Melisse (melissa officinalis)

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Was ist Melisse?

Die Melissen sind eine eigene Pflanzengattung, die zur Familie der Lippenblütler (lamiaceae) gehören und in Asien sowie Europa verbreitet sind. Von ihnen gibt es insgesamt vier Arten:

  • melissa officinalis (Herkunft: Asien, Europa und Nordafrika),
  • melissa axillaris (Herkunft: Süd-China, Malesien, und Nepal),
  • melissa flava Benth. (Herkunft: Himalaja und Tibet),
  • melissa yunnanensis (Herkunft: Tibet und Yunnan)

Melisse – Räucherpflanze

Von diesen vier Arten ist die krautige Zitronen-Melisse (melissa officinalis), die ihren Ursprung in Südeuropa hat, am bekanntesten. Sie wird u. a. auch Bienenkraut, Englische Brennessel, Gartenmelisse, Herzkraut, Mutterkraut, Pfaffenkraut, Wanzenkraut oder Zitronenkraut genannt. Ihren Namen hat sie ihres Duftes wegen bekommen, der beim Zerreiben der Blätter verströmt. Sie wird den Gärten Mitteleuropas aufgrund ihrer Heilwirkung schon seit dem Mittelalter angebaut (Benediktiner-Mönche brachten sie über die Alpen), besonders in den Klostergärten des Mittelalters gehörte sie zum festen Inventar (sogar per Verordnung). Der Name „Melisse“ kommt vom griechischen Wort „Melitta“, was sich mit „Honigbiene“ übersetzt lässr. Die eigentliche Heimat der Melisse liegt im Orient und dem Mittelmeerraum, wird heute aber sowohl in Europa und Nordamerika kultiviert.

Kulturelle Bedeutung

Bereits in der Antike schätzten Dioskurides und Plinius die Melisse als wirksames Heilkraut bei grauem Star (frischer Melissensaft mit Honig versetzt) sowie als Mittel gegen Hysterie. Die Araber kultivierten diese alte Arzneipflanze im 10. Jahrhundert auf der iberischen Halbinsel aufgrund ihrer beruhigenden Wirkung. Von diesen kannte vermutlich auch Karl der Große (748 – 814 n.Chr.) diese Pflanze und befahl sie in jedem Klostergarten anbauen zu lassen. Etwas später beschrieb sie dann die heilige Hildegard von Bingen als bedeutsame Pflanze zur Stärkung des Herzens und Förderung des Schlafes. Die Melisse gilt als traditionelles Kraut der Sonnenwende und ist ein wichtiger Bestandteil des traditionellen Kräuterbüschels.

Seit dem Jahre 1611 wird Melisse auch in Form von Melissengeist verwertet, der von Mönchen des Karmeliter-Ordens zusammengestellt wurde. Im Jahre 1775 wurde der berühmte Klosterfrau-Melissengeist von der Nonne Maria Clementine erfunden.

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Nutzung von Melisse als Räucherwerk

Melisse als Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Beim Verbrennen geben die getrockneten Blätter einen frischen aromatischen Duft ab, der eine zitronige Note hat.

  • Wirkung

  • Der Rauch von verräucherten Melissenblättern hat eine aufhellende und beruhigende Wirkung auf Körper und Geist. Er hilft bei Stress und stärkt die Abwehrkräfte.

  • Räuchermischungen

  • Die Melissenblätter lassen sich pur oder in Räuchmischungen zusammen mit Harzen (z. B. Dammarharz oder Mastix) und anderen Räucherstoffen wie u. a. Beifuß, Cassia, Eisenkraut, Jasmin, Johanniskraut, Lavendel, Kamille, Königskerze, Nelke, Rainfarn oder Rose räuchern.

  • Traditionelle Verwendung

  • Melisse wir traditionell als Schutz vor negativen Energien geräuchert.

Anwendung als Heilmittel

Die Zitronenmelisse zählt zu ältesten Heilpflanzen, die schon Paracelsus als Lebenselixier betitelte, und gilt als Mittel gegen vielerlei Beschwerden. Besonders als Mittel zur Beruhigung des Nervensystems und der Verdauung sowie aufgrund ihrer antiseptischen Wirkung wird die Melisse hoch geschätzt. Daneben werden die Melissenblätter als Volksmedizin zur äußerlichen (als Bäder und Einreibungen) und innerlichen (als Tee) Anwendung bei den unterschiedlichsten Beschwerden als Medizin empfohlen, so u. a. bei Allergien, Angstzuständen, Appetitlosigkeit, Asthma, Blähungen, Blutergüssen, Erkältungskrankheiten wie Bronchitits und Grippe, Fieber, Gicht, Herpes, Herzbeschwerden (stärkt das Herz), Insektenstichen, Ischias, Kopfschmerzen/ Migräne, Magenbeschwerden (u. a. Magenkrämpfe, Sodbrennen), Menstruationsproblemen, Neuralgien, Ohrenschmerzen, Rheuma, Schlafstörungen, Unruhezuständen, Wechseljahresbeschwerden, Wunden oder Zahnschmerzen.

Häufig wird die Melisse in Form von Haustee getrunken.

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Übersicht von Kräutern zum Räuchern
 
Quellen:

  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 256f.
  • Fischer-Rizzi, Susanne: Himmlische Düfte. Aromatherapie. Anwendung wohlriechender Pflanzenessenzen und ihre Wirkung auf Körper und Seele; München ⁴1990, S. 112ff.
  • Kinkele, Thomas: Heimische Räucherpflanzen. Räucherduft und Ritual im Jahreslauf; Oberstdorf ²2012, S. 140f.
  • Wollner, Fred: Duftender Rauch für die Seele. Vom praktischen Umgang mit Räucherwerk; München 1998, S. 157.