Beifuß (artemisia vulgaris)

Beifuß - Räucherwerk


Was ist Beifuß?

Der Beifuß (artemisia vulgaris) zählt zu den rund 200 Arten der Gattung Artemisia aus der zur Familie der Korbblütler (asteraceae). Sein Name geht auf die griechische Göttin Artemisia zurück, die traditionell als Göttin der Jagd sowie der Kräuterexperten galt. Die Pflanze kann eine Wuchshöhe von bis zu zwei Metern erreichen und gedeiht in Asien, Europa sowie in Nordamerika, wo sie sich zumeist an Straßen- und Wegrändern finden lässt.

Historische Bedeutung

Beifuss -Räucherpflanze

Beifuss -Räucherpflanze

Besonders den Germanen war der Beifuß heilig und der Göttin Brigit geweiht. Er galt ihnen als die mächtigste aller Pflanzen und hieß deshalb bei unseren Vorfahren auch „Machtwurz“, „Mugwurz“ (von mug = wärmen), „Frauenwurz“, Sonnwendgürtel, Johannisgürtel, Besenkraut, Dianakraut, Gänsekraut, Liebeskrautwurzel, Schoßkraut, Schoßwurz, Schutzkraut oder Weiber-Frauenkraut. Eine ebensolche Bedeutung hatte diese Pflanze auch bei den Kelten, die den Beifuß als „Bricumum“ (von keltisch briga oder brigo = Macht, Kraft) bezeichneten. In den meisten Kulturen war und ist der Beifuß eine Schamanenpflanze, die in vielen Ritualen und Zeremonien als Schutz- und Reinigungspflanze benutzt wurde. Archäologische Funde aus dem Irak belegen, dass er bereits seit etwa 70.000 Jahren verwendet wird (u.a. als Grabbeigabe). Beifuß öffnet die Seele für hohe, göttliche Schwingungen und wirkt reinigend und schützend. Aufgrund seines hohen Thujongehaltes (bis zu 70%) wird diese Pflanze auch als Wilder Wermut bezeichnet enthält. Heute wird der Beifuß zumeist den Unkräutern zugerechnet, was seiner Bedeutung als Heil- und Räucherpflanze nicht gerecht wird, denn einst galt er als „Mutter aller Kräuter“. Bei den Griechen war Beifuß der Göttin Artemis geweiht und ihm wurden weibliche Aspekte zugesprochen.


Beifuß räuchern – Nutzung als Räucherwerk

  • ▸ Räucherduft

  • Beifuß (Desert Sage) als Räucherwerk

    Beifuß (Desert Sage) als äucherwerk

    Beim Verbrennen von BeifußWerbung verbreitet dieser einen süßen, harzigen und warm-erdigen Duft, der über eine krautig-würzige Note verfügt.

  • ▸ Wirkung

  • Er wirkt entspannend und beruhigend auf die Nerven. Dabei gibt er neue Energie und stärkt die Lebenskraft. Ebenfalls soll das Verräuchern von Beifuß eine stark reinigende Wirkung haben und vor negativen Energien schützen. Als „Mutter der Kräuter“ hilft Beifuß bei der Aktivierung von heilenden Kräften.

  • ▸ Räuchermischungen

  • In Räuchermischungen lässt sich Beifuß hervorragend zusammen mit Copal, Salbei und anderen Räucherstoffen verbrennen.

  • ▸ Traditionelle Verwendung

  • Der Beifuß gehört zu den ältesten Räucherpflanzen in der menschlichen Kultur und verfügt als solche auch über eine bewusstseinserweiternde Wirkung. Bei den Germanen gehörte er zu den neun heiligen Kräutern, die Göttervater Odin den Menschen als Geschenk machte. Ebenfalls war das Kraut bei den Kelten Teil ihrer rituellen Räucherungen an Festen wie Samhain (31. Oktober / 1. November). Nach alter europäischer Tradition, die auf Rituale der germanischen Stämme zurückgeht, werden zur Sommer- und Wintersonnenwende (besonders in den zwölf Rauhnächten) auch bis in unsere Tage mit Hilfe von Beifuß sowie anderen getrockneten Kräutern Häuser und Ställe zur Reinigung von negativen Einflüssen / bösen Geistern ausgeräuchert. Die Menschen glaubten früher, dass der Teufel den Beifuß fürchte, weshalb er als Schutz- und Reinigungspflanze sehr beliebt war. Zudem galt er als die Fruchtbarkeit anregend, weshalb er in dafür vorgesehenen Zeremonien eingesetzt wurde. Hierzu wurden vor den Ritualen Kränze aus Beifuß geflochten, die Frauen dann zum Tanz ums Feuer als Gürtel um ihre Hüften trugen. Während sie übers Feuer sprangen, wurde der Rauch mit seiner anregenden Wirkung freigesetzt.

    Im Himalaya-Raum gilt Beifuß neben Wacholder als bedeutender Räucherstoff der dortigen Schamanen und wird entsprechend in ihren Ritualen eingesetzt.

  • Beifußarten zum Räuchern

  • Weiterführende Beiträge zu einzelnen Beifußarten, die sich gut zum Räuchern eignen:

Desert Sage - 100 Wildberry Incense Sticks by Wildberry
Das Buch vom Räuchern
Berk HS-623 Räucherwerk - Beifußkraut, 20 g

Exkurs: Desert Sage (Wüstenbeifuß)

Neben den alten Germanen fand Beifuß auch bei den Indianern als Räuchermittel Verwendung. So benutzen die nordamerikanischen Indianer die Beifuß-Art (artemisia tridentata, artemisia ludoviciana, artemisia mexicana) in ihren Ritualen zur Vertreiberung von bösen Geistern, zur Reinigung ihrer Zeremonieplätze von negativen Energien, für ihre Gebetsrituale sowie in der Schwitzhütten-Zeremonie. Dieser so genannte Präriebeifuß (auch als Estafiate, Indianerbeifuß, Desert Sage bzw. Wüstensalbei, Sagebrush, Kamaistra, Mexikanischer Wermut, Zapoteca bekannt) verfügt auch über psychoaktive Inhaltsstoffe. Beim Verräuchern verbreitet die Beifußart einen intensiven und feurigen Geruch. Dabei wird er nicht nur als Räuchermittel, sondern auch als ritueller Schmuck, als Wundheilmittel oder zum Einwickeln von heiligen Gegenständen (u.a. von Pfeifen) benutzt.

Im Handel können BeifußWerbung und andere Räucherstoffe u.a. in aufs Räuchern bzw. Räucherwerk spezialisierten Läden und Online-Shops käuflich erworben werden.


Anwendung in der Volksmedizin

Beifuss als Heilpflanze

Beifuss als Heilpflanze

Bereits in der Antike wurde Beifuß als Gewürzpflanze und als Heilkraut verwendet. Schon Dioskurides (1. Jhrdt. n. Chr.) benutzte benutzte diese Pflanze als Heilmittel gegen Darmwürmer. Den alten Chinesen dienten zusammengerollte Beifußblätter gegen Nasenbluten und in gepresster Form als MoxapflanzeWerbung (das Verräuchern auf bestimmten Reizpunkten des Körpers → Akupunkturpunkte). Der Rauch wird dabei als energetisches Heilmittel gesehen, das eine Wirkung auf das Meridiansystem des Körpers abgibt. Bei den Römern hingegen galten die Blätter des Beifuß als hervorragendes Mittel gegen Müdigkeit. Dazu legten sich letztere ein solches Blatt in ihre Sandalen (hier hat wahrscheinlich auch die deutsche Bezeichnung „Beifuß“ ihren Ursprung).

Traditionell fand das Kraut auch Verwendung gegen geschwollene Füße, indem diese in ein Fußbad mit frischen Blättern gestellt wurden. Ebenfalls kann Beifuß bei Schlafproblemen in Verbindung mit anderen Kräutern verräuchert werden.

Darüber hinaus hat der Beifuß eine den Appetit- und die Verdauung anregende Wirkung, hilft bei Krämpfen, Muskelkater, Magen-, Darm- und Menstruationsstörungen sowie Wechseljahresbeschwerden. Zudem verfügt er über eine stark antimykotische (antifungale) und antibakterielle Wirkung. Als Frauenkraut hilft es außerdem bei Pubertät und Geburten. Ebenso regt er die Galle an und fördert die Bildung von Magensäure.


Weitere Verwendungszwecke

Neben der Verwendung als Heil- und Räuchermittel, gibt es noch eine Vielzahl weiterer Einsatzmöglichkeiten von Beifußkraut:

  • Bei den Germanen diente das ätherische Öl von Beifuß zur Herstellung ihres Bockbiers, das über eine berauschende Wirkung verfügte.
  • Ebenfalls diente Beifuß bei den alten Germanen auch als Gewürz, was sich bis in unsere Tage im Würzen der Weihnachtsgans erhalten hat.
  • Die Griechen hingegen brühten aus dem Kraut einen aphrodisierenden Tee.
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Quellen:

  • Fischer-Rizzi, Susanne: Botschaft an den Himmel. Anwendung, Wirkung und Geschichten von duftendem Räucherwerk; München 1996, S. 61f.
  • Fuchs, Christine: Räuchern – im Rhythmus des Jahreskreises. Die Kraft der Natur durch achtsam gestaltete Räucherrituale im Jahreslauf erfahren; Stuttgart 2015, S. 129.
  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 230.
  • Kinkele, Thomas: Heimische Räucherpflanzen. Räucherduft und Ritual im Jahreslauf; Oberstdorf ²2012, S. 74f.
  • Kinkele, Thomas: Räucherstoffe und Räucherrituale. Kraftvolle Rituale mit duftenden Pflanzenbotschaften. Das Handbuch für die Räucherpraxis; Aitrang ²2003, S. 80.
  • Rätsch, Christian: Räucherstoffe. Der Atem des Drachen; Aarau (Schweiz) 2009, S. 47-49.
  • Wollner, Fred: Räucherwerk und Rituale. Die vergessene Kunst des Räucherns; Waltenhofen/Hegge 1992, S. 79.
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