Ysop (hyssopus officinalis)

Was ist Ysop?

Beim Ysop (hyssopus officinalis, origanum syriacum), auch als Bienenkraut, Duftisoppe, Echter Ysop, Eisop, Esope, Gewürzysop, Heisop, Hisopo, Hizopf, Ibsche, Ispen, Essigkraut, Josefskraut oder Weinespenkraut bezeichnet, handelt es sich um einen kleinen Strauch, der in Europa, Westasien sowie in Nordafrika beheimatet ist. Er kann eine Wuchshöhe von bis zu 50 cm erreichen. Der Name „Ysop“ entstammt ursprünglich der arabischen Sprache und lässt sich mit „heiliges Kraut“ übersetzen, wobei in der Antike das griechische Wort „hyssop“ vermutlich ein Sammelname für Pflanzen mit ähnlichem Geruch war, wobei nicht geklärt ist, ob damit auch der heute bekannte Ysop gemeint ist.

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Kulturelle Bedeutung

Ysop – Räucherpflanze

Schon seit alter Zeit gilt der Ysop-Strauch als heilige Pflanze und wird allein in der Bibel elfmal erwähnt (die Hebräer nannten den Strauch „Esobh“). Im Altertum und der Antike war der Strauch nicht nur für Reinigungszwecke, sondern auch als Gewürzpflanze beliebt. Für die Hebräer war der Ysopstrauch eine heilige Pflanze. Im christlichen Kontext wird Ysop als Symbol der Taufe und der Unschuld gedeutet und gilt als Pflanze der Weihe. Im Mittelalter wurde Ysop in vielen Klostergärten kultiviert. Ebenfalls zählt er zu den Zauberpflanzen und wurde früher häufig in magischen Ritualen verwendet. Traditionell gilt der Ysop als Pflanze der Reinigung, Läuterung und Mysterien.

Ysop räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Ysop als Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Zum Verräuchern von Ysop werden vor allem dessen getrocknete Blätter und Blüten verwendet, die beim Verbrennen einen warmen, leicht stechenden und krautigen Geruch verbreiten.

  • Wirkung

  • Der Rauch des Ysop hat eine belebende, reinigende sowie klärende Wirkung auf den Geist und soll helfen die Konzentration zu verbessern. Zudem wird ihm nachgesagt, dass er negative Energien vertreibe.

  • Räuchermischungen

  • In Räuchermischungen lässt sich Ysop am Besten mit u.a. Weihrauch, Zeder oder Zypresse verräuchern.

  • Traditionelle Verwendung

  • Der Ysop zählt zu jenen Kräutern, die oft in der Bibel genannt werden. Ebenso findet er in vielen antiken Schriften Erwähnung und hatte besonders als Reinigungspflanze eine große Bedeutung. So wurde er in Form von Räucherwerk oder in Form von Besen zur Reinigung von Tempeln und heiligen Stätten eingesetzt.

Angebot

Anwendung als Heilmittel

Bereits in der Antike wurde die Heilwirkung des Ysop sehr geschätzt, die von Ärzten wie Dioskurides, Galen oder Hippokrates beschrieben wurden. Besonders bei Husten, bei Erkrankungen der Blase oder bei Beschwerden im Magen- und Darmbereich kommt er zur Anwendung, wurde aber auch zur Appetitanregung verabreicht.

Verwendung als Gewürz

Als Gewürz hat Ysop eine lange Tradition: Sowohl die frischen als auch die getrockneten Blätter eignen sich mit ihrem kräftig-würzigen und leicht bitterem Aroma (ähnlich wie Rosmarin und Salbei) hervorragend zum Würzen von fettigem Fleisch, Kalbs- und Hühnerfleisch, Kräuterquark, Salaten, Soßen oder Suppen (z. B. Kartoffel- und Bohnensuppe). Dabei hat Ysop eine verdauungsfördernde Wirkung.

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Übersicht von Kräutern zum Räuchern

Quellen:

  • Fischer-Rizzi, Susanne: Das Buch vom Räuchern; Aarau (Schweiz) 2009, S. 97.
  • Fischer-Rizzi, Susanne: Himmlische Düfte. Aromatherapie. Anwendung wohlriechender Pflanzenessenzen und ihre Wirkung auf Körper und Seele; München ⁴1990, S. 172f.
  • Kinkele, Thomas: Räucherstoffe und Räucherrituale. Kraftvolle Rituale mit duftenden Pflanzenbotschaften. Das Handbuch für die Räucherpraxis; Aitrang ²2003, S. 169.
  • Rätsch, Christian: Räucherstoffe. Der Atem des Drachen; Aarau (Schweiz) 2009, S. 182f.
  • Wollner, Fred: Duftender Rauch für die Seele. Vom praktischen Umgang mit Räucherwerk; München 1998, S. 177.
  • Zohary, Michael: Pflanzen der Bibel; Stuttgart 1983, S. 96.