Patchouli (pogostemon)

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Was ist Patchouli?

Patchouli – Räucherpflanze

Patchouli bzw. Patschuli (pogostemon) ist eine Pflanzengattung, die zwischen 40 bis 90 Arten umfasst. Zu den bekanntesten Arten zählen das Indische sowie das Javanische Patschuli (pogostemon cablin, pogostemon heyneanus), die für ihren Geruch bekannt sind. Der typische Duft entsteht allerdings erst aufgrund des Gärungsprozesses nach der Ernte. Die Patchoulipflanze gedeiht in Australien, China, Indien, Indonesien, Madagaskar, Philippinen und Sri Lanka. Sie wird dort auch Pucha-Pat genannt. Bei Patchouli handelt es sich um krautige Pflanzen oder Halbsträucher mit festen Stämmen, die eine Wuchshöhe von bis zu einem Meter erreichen können.

Kulturelle Bedeutung

Schon im Altertum wurden die Blätter von Patchouli in China und Rom aus Indien in großer Zahl eingeführt. Das Patchouliöl wird bereits seit etwa 1500 Jahren aufgrund seines Wohlgeruches geschätzt. Ab etwa dem 18. Jahrhundert hielt Patchouli in Europa Einzug, was dem Kaschmir-Schal zu verdanken ist, der zu jener Zeit ein europäischer Mode-Hit wurde. Diese Schal stammten aus Indien  und wurden mit Patchouli als Schutz vor Mottenbefall beduftet. Napoleon brachte einige Exemplare dieser Schals damals von seinem Ägypten-Feldzug mit und von da aus nahm die Verbreitung des Patchouli-Parfüms in Europa ihren Lauf.

Patchouli räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Patchouli (Patschuli) als Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Beim Verbrennen verbreitet das getrocknete Kraut intensiven, holzigen und schweren erdig-warmen Duft. Besonders die Blätter eignen sich hervorragend zum Verräuchern.

  • Wirkung

  • Der Rauch von Patchouli hat eine ausgleichende und entspannende, zugleich aber auch eine belebende und kreative Wirkung auf den menschlichen Geist. Zudem soll er gut gegen Angst und negative Energien sein sowie auch über aphrodisierende Eigenschaften verfügen.

  • Räuchermischungen

  • In Räuchermischungen lässt sich das Kraut hervorragend mit anderen Pflanzen wie Guggul, Myrrhe, Opoponax, Sandelholz, Vetiver oder Weihrauch kombinieren.

  • Traditionelle Verwendung

  • In Indien ist Patchouli als Räucherwerk schon seit sehr langer Zeit im Einsatz. In den hinduistischen Sterberitualen wird das Kraut in Räuchermischungen verwendet, die an den Füßen der Verstorbenen nach Verschließen der Augen verräuchert werden. Ebenfalls wird es in den buddhistischen Kulthandlungen verwendet. So wurde Patchouli früher in den Ritualen des Mahayana- und Theravada-Buddhismus als Räucherwerk verbrannt. Ebenso wird das Kraut auch heute zu Ehren Buddhas häufig in Form von Räucherstäbchen verräuchert.

Anwendung als Heilmittel

In China, Malaysia und Japan wird Patchouli traditionell auch als Heilmittel unter anderem bei Fieber, Insektenstichen und Schlangenbissen verwendet. Ebenfalls werden die Blätter von den Malaien noch heute in Form von Aufgüssen zur Linderung von Asthma und Husten getrunken und in Form von Umschlägen bei Kopfschmerzen sowie Furunkeln aufgelegt.

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Weitere Verwendung

  • Patchouli lässt sich gut zur Insektenabwehr (z. B. von Motten) eingesetzt werden.
  • In Indien werden die Blätter von Patchouli zudem auch für die Parfümierung von Kleidung und Teppichen benutzt. Häufig kommt Patchouly dabei in Form von Duftsachets zum Einsatz.

 

Übersicht von Kräutern zum Räuchern

 

Quellen:

  • Fischer-Rizzi, Susanne: Botschaft an den Himmel. Anwendung, Wirkung und Geschichten von duftendem Räucherwerk; München 1996, S. 229f.
  • Fuchs, Christine: Räuchern – im Rhythmus des Jahreskreises. Die Kraft der Natur durch achtsam gestaltete Räucherrituale im Jahreslauf erfahren; Stuttgart 2015, S. 152f.
  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 261f.
  • Kinkele, Thomas: Räucherstoffe und Räucherrituale. Kraftvolle Rituale mit duftenden Pflanzenbotschaften. Das Handbuch für die Räucherpraxis; Aitrang ²2003, S. 138.
  • Morris Edwin T.: Patchouli – Faszination eines Duftes, In: Dragoco Report 5/1983, S. 128-133.
  • Wollner, Fred: Duftender Rauch für die Seele. Vom praktischen Umgang mit Räucherwerk; München 1998, S.162.