Salbei (Weißer Salbei, Wahrsagesalbei etc.)

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Was ist Salbei (Sage)?

Salbei (White Sage) als Räucherwerk

Der echte Salbei (salvia officinalis), der auch als Garten-Salbei oder Heilsalbei bezeichnet wird, galt bereits im Mittelalter in Europa als beliebtes Kraut mit vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten, sei es als Heil- oder als Räucherpflanze.
Dahingegen zählt der weiße und silberblättrige Salbei (salvia apiana), der auch White Sage oder indianischer (Räucher-)Salbei genannt wird, zu den wichtigsten Pflanzen der nordamerikanischen Indianer. Er gedeiht im Südwesten der USA (Nevada, Kalifornien, Mojave-Wüste). Neben dem weissen Salbei gibt es weitere Salbeiarten, die in Nordamerika von den Indianer-Stämmen der verschiedenen Regionen benutzt werden (z.B. Purple Sage – salvia leucophylla, Black Sage – salvia mellifer). Der Name „Salbei“ leitet sich vom lateinischen Wort „salvare“ ab, was sich mit „heilen“ übersetzen lässt.

Salbei räuchern – Bedeutung und Wirkung als Räucherwerk

  • echter Salbei (salvia officinalis)

Die Verwendung von Salbeikraut als Räuchermittel verfügt über eine lange Tradition, bei der ihm besonders eine negative Energien vertreibende Wirkung nachgesagt wird. So findet er in Ritualen zur Reinigung von Räumen, Gegenständen und Personen vielfach Anwendung. Verräuchert werden vor allem die getrockneten Salbeiblätter. Aber auch das halbgetrocknete Kraut kann in Form von Kräuterbündeln (Smudges) zum Räuchern verwendet werden.

  • weißer Salbei (salvia apiana)

Smudge stick (White Sage)

Bei dieser Salbeiart handelt es sich um eine immergrüne, krautige Pflanze, deren Blätter dicht mit feinen Haaren bedeckt sind, was ihr weißliches Aussehen verursacht. Beim Verbrennen verströmt White Sage einen herben harzig-frischen Duft. White Sage gilt traditionell als reinigende Pflanze und wird deshalb besonders zur Vertreibung von negativen Kräften oder Krankheiten verräuchert sowie zur Reinigung von Räumen, Gegenständen und Personen. Der Geruch des weißen Salbeis beim Verräuchern ist dem europäischen Pendants überhaupt nicht ähnlich. Der Rauch von weißem Salbei wirkt erfrischend auf den Geist und stärkt dessen Konzentration und Wachheit. Räucherungen mit weißem Salbei erfolgen zumeist in Kombination mit Süßgras oder Beifuß.
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  • griechischer Bergsalbei (salvia triloba)

Der griechische Bergsalbei stammt, wie schon sein Name sagt aus Griechenland und hat gibt beim Räuchern einen angenehmeren Geruch ab als wie der echte Salbei. Der Rauch hat eine anregende und kräftigende Wirkung auf Körper und Geist. Beim Verbrennen verbreitet diese Salbeiart einen intensiven aromatisch-würzigen Duft, der mit einer harzigen Note versehen ist. Räucherungen mit griechischem Bergsalbei eignen sich besonders gut zur Reinigung von Orten, Plätzen und Räumen. Dabei kann er sowohl pur als auch zusammen mit anderen Räucherstoffen wie u. a. Bachminze, Basilikum, Lavendel, Lemongras, Quecke, Rosmarin, Sweetgras oder Wacholder verräuchert werden.

  • Muskatellersalbei (salvia sclarea)

Bei Muskatellersalbei, der auch Scharlachsalbei genannt wird, handelt es sich um eine Salbeiart, die ursprünglich in Südeuropa und dem Mittelmeerraum beheimatet ist. Beim Räuchern verströmt das getrocknete Kraut einen narkotisch-krautigen Duft, der mit einer animalischen Note versehen ist. Der Rauch hat eine ausgleichende und beruhigende Wirkung auf das menschliche Gemüt. Bereits in der Antike wurde Muskatellersalbei als stimmungsaufhellendes Räucherwerk eingesetzt. In Räuchermischungen wird diese Salbeiart oft mit Damiana, Mandelbaum, Mönchspfeffer, Rainfarn, Styrax, Thuja oder Zeder gemischt.

Besonders im Mittelalter wurde er in der Volksmedizin bei vielen Krankheiten eingesetzt. Aus Muskatellersalbei wird zudem ein ätherisches Öl gewonnen, das in der Kosmetikindustrie (Parfüms etc.) Verwendung findet. Früher wurde diese Salbeiart auch Bieren und Weinen beigegeben aufgrund ihres hohen Thujon-Gehaltes (ähnlich wie Wermut), der für eine berauschende Wirkung sorgt. Ebenfalls wird dieser Salbei als Aphrodisiakum eingesetzt. Dazu wird eine Essenz aus frischen Blättern gezogen (durch Wasserdampfdestillation gewonnenes ätherisches Öl), die dann täglich inhaliert werden muss.

  • Räuchersalbei (salvia repens var. repens)

Beim afrikanischen Räuchersalbei (salvia repens var. repens) handelt es sich um Sorte, die aufgrund ihres stark-harzigen Duftes sehr geschätzt wird. Sie ist in Südafrika beheimatet und ihre Blätter werden traditionell in den lokalen Räucherzeremonien eingesetzt.

  • Russischer Salbei (perovskia abrotanoides)

Der russische Salbei (perovskia abrotanoides, perovskia atriplicifolia), auch als Blauraute und Russischer Tabak bezeichnet, ist eigentlich gar kein echter Salbei, sondern es handelt sich botanisch um einen Perovskia. Aufgrund ähnlicher Inhaltsstoffe wird er aber in Rußland wie Salbei verwendet, da er sein krautiger Duft an Salbei erinnert.

  • Wahrsage-Salbei (salvia divinorum)

Der Wahrsage-Salbei (salvia divinorum), auch Azteken-Salbei, Götter-Salbei, hojas de la pastora, Magic Mint, ska Maria Pastora, Pipiltzintzintli oder Zauber-Salbei genannt, ist eine bis zu 1,5 Metern hochwachsende Salbeiart, die zu den wichtigsten Räucherstoffen der Indianer zählt. Die Heimat dieser Art liegt in der Sierra Mazateca (Mexiko) und gedeiht auf nährstoffreichen Böden. Nach der indianischen Mythologie wurde die Pflanze den Menschen von den Göttern geschenkt, damit jene mit ihnen in Kontakt treten können.

In Räuchermischungen wird Azteken-Salbei zusammen mit anderen Räucherpflanzen wie u. a. Copal, Damiana, Eisenkraut, Indianertabak, White Sage oder Sinicuiche gemischt.

Aufgrund seiner psychoaktiven Wirkung nutzen die Indios die getrockneten Blätter als Räucherwerk, um tranceähnliche Zustände und Visionen hervorzurufen. Von den Heilern der Mazateken (Nachfahren der Azteken) wird er seit langer Zeit in deren Heil- und Wahrsageritualen eingesetzt. Die Einnahme der Blätter findet durch Kauen, Rauchen oder durch die Inhalation des Rauches vom Räucherwerk statt. Dazu werden die Blätter vor der Einnahme unter Gebet mit Copal beräuchert und den Göttern geweiht. Die Mazateken kultivierten die Pflanzen schon seit sehr langer Zeit an streng geheimen Orten und erst in den 60iger Jahren wurde diese Salbeiart durch amerikanische Ethnobotaniker der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Vorsicht! Wahrsage-Salbei (salvia divinorum) gilt als schwach giftig und wirkt psychoaktiv. Sie kann Übelkeit, Engegefühl und Schweißausbrüche hervorrufen.
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Exkurs: Desert Sage

Smudge Stick (Desert Sage)

Wüstensalbei (auch Desert Sage, Estafiate, Indianersalbei, Präriebeifuß genannt) hingegen gehört nicht zu den Salbeiarten, sondern zum Beifuss (artemisia tridentata, artemisia mexicana). Häufig werden mit dem Begriff „Sage“ fälschlicherweise verschiedene Salbeiarten beititelt, da der Begriff ursprünglich aus Nordamerika stammt und dort nur für die Pflanzenfamilie Artemisia steht, die allerdings mit dem Beifuss, insbesondere dem so genannten Steppenbeifuss, verwandt ist. Diese Beifussart gedeiht in den trockenen Regionen Mittelamerikas und verbreitet beim Räuchern einen angenehmen Geruch. Desert Sage ist die mächtigste Reinigungspflanze der Indianer und war bereits bei den Azteken dem Gott Tlaloc (Regengott) geweiht. Den nordamerikanischen Prärieindianern gilt der Wüstenbeifuß als eine der heiligsten Pflanzen und wird auch noch heute u. a. in Reinigungs- und Schutzritualen verräuchert. Ebenso wird er als Ersatz für Tabak rituellen Rauchmischungen beigemischt. Der Präriebeifuß lässt sich in Räuchermischungen hervorragend zusammen mit Benzoe, Copal, Damiana, Eisenkraut, Katzenminze, Schafgarbe, Styrax oder Wermut verwenden.

Anwendung als Heilmittel

Salbei (salvia) als Räucherpflanze

  • echter Salbei (salvia officinalis)

Als Heilkraut findet er seit alters her in vielen Kräutermischungen Verwendung.

Dabei gilt es allerdings zu beachten, dass Salbei den Stoff Thujon enthält und deshalb nicht über einen längeren Zeitraum innerlich eingenommen werden sollte. Besonders Schwangere und stillende Mütter sollten Salbei gar nicht einnehmen und auch nicht verräuchern. Das ätherische Öl des Salbeis kann zudem bei empfindlich reagierenden Menschen epileptische Anfälle verursachen.

  • weißer Salbei (salvia apiana)

Aufgrund der desinfizierenden und lungenstärkenden Wirkung des weißen Salbeis, wird dieser in der indianischen Kultur häufig bei chronischen Bronchialerkrankungen verräuchert.
Ebenfalls verfügt der Salbei über eine schweißhemmende Wirkung (Wasser bleibt im Köper) und wurde von verschiedenen Indianerstämmen eingenommen, um bei großer Hitze den Verlust von Flüssigkeit zu verhindern.

Beim Stamm der Navajo-Indianer werden die Blätter des Salbeis auch zur Behandlung von Verbrennungen eingesetzt und die Hopis pusten Epileptikern den Rauch von Salbei bei deren Anfällen und ebenso Ohnmächtigen zur Wiederbelebung ins Gesicht. Einige Stämme räuchern Salbei zudem bei Rheuma und machen damit heiße Umschläge.

Die verschiedenen Indianerstämme verwenden den weißen Salbei vor Heilungszeremonien, für Rituale in Schwitzhütten sowie bei rituellen Feierlichkeiten.

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Übersicht von Kräutern zum Räuchern

 

Quellen:

  • Alberts, Andreas / Mullen, Peter: Psychoaktive Pflanzen, Pilze und Tiere; Stuttgart 1999, S. 186f.
  • Fischer-Rizzi, Susanne: Botschaft an den Himmel. Anwendung, Wirkung und Geschichten von duftendem Räucherwerk; München 1996, S. 195ff., 212f.
  • Fischer-Rizzi, Susanne: Himmlische Düfte. Aromatherapie. Anwendung wohlriechender Pflanzenessenzen und ihre Wirkung auf Körper und Seele; München ⁴1990, S. 124ff.
  • Fuchs, Christine: Räuchern – im Rhythmus des Jahreskreises. Die Kraft der Natur durch achtsam gestaltete Räucherrituale im Jahreslauf erfahren; Stuttgart 2015, S. 155.
  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 266ff.
  • Kinkele, Thomas: Heimische Räucherpflanzen. Räucherduft und Ritual im Jahreslauf; Oberstdorf ²2012, S. 156f.
  • Kinkele, Thomas: Räucherstoffe und Räucherrituale. Kraftvolle Rituale mit duftenden Pflanzenbotschaften. Das Handbuch für die Räucherpraxis; Aitrang ²2003, S. 145.
  • Rätsch, Christian: Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen. Botanik, Ethnopharmakologie und Anwendung; Aarau (Schweiz) 1999.
  • Rätsch, Christian: Räucherstoffe. Der Atem des Drachen; Aarau (Schweiz) 2009, S. 142ff.
  • Wollner, Fred: Räucherwerk und Rituale. Die vergessene Kunst des Räucherns; Waltenhofen/Hegge 1992, S. 87.