ist es gegen böse Geister.
  • In Marokko ist es zudem in der Hochzeitsnacht alte Tradition eine aphrodisierende Räuchermischung aus Alaun, Olibanum und Steppenrautensamen zur räuchern. Häufig werden dazu die Samen geröstet und zu Pulver zerkleinert, das dann in Verbindung mit Tabak und Hanf geraucht wird, um so die Wirkung der Räucherung zu verstärken.
  • In der Himalaya-Region verwenden die Schamanen die Samen als Räuchermittel, um sich damit in Trance fallen zu lassen und Visionen zu erhalten.
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Vorsicht! Die Pflanze gilt als schwach giftig und halluzinogen. Die Einnahme der Samen kann zu Übelkeit, Erbrechen, Zittern bis hin zu Lähmungen des Zentralnervensystems führen.

Anwendung als Heilmittel

Die Steppenraute wird besonders als Aphrodisiakum und Asthmamittel eingesetzt sowie bei Blähungen (häufig als Tee) und Menstruationsbeschwerden. Zudem werden die Samen in vielen Kulturen bei Depression geschluckt.

In Indien ist es Tradition die Samen bei einer Geburt zu räuchern, was helfen soll die Wehen zu lindern. Ebenfalls wird Steppenraute auch in Pakistan zu diesem Zweck genutzt. Dazu werden die Samen als Räucherstoff eingesetzt und mittels spezieller Pfeifen direkt in die Vagina geblasen, um auf diese Weise die Schmerzen abzumildern.

Weitere Verwendung

  • als Färbemittel für Teppiche und Wolle
  • türkischen und iranischen Kulturkreis als Haushaltsmittel
  • zur Herstellung von alkoholischen Extrakten
  • als Schnupfpulver
  • zum Einlegen in Wein
  • als Teil eines Ayahuasca-Analogs (Samen)

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Übersicht räucherbarer Früchte und Samen
 
Quellen:

  • Alberts, Andreas / Mullen, Peter: Psychoaktive Pflanzen, Pilze und Tiere; Stuttgart 1999, S. 164.
  • Rätsch, Christian: Räucherstoffe. Der Atem des Drachen; Aarau (Schweiz) 2009, S. 153f.
  • Kinkele, Thomas: Räucherstoffe und Räucherrituale. Kraftvolle Rituale mit duftenden Pflanzenbotschaften. Das Handbuch für die Räucherpraxis; Aitrang ²2003, S. 151.