Eisenkraut (verbena officinalis)

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Was ist Eisenkraut?

Eisenkraut – Räucherpflanze

Eisenkraut (verbena officinalis), das auch als Druidenkraut, Taubenkraut, Katzenblutkraut, Sagenkraut oder Wunschkraut bezeichnet wird, zählt zur Gattung der Verbenen (verbena) und gedeiht in ganz Europa. Diese unscheinbar in Erscheinung tretende krautige Heilpflanze kann zwischen ein bis zwei Meter groß werden und lässt sich häufig an Mauern, Wegrändern und Schuttplätzen finden. Den Ursprung seines Namens hat das Eisenkraut im indogermanische Wort „uer-b“ (heilige Rute) sowie im altkeltischen Wort „ferfain“ („Fer“ = Besen, Feger und „fain“ = Stein).

Kulturelle Bedeutung

Bereits in der Antike kam dem Eisenkraut eine wichtige Bedeutung als Zauber- und Räucherpflanze zu. Die Pflanze wurde hier häufig bei rituellen Handlungen verwendet. Im alten Ägypten galt das Eisenkraut als heilige Pflanze und war der Göttin Isis geweiht, weshalb es auch als „Träne der Isis“ bezeichnet wurde. Ebenso nutzten die Druiden der Kelten das Kraut als Zauberpflanze in ihren Ritualen (u.a. zur Weissagung) sowie als Altarkraut, das in Form von Eisenkrautwedeln zur Reinigung und Weihe der steinernen Altäre einsetzten. Auch die Römer weihten ihre Jupiteraltäre mit Hilfe von Eisenkrautwedeln. Außerdem galt bei ihnen das Kraut als Diplomaten- und Gesandtenkraut, weshalb es die römischen Gesandten bei sich tragen mussten, um damit Friedensverträge bei ihrer Besiegelung zu berühren.
Im Mittelalter wurde Eisenkraut von den Rittern in Form von Schutzamuletten getragen. Das Kraut gilt als Bestandteil für die Herstellung der berüchtigten Flugsalben der Hexen und zählte später bei den Rosenkreuzern zu den zwölf magischen Pflanzen (der Venus zugordnet).

Eisenkraut räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Eisenkraut als Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Beim Verbrennen verströmt das getrocknete Kraut einen recht frisch-würzigen und stark krautigen Duft, der etwas an herbstliches Laubfeuer und Ingwer erinnert.

  • Wirkung

  • Der Rauch von Eisenkraut hat eine beruhigende, klärende, reinigende und die Aufmerksamkeit fördernde Wirkung auf Körper und Geist.

  • Räuchermischungen

  • Eisenkraut eignet sich am Besten in Kombination mit anderen Räucherstoffen, insbesondere zusammen mit Harzen wie Copal, Elemi, Fichte, Muira Puama, Tolubalsam, Weihrauch, Yohimbe und Zeder.

  • Traditionelle Verwendung

  • Im Mittelalter wurde Eisenkraut von den Barden als ein die Zukunft vorraussagendes Räuchermittel vebrannt. Es war bis dahin ein wichtiger Bestandteil von Beschwörungszeremonien. In Wales wurden früher Büschel von Eisenkraut, das man dort „Gift für den Teufel“ nannte, als Schutzmittel in den Häusern aufgehangen oder geräuchert.

Anwendung als Heilmittel

Die Volksmedizin kennt das Eisenkraut ebenfalls schon seit dem Altertum. Bereits im alten Ägypten wurde Verbena aufgrund seiner anregenden Wirkung zur Unterstützung bei der Geburt in Form von Teeaufgüßen eingesetzt. Außerdem wurde es traditionell bei Rheuma, zur Harn- und Galleanregung sowie als Teekraut genutzt. Ebenfalls soll Eisenkraut bei Appetitlosigkeit, Durchfall und leichten Magenschmerzen helfen.

Heutzutage wird das Kraut aufgrund seiner Bitterstoffe und Iridoid-Glykoside häufig in Erkältungsmitteln verwendet. Zudem wird aus der Pflanze der Wirkstoff Verbenalin extrahiert, den die moderne Wissenschaft zur Anregung in der Schwangerschaft in Form von Öl einsetzt.

Die Homöopathie wendet Eisenkraut bei Nervenbeschwerden, Nieren- und Gallensteinen sowie bei Schlaflosigkeit an, wo es als Urtinktur verabreicht wird.

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Übersicht von Kräutern zum Räuchern
 
Quellen:

  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 240.
  • Fischer-Rizzi, Susanne: Das Buch vom Räuchern; Aarau (Schweiz) 2009, S. 43f.
  • Fischer-Rizzi, Susanne: Himmlische Düfte. Aromatherapie. Anwendung wohlriechender Pflanzenessenzen und ihre Wirkung auf Körper und Seele; München ⁴1990, S. 76ff.
  • Kinkele, Thomas: Heimische Räucherpflanzen. Räucherduft und Ritual im Jahreslauf; Oberstdorf ²2012, S. 92f.
  • Kinkele, Thomas: Räucherstoffe und Räucherrituale. Kraftvolle Rituale mit duftenden Pflanzenbotschaften. Das Handbuch für die Räucherpraxis; Aitrang ²2003, S. 92.
  • Rätsch, Christian: Räucherstoffe. Der Atem des Drachen; Aarau (Schweiz) 2009, S. 70f.