Mohn (papaver)

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Was ist Mohn?

Mohn – Räucherpflanze

Als Mohn (papaver) wird allgemein eine Pflanzengattung aus der Familie der Mohngewächse (papaveraceae) bezeichnet, die weltweit zwischen 50 und 120 Arten aufweist. Die vielen Varianten unterscheiden sich in erster Linie in der Farbe ihrer Blätter. Mohn kann eine Höhe von bis zu einem Meter erreichen.
Eine weite Verbreitung Verwendung hat besonders der Schlafmohn (papaver somniferum), der auch als Backmohn, Blutblume oder Ölmohn bezeichnet wird. Von dieser Sorte wird durch Anritzen der reifenden Kapsel das Rohopium (Pflanzensaft) gewonnen, welches zu einer braunen Masse trocknet und seit Jahrtausenden als Rausch- und Räuchermittel benutzt wird. Bereits in der Antike war die Opiumgewinnung verbreitet. Neben dem Schlafmohn sind weitere beliebte Arten der Gartenmohn (papaver orientale) und Klatschmohn (papaver rhoeas).

Kulturelle Bedeutung

Bereits steinzeitliche Funde am Bodensee aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. belegen die Verwendung von Mohn, der in fast allen Kulturen als Pflanze der Götter verehrt wurde und von dem alle Teile genutzt wurden. Seine Verwendung in den verschiedenen Kulturen:

  • Orient: Im alten Orient galt Mohn als Blume der Freude.
  • Assur: Die Assyrer verehrten die Pflanze als „Namtilla“ (Pflanze des Lebens).
  • Indien: Im indischen Sanskrit heißt der Mohn „Ahiphena“ (Gift der Schlange) und gilt als heilige Rauschpflanze Shivas (Gott der Ekstase).
  • Antikes Griechenland: Bei den alten Griechen war Mohn der Göttin Demeter (wurde in den Mysterien von Eleusis zu Ehren Demeters rituell genutzt) und auf Zypern der Göttin Aphrodite geweiht. Alten Legenden zufolge soll er im Garten der Hektate gewachsen sein. Zudem war der der Legende zufolge ein ständiger Begleiter des Gottes Dionysos. Die Griechen nannnten den Schlafmohn „Blume der Träume“ und er gilt als Sinnbild des Gottes Morpheus (Gott des Schlafes).

Mohn räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Mohnsamen als Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Beim Verbrennen verbreiten die getrockneten Blätter und Mohnsamen (prasseln beim Verräuchern) einen bitteren und schweren Duft mit einer Note nach verbranntem Essen.

  • Wirkung

  • Der Rauch von Mohn (Opium) hat eine Schlaf erzeugende und die Träume anregende Wirkung. Gerräucherte Mohnblüten wirken sehr beruhigend.

  • Räuchermischungen

  • Das Räuchern von Mohnsamen eignet sich am Besten in Räuchermischungen zusammen mit anderen Räucherpflanzen u.a. wie Cassia, Erdrauch, Giftlattich, Ingwer, Kaneel, Klatschmohn, Labdanum oder Tolubalsam kombinieren.

  • Traditionelle Verwendung

  • Früher galt Mohn als wichtiges Mittel in der Magie sowie in traditionellen Räucherzeremonien. Dabei wurde er häufig als Mittel zur Trance-Erzeugung benutzt.

    Mohn war zudem Bestandteil von Laudanum, ein berauschendes Mittel aus verschiedenen Zutaten (Angelika, Lavendel, Myrrhe, Nelke, Opium, Rose, Safran, Wacholderbeeren, Weihrauch, Wein, Zimt und Zitwer), welches geraucht, geräuchert und zur Herstellung von Räucherkerzen benutzt wurde. Dieses Mittel wurde im Jahr 1670 erfunden.

Mohn Blaumohn 1000 g

Anwendung als Heilmittel

In früheren Zeiten wurden Mohnsamen häufig bei Schlafstörungen mit etwas Tabak vermischt geraucht. Besonders die die Mohnblüten des Klatschmohns (papaver rhoeas) wurden dabei als Beruhigungs- und Schlafmittel dabei eingesetzt. Ein Tee aus getrockneten Mohnblüten soll zudem bei Schmerzen helfen und den Schlaf begünstigen.

In der Antike und auch in späterer Zeit zählte Opium (papaver somniferum) zu den wichtigsten Heilmitteln und war das einzige zuverlässige Betäubungs- und Schmerzmittel. Auch heute noch wird es zu diesem Zweck verwendet (u.a. als Hauptbestandteil von Morphium).

Vorsicht! Mohn gilt als giftig und kann je nach Sorte stark psychoaktiv bzw. berauschend wirken. Er kann Vergiftungserscheinungen wie u.a. Erbrechen, Müdigkeit und Leibschmerzen hervorrufen.

Weitere Verwendungsmöglichkeiten

  • Nicht nur als Rausch- und Räuchermittel wird Mohn eingesetzt, sondern auch als Zierpflanze.
  • Die Samenkapseln von Mohn lassen sich zudem zur Tee-Zubereitung nutzen.
  • Die Samen sind auch ein beliebtes Würzmittel auf Brötchen oder in Kuchen und lassen sich außerdem zu einem hochwertigen Öl verarbeiten.

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Übersicht räucherbarer Früchte und Samen
 
Quellen:

  • Alberts, Andreas / Mullen, Peter: Psychoaktive Pflanzen, Pilze und Tiere; Stuttgart 1999, S. 158ff.
  • Kinkele, Thomas: Heimische Räucherpflanzen. Räucherduft und Ritual im Jahreslauf; Oberstdorf ²2012, S. 144f.
  • Rätsch, Christian: Räucherstoffe. Der Atem des Drachen; Aarau (Schweiz) 2009, S. 110ff.