Wegwarte (cichorium intybus)

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Was ist eine Wegwarte?

Wegwarte – Räucherpflanze

Die Wegwarte (cichorium intybus), auch als Gemeine Wegwarte, Blaue Distel, Hindlauf, Kaffeekraut, Rattenwurz, Sonnenwirbel, Wegblume, Wegleuchte oder Zichorie bezeichnet, ist eine Staudenpflanze, die zur Familie der Korbblütler (asteraceae) gehört und eine Wuchshöhe von bis zu 1 Meter erreichen kann. Die Pflanze ist in Europa, Vorder- und Mittelasien beheimatet, wo sie bevorzugt auf Äckern, an Böschungen, auf Schuttplätzen sowie an Straßen- und Wegesrändern gedeiht. Der Legende nach war die Wegwarte eine verwandelte Jungfrau, die im blauen Kleid am Wegesrand solange auf ihren Geliebten wartete, bis sie zu einer Blume wurde.

Historische Bedeutung

In früherer Zeiten (bereits bei den Germanen) galt die Wegwarte als Zauberkraut, da ihr verschiedene Kräfte nachgesagt wurden, wie bspw. das Erfüllen aller Wünsche, das Sprengen von Fesseln, das Verleihen von Unsichtbarkeit und Unverwundbarkeit. Dazu rieben sich die Menschen mit dem Saft aus Blättern und Wurzeln ein.

Außerdem zählte die Pflanze aufgrund ihrer blauen Blütenfarbe zu den traditionellen Orakelkräutern, die den Blick in die Zukunft wenden konnten.

Pflanzen mit weißen Blüten galten seit alters her als besonders heilig und ihnen wurden spezielle Zauberkräfte zugeschrieben, weshalb kräuterkundige Frauen die Wegwarte alljährlich am Morgen von Maria Himmelfahrt ernteten.

Wegwarte räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Wegwarte als Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Beim Räuchern verbreitet die getrocknete Wurzel und das Kraut einen feinen, würzigen Duft.

  • Wirkung

  • Dem Rauch von Wegwarte wird eine reinigende Wirkung auf Geist und Körper nachgesagt.

  • Räuchermischungen

  • In Räuchermischungen lässt sich Wegwarte hervorragend zusammen mit anderen Räucherpflanzen wie Birke, Brennessel, Esche, Kiefer, Königskerze, Mastix oder Sumpfporst verräuchern.

  • Traditionelle Verwendung

  • Traditionell wurde die Wegwarte in Schutz- und Reinigungsritualen sowie in Liebeszeremonien verräuchert.

Anwendung als Heilmittel

In der Volksmedizin wird die Wegwarte als appetitanregende, blutreinigende, entzündungshemmende, schweißtreibende und verdauungsfördernde Heilpflanze bereits seit langer Zeit eingesetzt. Schon in ägyptischen Papyri aus dem 4. Jahrtausend v. Chr. wird von ihrer Heilwirkung bei Melancholie und Schwermut berichtet. Die antiken Gelehrten Dioskurides und Plinius hingegen lobten sie als eine den Magen kühlende Pflanze sowie als hervorragendes Mittel bei Augenentzündungen und Herzbeschwerden. Darüberhinaus gilt die Pflanze traditionell als heilendes Mittel bei Gallenleiden, Hämorrhoiden uns Leberschwäche. Der bittere Milchsaftz kann zur Entschlackung sowie zur Förderung der Verdauung eingenommen werden.

Die Wegwarte wird zudem auch in der Bachblütentherapie verwendet. Dort hat sie den Namen „Chicory“.

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Weitere Verwendungszwecke

  • Aus den Blüten der Pflanze kann ein frischer Wegwartenhonig hergestellt werden. Dazu übergießt man die Blüten mit leicht erwärmten Honig und lässt diesen einige Wochen stehen. Dieser Honig soll dann bei nervösen Herzklopfen helfen.
  • Früher wurde aus den Wurzeln der Wegwarte auch Erstatzkaffee (auch als Zichorienkaffee bekannt) hergestellt. Dazu wurden die klein geschnittenen und getrockneten Wurzelteile geröstet und anschließend fein gemahlen. Anschließend konnte dieses Pulver dann wie Kaffee aufgebrüht werden.

 

Übersicht von Kräutern zum Räuchern

 

Quellen:

  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 275f.