Bärlapp (lycopodium clavatum)

Werbung

Was ist Bärlapp?

Bärlapp – Räucherpflanze

Bärlapp (lycopodium clavatum), auch als Bärenmoos, Drudenfuß, Drudenkraut, Erdschwefel, Goldkraut, Hexenmoos, Schlangenmoos, Waldstaub oder Wolfsfuß bezeichnet, ist eine immergrüne kriechende Pflanze aus der Familie der Bärlappgewächse (lycopodiaceae), die eine Wuchshöhe von bis zu 15 cm erreichen kann. Er gedeiht in ganz Europa sowie Westasien, wo er sich vorwiegend in der Heide, in Mooren sowie in lichten und trockenen lichten Nadelwäldern finden lässt.

Kulturelle Bedeutung

Bereits die Kelten verwendeten laut dem berühmten römischen Geschichtsschreiber Plinius Bärlapp und verehrten ihn als heilige Pflanze. In ihren Ritualen setzten sie Bärlapp u.a. zur Beschwörung des Feuers ein, indem sie die Sporenstaub in Feuer gaben, was eine Stichflamme erzeugte. Im Mittelalter wurde die Pflanze auch als „Hexenmehl“ bzw. „Blitzpulver“ betitelt, da die ins Feuer geblasenen Sporen mit leuchtenden Funken verbrennen. Bärlapp galt früher als Volksmittel gegen Unheil und zählt zu den ältesten Schamanenpflanzen. Der Name „Bärlapp“ hat seinen Ursprung im Bärenkult von Germanen und Kelten, wobei der zweite Worteil „Lapp“ sich vermutlich vom keltischen „llap“ ableitet, was sich mit Hand bzw. Bärentatze übersetzen lässt.
Im keltischen Westeuropa blieb das druidische Ritual bis in die Neuzeit erhalten. Bei den Bretonen heißt das grüne Kräutlein „Goldkraut“. Es darf nur von heiligen und reinen Menschen (saints gens) gesammelt werden. Auch sie müssen barfuss gehen, dürfen kein Eisen bei sich tragen und müssen das Kraut kniend pflücken. Alte Frauen tragen gegen Altersbeschwerden zur Sommersonnwendzeit einen Gürtel des heiligen Goldkrautes.

Bärlapp räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Bärlapp als Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Beim Räuchern verbreitet das getrocknete Kraut einen grasigen Duft.

  • Wirkung

  • Der Rauch von Bärlapp soll eine die geistige Wahrnehmung verändernde Wirkung auf den Menschen ausüben.

  • Räuchermischungen

  • In Räuchermischungen lässt sich Bärlapp hervorragend mit anderen Räucherstoffen wie u.a. Copal, Eisenkraut, Giftlattich, Sage, Sinicuiche oder Stachelmohn verräuchern.

  • Traditionelle Verwendung

  • Früher wurden die Sporen von Bärlapp zusammen mit Bilsenkraut, Sassafras, Stechapfel und Steppenraute geräuchert, um damit die Geister wohl zu stimmen. Bei einigen Indianerstämmen wurden Bärlappsporen zudem als Zaubertee getrunken.

Angebot Keramik Räucherstäbchenhalter Porzellan Räucherschale Asiatisch Räuchergefäß für Räucherwerk mit Ministänder und Deckel, Meditationsbedarf Räucherhalter für Räucherkegel Räucherspiralen

Anwendung als Heilmittel

In der Volksmedizin wird Bärlapp seit langer Zeit als Heilmittel in Form von Auflagen, Bädern, Tinkturen und Tees bei Ekzemen, Durchfall, Gallenbeschwerden, Gicht, chronischen Leberentzündungen, Magenkrämpfen, Ruhr, Wunden und Wurmbefall. Weitere Verwendung erfahren die Sporen zudem als Puder beim Wundliegen. Bärlapp wirkt harntreibend und fiebersenkend.

Der Stamm der Schwarzfußindianer nutzte Bärlappsporen zur Reinigung verschiedener Verletzungen sowie zur Stillung von Nasenbluten und Schnittwunden. Außerdem wird die Pflanze als Aphrodisiakum verwendet.

Die Homöopathie setzt die Bärlappsporen bei Erkrankungen der Atemorgane sowie von Geschlechts-, Harn- sowie Verdauungstrakt ein.

Vorsicht! Die gesamte Pflanze außer den Sporen gilt als giftig. Aber auch die Bärlappsporen sollten nicht unbedingt eingeatmet werden, da sie allergische Reaktionen hervorrufen können.

Weitere Verwendungszwecke

  • Die Sporen von Bärlapp wurden und werden auch beim Feuerwerk zur Erzeugung von pyrotechnischen Effekten wie Feuerbällen, Flammensäulen, Stichflammen etc. verwendet. Dabei gilt es zu beachten, dass die Sporen schnell Feuer fangen und wie Zunder (liegt am hohen Aluminiumgehalt) verbrennen, weshalb entsprechend Vorsicht geboten ist.
  • Ebenfalls werden die Sporen beim Restaurieren alter Gegenstände als feines Füllmittel sowie als Spachtelmasse benutzt.
Werbung

Übersicht von Kräutern zum Räuchern