Johanniskraut (hypericum perforatum)

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Was ist Johanniskraut?

Beim Johanniskraut (hypericum perforatum), auch Conradskraut, Elfenblut, Frauenkraut, Hartheu, Hergottsblut, Hergottskraut, Tausendlochkraut, Teufelsflucht oder Sonnwendkraut genannt, handelt es sich um eine Pflanze aus der gleichnamigen Familie der Johanniskrautgewächse (hypericaceae), die eine Höhe von bis zu einem Meter erreichen kann. Das Kraut gedeiht in Europa, Nordwestafrika sowie Nordasien, wo es hauptsächlich an sonnigen Plätzen zu finden ist. Die Pflanze ist an ihren goldgelben Blüten leicht zu erkennen. Vermutlich hat das Johanniskraut seinen Namen dem Johannistag zu verdanken, da es genau um diese Zeit der Sommersonnenwende in Blüte steht.

Kulturelle Bedeutung

Johanniskraut – Räucherpflanze

Bereits die Kelten verehrten das Johanniskraut als heilige Pflanze und nutzten es als Altarschmuck sowie in ihren religiösen Ritualen. Traditionell zählt die Pflanze zu den Sonnenwendkräutern und symbolisierte die eingefangene Kraft der Sonne.

Mit der Christianisierung wurde aus den Sonnwendfeiern der Johannistag und das Johanniskraut galt seither als Symbol für die Leiden Jesu (die löchrigen Blütenblätter wurden als fünf Wundmale Jesu gedeutet).

Das Kraut gilt seit alter Zeit als Schutzmittel vor bösen Geistern, Feuer, Unwetter (Blitzeinschlag etc.) und Zauberei. Dazu wurde es zum Fest der Sonnenwende als Kranz gebunden und über die Dächer von Häusern geworfen. Außerdem hingen Johanniskrautbüschel als Schutz früher oft auf Bauernhöfen in Häusern und Ställen. Von der Inquisition wurde Johanniskraut auch als „fuga daemonum“ bezeichnet und als Räuchermittel bei angeblichen Hexen eingesetzt. Die Beräucherung sollte die Macht des Teufels bei diesen Frauen brechen.

Johanniskraut räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Johanniskraut als Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Beim Räuchern verströmen die getrockneten Blüten und das Kraut einen warmen, würzig und krautigen Duft, der ein heuähnliche Note besitzt.

  • Wirkung

  • Der Rauch von Johanniskraut hat eine aufhellende, antidepressive, beruhigende und wärmende Wirkung auf das Gemüt.

  • Räuchermischung

  • In Räuchermischungen lässt sich Johanniskraut hervorragend mit anderen Räucherpflanzen wie Berberitze, Brennessel, Eibisch, Goldrute oder Huflattich räuchern.

  • Traditionelle Verwendung

  • Das Johanniskraut wurde und wird in unseren Breitengraden häufig in Reinigungsräucherungen eingesetzt. So zählt es auch zu den Räucherkräutern, die zur Reinigung von Haus und Hof in den Rauhnächten verwendet wird. Früher wurde das Kraut zudem für Liebesorakel geräuchert.

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Anwendung als Heilmittel

Bereits aus den ägyptischen Papyri, den babylonischen Keilschriften, der Bibel, als auch von den römischen und griechischen Schriftstellern, erhalten wir Auskunft über die Heilwirkung von Pflanzen wie dem Johanniskraut. In den letzten Jahrzehnten hat die Menschheit durch die zunehmende Forschung vor allem auf den Gebieten der Chemie, der Pharmazie und speziell der Aromatherapie, einen großen Wissenszuwachs bei natürlichen Heilmitteln erbracht. Das versetzt uns in die Lage, diese pflanzlichen Heilmittel effektiv zu kombinieren und einzusetzen.

Verwendung in der Volksmedizin

Die Volksmedizin kennt Johanniskraut seit langer Zeit als Heilpflanze zur äußeren und inneren Anwendung. Besonders wurde dem am Johannistag (24. Juni) gesammelten Kraut eine starke heilkräftige Wirkung nachgesagt. Schon die alten Griechen (u. a. Dioskurides) nutzten Johanniskraut bei unterschiedlichsten gesundheitlichen Beschwerden und der Gelehrte Paracelsus bezeichnete es als Universalmittel. Traditionell wurde das Kraut u. a. bei Depression, Hysterie oder Melancholie eingenommen.

Moderne Medizin

In der modernen Medizin hat sich das Johanniskraut in den letzten Jahren aufgrund seiner überschaubaren Nebenwirkungen zu einem der beliebtesten Mittel bei Depressionen entwickelt.

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Einreibungen zur Hautpflege und Seelenmassage

Johanniskraut hat eine gute Wirkung auf die Haut, weil es wie ein Brennglas die Lichtstrahlen auf der Haut sammelt und verstärkt und somit erwärmend wirkt. Diese erwärmende Wirkung wirkt sich auch auf unseren seelischen Zustand aus und so ist das Johanniskraut als ein natürliches Heilmittel gegen Depressionen bekannt geworden. Besonders gut lässt sich Johanniskraut in Form von Johanniskrautöl oder Balsam / Salbe anwenden, die eine stärkere Durchblutung der Muskulatur fördert und dabei gleichzeitig für eine körperliche und seelische Beruhigung sorgt. Folgende Heilwirkungen werden dem Johanniskraut als Einreibung nachgesagt:

  • beruhigende Wirkung: z. B. durch Herzmassage, steigert die Durchblutung und wirkt ausgleichend auf das Nervensystem
  • hilft gegen alle schmerzhaften Beschwerden, die mit dem Bewegungsapparat Zusammenhängen, so z.B. bei Rheuma, Hexenschuß oder Ischialgie, aber auch gegen Muskelkater
  • fördert die Durchblutung der Muskulatur und löst Muskelverspannungen und –verhärtungen sowie Verrenkungen
  • hilft bei Rückenschmerzen durch Einreiben der Wirbelsäule
  • gutes Mittel bei allen schmerzhaften Verletzungen, vor allem wenn das Nervensystem dabei beteiligt ist
  • hilft bei juckenden Hautausschlägen
  • hilft bei Erythemen, das sind entzündliche Hautrötungen
  • hilft bei Schuppenflechte (Psoriasis)
  • hilft bei Herpes und bei Gürtelrose (Herpes zoster)
  • hilft bei Akne und Seborrhoe
  • kann auch bei Brandwunden eingesetzt werden
  • hilft bei Blutergüssen, Quetschungen und Prellungen
  • hilft bei Neuralgien, besonders Gesichts
  • hilft bei allgemeiner Gliederschwäche
  • hilft bei Gicht
  • hilft bei Neuralgien insbesondere im Gesicht (Trigeminus-Nerv)
  • Besonders das Johanniskrautöl eignet sich als natürliches Erste-Hilfe-Mittel bei Wunden, weil Johanniskraut über eine hochgradig antibakterielle Wirkung verfügt, so z. B. auf Staphylococcus aureus. Aufgrund seiner antiseptischen Eigenschaften verhindert es fast immer eine Eiterung. Das Kraut wirkt zusammenziehend und fördert die Regeneration verletzter Hautgewebe. Dadurch kommt es zu einer narbenlosen Ausheilung von Wunden.

Weitere Verwendungszwecke

Außerdem wurde im Laufe der Geschichte auch folgenden Erkrankungen in Form von Tees, Tinkturen etc. benutzt:

  • Asthma
  • Durchfall
  • Gallen- & Leberbeschwerden
  • Geschwüre
  • Lungenkrankheiten, Husten usw.
  • Magenkrämpfe
  • Menstruationsbeschwerden
  • Nervenleiden
  • Ruhr
  • Wunden
Achtung! Bei der äußerlichen und innerlichen Einnahme von Johanniskraut gilt es zu beachten, dass die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöht wird und man in dieser Zeit entsprechend die Sonne meiden sollte.

Herstellung von Johanniskrautöl

Zur Gewinnung des rubinroten Johanniskrautöls werden die frischen Johanniskrautblüten Mitte bis Ende Juli in ein pflanzliches Basisöl, meist in Olivenöl eingelegt, gut verschlossen und etwa 3 Wochen zur Mazeration in die wärmende Sonne gestellt. Nach dem Abfiltrieren hat man dann das heilkräftige Öl, welches durch Zusatz von weiteren Ölen und Blütenwachsen, sowie dem bulgarischen Rosenöl, zur Salbe verarbeitet wird.

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Übersicht von Kräutern zum Räuchern

 

Quellen:

  • Fuchs, Christine: Räuchern – im Rhythmus des Jahreskreises. Die Kraft der Natur durch achtsam gestaltete Räucherrituale im Jahreslauf erfahren; Stuttgart 2015, S. 140.
  • Kinkele, Thomas: Heimische Räucherpflanzen : Räucherduft und Ritual im Jahreslauf / Thomas Kinkele ; Aitrang ³2016, S. 116.