Kardamom (elettaria cardamomum)

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Was ist Kardamom?

Kardamom – Räucherpflanze

Kardamom (elettaria cardamomum) bzw. Cardamom, auch grüner Kardamom genannt, ist eine Pflanze, die zur Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae) zählt und sich weltweit finden lässt, ihren Ursprung aber in den asiatischen Tropen hat. Die schilfartige Gewürzpflanze kann eine Höhe von bis zu 4 Meter erreichen, von der traditionell die Früchte (kleine grüne Kapseln, die ca 20 aromatische Samen enthalten) geerntet werden. Er wird aktuell vorallem in El Salvador, Guatemala, Indien (Vorderindien), Irak, Laos, Madagaskar, Papua-Neuguinea, Sri Lanka, Tansania, Thailand und Vietnam angebaut. Kardamom ist eines der ältesten Gewürze der Welt und wurde anfangs in Ägypten genutzt, bevor er über die Karawanenstraßen seinen Weg nach Europa fand.

Kardamom räuchern – Bedeutung als Räucherwerk

Kardamom als Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Beim Verbrennen verbreiten die getrockneten und zerkleinerten Kardamomkörner (Samen) einen warmen intensiven süß-würzigen Duft.

  • Wirkung

  • Der Rauch von verräucherten Kardamomsamen hat eine anregend-belebende, nervenstärkende und aphrodisierende Wirkung auf Körper und Geist.

  • Räuchermischungen

  • Besonders in Räuchermischungen zusammen mit anderen Räucherstoffen wie u.a. Amberbaum, Cascarilla, Copaivabalsam, Ingwer, Koriander, Kubebenpfeffer, Labdanum, Mönchspfeffer, Myrrhe, Nelke, Orange, Rose, Tonka, Weihrauch, Zeder, Zimt lässt sich Kardamom hervorragend räuchern.

  • Traditionelle Verwendung

  • In Asien werden die Früchte von Kardamom oft zur Stärkung der Nerven, bei geistiger Erschöpfung und nervöser Belastung gerräuchert.

Anwendung als Heilmittel

Die Volksmedizin in China und Indien verwendet Kardamom seit etwa 3000 Jahren für unterschiedliche Erkrankungen bei Fieber, Harnwegsentzündungen, Lungenkrankheiten und Verdauungsproblemen.
Ebenso kannte die antike Medizin Kardamom als Heilmittel: So empfahl bereits Hippokrates seine Anwendung u.a. bei Bauchschmerzen, bei Bissen von giftigen Tieren, Harnretention, Husten, Ischiasbeschwerden, Krämpfen oder Nervosität.

In der Ayurveda-Medizin gilt Kardamom als kühlendes, magenstärkendes und menstruationsförderndes Mittel.

Heutzutage wird Kardamom in unterschiedlichen Medikamenten bei gesundheitlichen Probleme wie Appetitlosigkeit, Blähungen, Erbrechen, Koliken, Krämpfen, Magenverstimmungen, Mundgeruch oder Sodbrennen eingesetzt.

Weitere Verwendungsmöglichkeiten

  • Kardamomkörner werden weltweit als Gewürz und Geschmacksstoff benutzt. So sind die gemahlenen Samen u.a. Zusatz von Kaffee oder Tee (z.B. im beliebten Yogi-Tee). In Indien werden sie häufig als Zutat für Masalas verwendet und in Europa zählt Kardamom zu den beliebtesten Weihnachtsgewürzen (findet Anwendnung z. B. in Glühwein, Lebkuchen und Spekulatius).
  • Die Kosmetikindustrie setzt Kardamom als Duftstoff in Parfüms (häufig bei orientalischen Düften), Seifen und anderen Kosmetika ein.
  • Im Orient werden die Körner nach dem Essen gekaut, da sie einen frischen Atem verleihen.
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Übersicht räucherbarer Früchte und Samen
 
Quellen:

  • Fuchs, Christine: Räuchern – im Rhythmus des Jahreskreises. Die Kraft der Natur durch achtsam gestaltete Räucherrituale im Jahreslauf erfahren; Stuttgart 2015, S. 142f.
  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 252.
  • Kinkele, Thomas: Räucherstoffe und Räucherrituale. Kraftvolle Rituale mit duftenden Pflanzenbotschaften. Das Handbuch für die Räucherpraxis; Aitrang ²2003, S. 115.
  • Wollner, Fred: Duftender Rauch für die Seele. Vom praktischen Umgang mit Räucherwerk; München 1998, S. 151f.