Muskatnuss & Macisblüten (myristica fragrans)

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Was ist Muskatnuss?

Der Muskatnussbaum (myristica fragrans) gehört Familie der Muskatnussgewächse (myristicaceae) und ist ursprünglich in Indonesien beheimatet, wächst aber heutzutage in den meisten tropischen Regionen von Asien, Afrika und Südamerika. Der Baum kann eine Höhe zwischen 5 und 20 Metern erreichen.

Kulturelle Bedeutung

Muskatnuss zählt zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Schon Plinius erwähnt ihre Wirkweise in seiner „Naturalis historia“. Ab dem 15. Jahrhundert wurde der Baum von Asien (Banda-Inseln) aus durch die Portugiesen in Europa eingeführt und dabei häufig mit Gold aufgewogen.

Muskatnuss räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Muskatnuss als Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Beim Verbrennen verbreiten die getrockneten Blätter und die in kleine Stücke gebrochenen Samenhüllen (auch als Macis oder Muskatnussblüte bezeichnet) einen fruchtig-aromatischen sowie würzigen Duft. Allerdings sollten die Pflanzenteile nur in kleinen Mengen verräuchert werden, da sie leicht Kopfschmerzen und Übelkeit hervorrufen können.

  • Wirkung

  • Der Rauch von Muskatnuss hat eine anregende, stärkende und die Konzentration fördernde Wirkung. Ebenfalls soll sie aphrodisierend wirken. Die Nüsse haben nachweislich eine bewusstseinserweiternde Wirkung (aufgrund des im ätherischen Öl enthaltenen Myristicin), was von leichten Bewusstseinsveränderungen bis hin zu intensiven Halluzinationen reichen kann.

  • Räuchermischungen

  • Muskatnuss eignet sich am Besten zum Verräuchern in Mischungen zusammen mit anderen Räucherpflanzen wie u.a. Beifuß, Copal, Eisenkraut, Majoran, Mastix, Sage, Thymian, Weihrauch oder Zeder.

  • Traditionelle Verwendung

  • In Indien wird Muskatnuss traditionell zur Vertreibung von bösen Geistern sowie in Liebesräucherungen aufgrund ihrer aphrodisierenden Wirkung geräuchert.

    Früher wurde sie zudem häufig in Ritualen mit Beschwörungen und Zauberformeln sowie in divinatorischen Zeremonien (um Visionen zu erlangen) eingesetzt.

Anwendung als Heilmittel

Macisblueten – Räucherpflanze

In Indien (Ayurveda) und Indonesien wird Muskatnuss auch traditionell in der Medizin genutzt, u. a. als Mittel bei Geisteskrankheiten. Zudem wird Muskatnusspulver als Salbe verarbeitet und bei diversen Hautleiden wie Ekzemen oder Flechten eingesetzt.

Man verabreicht sie als Beruhigungsmittel, bei Magenbeschwerden, Nervosität, Rheuma, Schlafstörungen sowie Verdauungsstörungen. Früher wurde die die Pflanze zudem als Abtreibungsmittel missbraucht.

Weitere Verwendungsmöglichkeiten

  • Die Samen (Muskatnüsse) sind ein beliebtes Gewürz u. a. in Eintöpfen, Feingebäck, Fleischgerichten, Kartoffel- und Kohlgerichten oder Suppen, denn sie regen die Gallenproduktion an und sorgen für eine bessere Bekömmlichkeit der Speisen. Dabei wird besonders die frisch geriebene Nuss benutzt. Zudem lässt sich aus dem Fruchtfleisch ein Gelee oder Sirup kochen.
  • Die Lebensmittelindustrie verwendet aufgrund besserer Dosierbarkeit das Muskatöl für das Würzen von Speisen, wo es als natürliches Geschmacksmittel eingesetzt wird.
  • In den orientalischen Ländern kommt Muskatnuss auch als Potenzmittel zum Einsatz.
  • Neben den Samen wird auch das durch Dampfdestillation gewonnene ätherische Muskatnussöl verwendet. Dieses kommt häufig als Aromastoff in Zahnpasten sowie als Zusatz in herben Parfüms für Männer zum Einsatz.
  • Weiterhin wird durch das Auspressen von Muskatnüssen die sogenannte Muskatnussbutter gewonnen, die häufig zur Herstellung von Kerzen, Parfüm, Seife oder Zahnpaste benutzt wird.
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Übersicht räucherbarer Früchte und Samen
 
Quellen:

  • Alberts, Andreas / Mullen, Peter: Psychoaktive Pflanzen, Pilze und Tiere; Stuttgart 1999, S. 146f.
  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 258f.
  • Kinkele, Thomas: Räucherstoffe und Räucherrituale. Kraftvolle Rituale mit duftenden Pflanzenbotschaften. Das Handbuch für die Räucherpraxis; Aitrang ²2003, S. 131.
  • Wollner, Fred: Duftender Rauch für die Seele. Vom praktischen Umgang mit Räucherwerk; München 1998, S. 158.