Pfeffer (piper nigrum)

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Was ist Pfeffer?

Pfeffer – Räucherpflanze

Beim Pfeffer (piper nigrum), auch echter Pfeffer genannt, handelt es sich um einen Strauch aus der Familie der Pfeffergewächse (piperaceae). Diese Gewürz- und Räucherpflanze stammt ihrer Herkunft nach aus Vorderindien (Malabarküste) und wird mittlerweile in fast allen tropischen Regionen der Erde angebaut. Bei der Pfefferpflanze handelt es sich um eine Kletterpflanze, die an Bäumen emporwächst und eine Höhe von etwa 10 Metern erreichen kann.

Als Gewürz werden die Früchte aufgrund des scharfen Alkaloids Piperin weltweit verwendet. Der echte Pfeffer wird im Handel in verschiedenen Farben verkauft:

Gemeinhin wird zwischen schwarzem und weißen Pfeffer unterschieden:

  • schwarzer Pfeffer → Bei dieser Variante handelt es sich um die ungeschälten und unreifen Früchte.
  • weißer Pfeffer → Die weiße Variante wird hingegen reif geerntet und auch geschält.

Neben diesen am weitesten verbreiteten Farben gibt es noch zwei andere Farbvariationen:

  • grüner Pfeffer → Dieser wurde ebenfalls aus den unreif geernteten Früchten gewonnen, wird jedoch noch in Salzwasser eingelegt.
  • roter Pfeffer → Diese Variante besteht aus vollkommen reifen sowie ungeschälten Pfefferfrüchten (wurde ebenfalls nach der Ernte in Salzlake eingelegt).

Kulturelle Bedeutung

Bereits in der Antike war Pfeffer ein bedeutendes Handelsgut und Luxusartikel, das zwischen dem römischen Reich und dem fernen Indien gehandelt wurde. So wurde das Gewürz von Karawanen und über den Seeweg (Rotes Meer) aus Indien importiert. Dabei wurde Pfeffer zeitweise sogar mit Gold aufgewogen. Ebenfalls war er im Mittelalter ein für den Gewürzhandel kostbares Gut, das von Arabern, Türken und Italienern (Republik Venedig) nach Europa, Nordafrika und Vorderasien gebracht wurde. Ab dem 17. Jahrhundert fand Pfeffer eine immer größere Verbreitung, da er ab diesem Zeitpunkt in großen Mengen durch niederländische Handelsgesellschaften nach Europa eingeschifft werden konnte.

Pfeffer räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Pfeffer als Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Beim Verbrennen verbreiten die gemahlenen Körner einen beißenden Duft.

  • Wirkung

  • Der Rauch von Pfefferkörnern hat eine leicht aphrodisierende, reinigende und anregende Wirkung auf Körper und Geist.

  • Räuchermischungen

  • Aufgrund seines scharfen Geruchs lässt sich Pfeffer nur gut in Räuchermischungen mit anderen Räucherstoffen wie u.a. Drachenblut, Guggul, Ingwer, Nelke, Patchouli, Tonkabohnen, Vetiver, Weihrauch oder Zimt räuchern.

  • Traditionelle Verwendung

  • Pfeffer wird traditionell in aphrodisierenden Räuchermischungen eingesetzt.

Weitere räucherbare Pfefferarten

  • Kubebenpfeffer

Kubebenpfeffer – Räucherpflanze

Eine weitere Pfefferart ist der Kubebenpfeffer (piper cubeba) aus der Familie der Pfeffergewächse (piperaceae), der im Süden Indiens sowie in Sri Lanka beheimatet ist. Dieser ist auch als Schwanzpfeffer oder Stielpfeffer bekannt und wird in den orientalischen Ländern und in Indonesien schon seit alter Zeit als Aphrodisiakum (u.a. zur Zubereitung von Liebestränken) und Gewürz (bspw. zum Ansetzen von Wein) benutzt.

Der Rauch von Kubebenpfeffer hat eine anregende sowie stimulierende Wirkung auf Körper und Geist. Beim Verbrennen der gemahlenen Körner verbreiten diese einen streng würzigen und kampferähnlichen Geruch, der etwas in den Augen brennt. Aus diesem Grund sollte der Pfeffer am Besten in Räuchermischungen zusammen mit anderen Räucherpflanzen wie Besenginster, Damiana, Elemi, Galbanum, Kardamom, Lavendel, Lemongras, Moschuskörner, Nelke, Piment, Rose, Rosmarin oder Sassafras eingesetzt werden.

In der Volksmedizin gilt Kubebenpfeffer in Indien als wirksames Mittel gegen Amöbenruhr. Außerdem wird das gemahlene Pulver zur Anregung des Kreislaufs in Form von Kräutertees getrunken. Ebenfalls ist diese Pfefferart ein beliebtes Mittel zur Aromatisierung von Tabak sowie zur Herstellung von Kosmetikartikeln.

  • Mönchspfeffer

Mönchspfeffer – Räucherpflanze

Der Mönchspfeffer (vitex negundo agnus castus) ist eine Pfefferart, die in subtropischen Hochebenen und in Europa (Mittelmeer-Region), Ostafrika und Westasien gedeiht. Er wird auch Nishindin genannt. Von der Pflanze werden die Samen als Gewürz und Räuchermittel benutzt, die etwas nach Zitrone riechen. Die Blätter haben im Aussehen gewisse Ähnlichkeiten zu Hanf.

Mönchspfeffer wird schon seit vielen Jahrtausenden in Indien als psychoaktive Zauberpflanze verwendet, denn sie wird bereits in den tantrischen Schriften unter dem Überbegriff „Soma“ (eine Stropharia-Art und Sammelbegriff für unterschiedliche Zauberpflanzen) genannt. Als Ersatz für dieses Soma wurde Mönchspfeffer zur Erlangung ekstatischer Zustände eingesetzt.

Der Rauch von Mönchspfeffer hat eine anregende Wirkung auf Geist und Körper. Beim Verbennen verbreiten die Samen einen angenehmen Duft. In Räuchermischungen lässt sich diese Pfefferart hervorragend mit Stoffen wie z.B. Alraune, Ephedra, Hanf, Ling Chih (Reishi), Schachtelhalm oder Steppenraute kombinieren.

In der Volksmedizin wird Mönchspfeffer besonders von Frauen seit über 2.000 Jahren zur Regulierung der Hormonproduktion (Gleichgewicht herstellen), zur Stimulierung der Schilddrüse sowie für Menstruationsbeschwerden (Pfeffer-Früchte) verwendet.

  • Spanischer Pfeffer / Cayennepfeffer

Der spanische Pfeffer bzw. Cayenne-Pfeffer (capsicum annuum) zählt zur Gattung Paprika (capsicum). Der Cayennepfeffer wird aus den scharfen Schoten gewonnen, die gemahlen werden.

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Übersicht der räucherbaren Früchte & Samen
 
Quellen:

  • Alberts, Andreas / Mullen, Peter: Psychoaktive Pflanzen, Pilze und Tiere; Stuttgart 1999, S. 178.
  • Wollner, Fred: Duftender Rauch für die Seele. Vom praktischen Umgang mit Räucherwerk; München 1998, S. 163.