Tulsi / Tulasi (ocinum sanctum)

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Was ist Tulsi?

Tulsi (Tulasi) – Räucherpflanze

Bei Tulsi bzw. Tulasi (ocinum sanctum, ocimum tenuiflorum), auch Holy Basil, Königsbalsam, Indisches Basilikum, Vrinda, Vishnutulsi, Manjari oder heiliger Basilikum genannt, handelt es sich um eine Pflanze, die botanisch zur Gattung Basilikum (ocimum) innerhalb der Familie der Lippenblütler (lamiaceae) gehört. Sie kann eine Höhe von bis zu einem Meter erreichen und gedeiht hauptsächlich in den tropischen sowie subtropischen Regionen Asiens sowie in Nordaustralien. Der Name „Tulsi“ kommt aus dem Sanskrit und heißt übersetzt soviel wie „die unvergleichliche Eine“.

Kulturelle Bedeutung

In der hinduistischen Kultur Indiens und Nepals zählt das Kraut zu den heiligsten Pflanzen, weshalb sie dort sehr weit verbreitet und in fast jedem Garten zu finden ist. Tulsi ist den Gottheiten Vishnu und Krishna geweiht. Aus diesem Grund wurde und wird die Pflanze häufig in Tempeln auf Altären angepflanzt. Tulsi-Blätter und Zweige gelten in den Gottesdiensten zu Ehren Vishnus als wichtige Opfergabe. Außerdem wird Tulsi als Inkarnation der Glücksgöttin Lakshmi gedeutet, die auch den Namen „Mutter Tulsi“ trägt wird. Man glaubt dort, dass Familie, Haus und Tempel vor Gefahr und Unheil bewahrt wird. Außerdem finden die Blätter im hinduistischen Totenkult Anwendung, wo sie den Sterbenden unter die Zunge gelegt oder in das Feuer bei der Totenverbrennung geworfen werden. Die Menschen glauben dabei, dass die Pflanze eine so reinigende Wirkung hat, dass sie selbst von Sünden reinwaschen kann.

Nutzung von Tulsi als Räucherwerk

Tulsi (Tulasi) als Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Beim Vebrennen verbreitet das Kraut einen süß-aromatischen Duft, der mit einer herb-würzigen und leicht holzigen Note versehen ist.

  • Wirkung

  • Dem Rauch von Tulsi wird eine das Immunsystem stärkende Wirkung nachgesagt. Es soll zudem reichlich Energie spenden und aufmunternd, klärend sowie konzentrationsfördernd auf den menschlichen Geist wirken.

  • Räuchermischungen

  • Tulsi lässt sich sowohl allein als auch in Räuchermischungen zusammen mit Räucherstoffen wie Mastix, Muskatellersalbei, Sage, Sandelholz, Styrax, Thuja, Thymian oder Wacholderholz zu verräuchern. Aufgrund seines recht holzigen Geruchs sind allerdings Mischungen vorzuziehen.

  • Traditionelle Verwendung

  • Tulsi wird in Asien zu vielen Anlässen verbrannt: In Indien und Nepal werden u. a. kleine Tulsi-Büschel als Schutz vor bösen Geisten und negativen Kräften gerräuchert, denn es gilt als tödliches Mittel gegen Dämonen. Zudem trägt man in diesen Ländern Tulsi-Stengel als Schutzmittel in Form von Gebetsketten (Mala) wie bei uns Rosenkränze in Autos usw.

Anwendung als Heilmittel

Das Tulsikraut gilt als wichtiger Bestandteil der Ayurveda-Heilkunst und wird in ganz Asien als Medizin geschätzt, wo es häufig in Form von Tees eingenommen wird.

Zum Einsatz kommt das Kraut u. a. besonders bei folgenden Erkrankungen:

  • als Mittel gegen Stress,
  • Schwächen im Verdauungstrakt,
  • Senkung des Cholesterinspiegels,
  • Stärkung des Immunsystems,
  • zur inneren Wärmebehandlung

Räucherungen von Tulsi sollen zudem recht hilfreich bei Bronchitis sein.

Weitere Verwendungsmöglichkeiten

In Indien und Nepal ist Tulsi-Kraut besonders als Tee beliebt. Es ist dabei pur als auch in Mischungen mit Ingwer oder grünen Tee im Handel erhältlich. Der Tulsitee wird normalerweise aus den drei Sorten Rama Tulsi, Krishna Tulsi sowie Vana Tulsi hergestellt. Auch in Europa gibt es mittlerweile Tulsi in Form von Heiltees.

Tulsi wird in Süd- und Südostasien (u. a. Thailand) gern als Gewürz in der Küche benutzt. So kennt die thailändische Küche Tulsi als Bestandteil der Gewürzmischung Horapa, die oft zum Würzen von gebratenem Fleisch (z. B. „pad gaprao“) benutzt wird.

Ebenfalls kommt das Kraut im Süden Asiens für das Vertreiben von Insekten (Moskitos und Ungeziefer) zum Einsatz.

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Übersicht von Kräutern zum Räuchern
 
Quellen:

  • Berk, Ulrich: Räuchern – Die Karten. Die wichtigsten Räucherstoffe und ihre Anwendung auf einen Blick; Grafing ²2010.
  • Kinkele, Thomas: Räucherstoffe und Räucherrituale. Kraftvolle Rituale mit duftenden Pflanzenbotschaften. Das Handbuch für die Räucherpraxis; Aitrang ²2003, S. 162.
  • Rätsch, Christian: Räucherstoffe. Der Atem des Drachen; Aarau (Schweiz) 2009, S. 171ff.