Minze / Pfefferminze (mentha)

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Was ist Minze (Pfefferminze)?

Bei der Pfefferminze (mentha x piperita), auch Grüne Minze genannt, handelt es sich um eine krautige Pflanze, die zur Gattung der Minzen gehört (es gibt ca. 30 verschiedene Minzarten) und eine Kreuzung aus Bachminze (mentha aquatica) und Waldminze (mentha spicata) darstellt. Sie kann zwischen 30 bis 90 cm groß werden. Im Gegensatz zu anderen Minzen verfügt die Pfefferminze über einen sehr hohen Menthol- und niedrigen Carvongehalt. Sie hat deshalb einen schärferen Geschmack. Minzen gedeihen hauptsächlich in den gemäßigten Klimazonen von Amerika, Asien und Europa. Neben der Pfefferminze gibt es auch zahlreiche andere wildwachsende Minzen-Arten, die bei uns in Europa heimisch sind.

Kulturelle Bedeutung

Pfefferminze – Räucherpflanze

Im alten Ägypten wurden Minzarten bereits vor über 1000 Jahren angebaut, wie Funde aus ägyptischen Gräbern belegen. Und auch die Griechen kannten die Minze schon als Teil ihres Totenkultes: So opferten sie das Kraut den Verstorbenen und pflanzten es auf ihre Gräber. Der Legende nach entstand Pfefferminze in der griechischen Mythologie, als die Nymphe Mentha bzw. Minthe (war Geliebte des Unterweltgottes Hades) von Persephone in wilder Eifersucht zerrissen wurde. Von der ebenfalls eifersüchtigen Göttin Proserpina wurde sie in ein duftendes Kraut, nämlich in eine Minze verwandelt und erschien wieder auf der Oberwelt. Plinius beschrieb sie dann später aufgrund ihres Duftes als wirksames Aphrodisiakum. In der Bibel findet die Minze ebenfalls Erwähnung (siehe Mt 23,23).

Im Mittelalter empfahl Karl der Große den Anbau von Minzsorten in seinen kaiserlichen Gärten.

Die Pfefferminze als Gewürz- und Heilpflanze wurde allerdings erst von dem Biologen John Ray erst im Jahre 1696 in England entdeckt, der ihr den Namen „peppermint“ gab, wobei diese Sorte in China und Japan aber bereits seit der Antike angebaut wird. Einer alten Sage nach führte der Priester Enzan Pfefferminzpflanzen um ca. 200 n. Chr. aus China nach Japan ein, wo diese Pflanze seither kultiviert wird.

Früher wurden aus den beiden wilden Minzarten „mentha rotundifolia“ sowie „mentha silvestris“ Kränze geflochten, die Brautpaare auf dem Kopf trugen und die als „Venuskrone“ bezeichnet wurden.

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Minze räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Minze als Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Die getrockneten Blätter der Pfefferminze verströmen beim Räuchern einen erdigen, kühlen und frischen Duft, der übr die typische Pfefferminznote verfügt.

  • Wirkung

  • Der Rauch von Pefferminze übt eine aufmunternde, beruhigende, reinigende und schärfende Wirkung auf den menschlichen Geist aus. Außerdem wirkt Minze desinfizierend. Die verschiedenen Minzsorten verfügen über eine ähnliche Wirkung.

  • Räuchermischungen

  • Pfefferminze lässt sich entweder allein oder in Räuchermischungen zusammen mit anderen Pflanzen wie u. a. Angelikawurzel, Beifuß, Benzoe, Lavendel, Majoran, Melisse, Rosmarin, Thymian, Weihrauch oder Wermut räuchern.

  • Traditionelle Verwendung

  • Ihr Rauch wurde früher häufig zur Abwehr von Dämonen und Geister benutzt.

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Exkurs: Menthol-Kristalle

Menthol-Kristalle als Räucherwerk

Ein beliebtes Räucherwerk sind die nadelförmigen Menthol-Kristalle der japanischen Minze (mentha arvensis). Diese entstehen aufgrund des hohen Mentholgehaltes spontan auf den Blättern der Pflanze. Die Kristalle haben bei Raumtemperatur eine weisse und farblose Form und riechen typisch nach Pfefferminze. Der Duft von Menthol beim Räuchern ist belebend, erfrischend-klar und reinigt die Luft. Die Kristalle sollten nur in geringen Mengen verräuchert werden und nicht mit den Fingern anzufassen, da es sonst zu Reizungen auf dem Körper kommen kann. Menthol wird in der Regel aus ätherischen Ölen (hauptsächlich Pfefferminzöle) gewonnen.

Anwendung als Heilmittel

Pfefferminze – Verwendung als Heilpflanze

Die Pfefferminze gilt als eines der bedeutendsten Mittel in der Naturheilkunde und schon seit der Antike werden die Blätter der Pfefferminze vielseitig in der Volksmedizin eingesetzt. So wurde die Minze bereits bei den alten Griechen als Räuchermittel u. a. bei Gedächtnisschwäche und Ohnmachtsanfällen verwendet.

Heutzutage findet sie häufig in Form von Pfefferminztee Anwendung bei Appetitlosigkeit, Blähungen, Durchfall, Leberbeschwerden und als kampflösendes Mittel bei Magen-Beschwerden (z. B. bei verdorbenen Magen, Brechreiz,Übelkeit). Pfefferminze wirkt zudem antimikrobiell, antiviral, beruhigend und wird bei Gallenbeschwerden (auch leichteren Gallenkoliken) eingesetzt. Ebenfalls wird das ätherische Öl zur äußeren Anwendung bei Migräne, Kopf- und Nervenschmerzen sowie als Inhalationsmittel bei Erkältungen genutzt. Auch als Arznei zur Beruhigung der Nerven und zur Förderung des Schlafes dient die Pflanze. Seine starke Wirkung verdankt die Pflanze des enthaltenen Wirkstoffs Menthol.

Ebenfalls wird die Pfefferminze als Liebespflanze genutzt. So wird ihr eine anregende und aphrodisierende Wirkung bei fehlendem Lustempfinden nachgesagt. So rieb man sich in der Antike die Tische mit frischen Minzblättern ein, um auf diese Weise die Lust anzuregen.

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Weitere Verwendungszwecke

  • Ebenfalls werden die Blätter aufgrund des in ihnen enthaltenen ätherischen Pfefferminzöl gern als Erfrischungsgetränk in Form von Tee oder als Gewürz (z. B. für Schokoladen-Spezialitäten wie After Eight etc.) genutzt. Besonders in den arabischen und nordafrikanischen Ländern gilt der Pfefferminztee als Nationalgetränk.
  • Zudem wird Pfefferminzöl vielseitig als Geruchs- und Geschmacksstoff (in Cocktails wie Mojito, als Pfefferminzlikör, Pfefferminzbonbons, Pfefferminzkaugummis etc.) genutzt.
  • Auch lässt sich die Minze als Aromakissen, Duftstrauß oder zur Tischdekoration verwenden.

Andere Minzen-Arten

Neben der Pfefferminze gibt es noch eine Reihe weiterer räucherbarer und heilkräftiger Minzenarten, von denen hier die wichtigsten kurz beschrieben werden:

  • Bachminze (mentha aquatica)

Bei der Bachminze (mentha aquatica), die auch Wasserminze genannt wird, handelt es sich um eine bereits seit langer Zeit genutzte Minzenart und in Afrika, Asien, sowie Europa beheimatet ist. Aufgrund ihres hohen Anteils an ätherischen Ölen ist ihre Wirkung wesentlich stärker als die der Pfefferminze. Der Rauch des getrockneten Krautes verfügt über einen frische, kühlende und minzige Note. Dabei hat er eine klärende, konzentrationsfördernde und reinigende Wirkung auf das menschliche Gemüt. In Räuchermischungen wird die Bachminze traditionell mit Damiana, Krauseminze, Lavendel, Muskatellersalbei, Patchouli, Rosmarin, Salbei oder Thymian gemischt. Schon in der Antike wurde diese Minzenart aufgrund ihrer beruhigenden, schmerzlinderndenen und verdauungsfördernden Eigenschaften von den alten Griechen als Heilpflanze eingesetzt. Bei den eleusischen Mysterien soll die Pflanze eine wichtige Zutat des Einweihungstrankes gewesen sein.

  • Katzenminze (nepeta cataria)

Katzeminze – Räucherpflanze

Die Katzenminze (nepeta cataria) ist eine Minzenart, die Afrika, Asien und Europa verbreitet ist. Ihren Namen hat diese Minze seiner anziehenden Wirkung auf Katzen zu verdanken. Das getrocknete und zerkleinerte Kraut verströmt beim Räuchern einen frischen, minzigen Duft, der über eine erfrischende und schmerzlindernde Wirkung verfügt. Die Pflanze lässt sich sowohl pur als auch in Räuchermischungen mit anderen Pflanzen wie u. a. Bärentraube, Benzoe, Dammarharz, Damiana, Eukalyptus, Goldmohn, Guajakholz, Kalmus oder Passionsblume räuchern. Katzenminze wurde darüber hinaus von den Chinesen schon vor langer Zeit als Tee getrunken.
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  • Poleiminze (mentha pulegium)

Poleiminze (mentha pulegium), auch als Flohkraut oder Polei bezeichnet, ist in Europa und Westasien beheimatet. Sie wird bereits seit alter Zeit als Heil- und Räucherpflanze verwendet, wobei das getrocknete Kraut beim Räuchern eine frischmachende und reinigende Wirkung auf Körper und Geist ausübt. In Räuchermischungen kann diese Minzenart hervorragend mit Pflanzen wie u. a. Aloe, Lavendel, Muira, Puama, Rainfarn, Rosmarin, Salbei, Thuja oder Zeder kombiniert werden. Als Arzneipflanze wird Poleiminze gern bei Blähungen, Erkältungen, Gicht, Koliken oder Nervosität und etlichen anderen Beschwerden empfohlen.

 

Übersicht von Kräutern zum Räuchern

 

Quellen:

  • Fischer-Rizzi, Susanne: Botschaft an den Himmel. Anwendung, Wirkung und Geschichten von duftendem Räucherwerk; München 1996, S. 135.
  • Fischer-Rizzi, Susanne: Himmlische Düfte. Aromatherapie. Anwendung wohlriechender Pflanzenessenzen und ihre Wirkung auf Körper und Seele; München ⁴1990, S. 118ff.
  • Fuchs, Christine: Räuchern – im Rhythmus des Jahreskreises. Die Kraft der Natur durch achtsam gestaltete Räucherrituale im Jahreslauf erfahren; Stuttgart 2015, S. 148.
  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 263.
  • Kinkele, Thomas: Räucherstoffe und Räucherrituale. Kraftvolle Rituale mit duftenden Pflanzenbotschaften. Das Handbuch für die Räucherpraxis; Aitrang ²2003, S. 139.
  • Thomas, Hans-Karl: Über Pfefferminze und Pfefferminzöl, In: Dragoco Report 1/1955, S. 3-10.
  • Wollner, Fred: Duftender Rauch für die Seele. Vom praktischen Umgang mit Räucherwerk; München 1998, S. 163f.
  • Zohary, Michael: Pflanzen der Bibel; Stuttgart 1983, S. 88.