Weihrauch-Harz (Olibanum)

Was ist Weihrauch?

Bei Weihrauch (botanischer Name: boswellia spp.), auch Weihrauch-Zeder genannt, handelt es sich um einen 7 bis 15 m hohen Baum, die in Südarabien, Nubien, Ägypten, Somalia, Sudan, Nordafrika, an den Küsten des Roten Meeres und am Golf von Aden beheimatet ist. Seine Bekanntheit verdankt der Weihrauchbaum seinem Harz, das die Römer Olibanum nannten und dessen Ernte schon Plinius der Ältere ausführlich beschrieb. Dieses Weihrauch-Harz wird mittels tiefer Einschnitte in das Holz bzw. die Rinde des Baumes gewonnen. Dabei fließt ein weißlich-milchiges Harz heraus, das zu goldgelben Tränen erstarrt und von den antiken Völkern als „Weinen“ der Bäume gedeutet wurde.

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Beim Erhitzen verströmt dieses Harz einen würzig-balsamischen Duft. Aus dem Harz der Weihrauchpflanze wird durch Wasserdampfdestillation die ätherische Essenz gewonnen. Der deutsche Name für das Olibanum-Harz ist „Weihrauch“ und kommt vom althochdeutschen Begriff „wîhrouch“, was sich mit „heiliges Räucherwerk“, „weihen“ oder „zu wîhen“ übersetzen lässt. Im Lateinischen heißt Weihrauch „olibanum“ „tus“, „thus“ oder „thuris“ und im Altgriechischen „τύος“ (thyos → Opfer, Räucherwerk) oder „libanotes“ („λιβανωτός“) bzw. auf das Harz allein bezogen „libanos“ („λίβανος“). Diese griechische Bezeichnung „libanotes“ bzw. „libanos“ leitet sich ihrerseits vom hebräischen „lebona“ und arabischen „luban“ ab, was in beiden Sprachen „Reinheit“ bedeutet. Somit steht Olibanum für Reinheit, was sich vermutlich nicht nur auf die Güte des Harzes bezieht, sondern auch auf seine reinigende Wirkung.

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Historische Bedeutung

Weihrauch (boswellia) – Olibanum

Das Weihrauch-Harz hat als Räucher- und Heilmittel eine uralte Tradition. Zuverlässige Quellen wie die altägyptischen Papyri oder die antiken Schriftsteller wie Herodot, Josephus und Plinius dienen dafür als eindeutige Belege. Im Alten Testament wurde Weihrauch 36 mal und im Neuen Testament 4 mal erwähnt.

Seit mindestens 4000 Jahren wurde das wohlduftende Olibanumharz, das nicht umsonst als „Duft des Himmels“ bezeichnet wurde, in Arabien und Somalia gewonnen und war im Altertum das begehrteste Räucherharz. Es wurde in großen Mengen über die berühmte Weihrauchstraße, wohl der wichtigste Handelsweg der Antike zwischen Ägypten und Indien, transportiert.

Die älteste schriftliche Quelle zur Verwendung von Weihrauch als Opfer an die Götter ist der berühmte Gilgamesch-Epos aus Babylon, der zu den ältesten mythologischen Schriften der Menschheit zählt. Dort steht folgendes geschrieben: „Ich, Utnapistim (der Urmensch, der die Menschheit, Tier- und Pflanzenwelt vor der Sintflut rettete) führte ein Räucheropfer aus auf dem Gipfel des Berges. Sieben (…) Gefäße stelle ich aus und schüttete in ihre Schalen Rohr, Zedernholz und Myrte. Die Götter rochen den süßen Duft …“.

Weihrauchstrauch im Oman (Kalksteingebirge bei Mughsail)

Dieses Harz galt für die Assyrer, Araber, Ägypter, Griechen, Hebräer und Römer als kultisch und ökonomisch wichtigster Räucherstoff. Die antiken Völker verbrannten das Harz, um ihren Göttern zu huldigen. So wurden u. a. im Baal-Tempel zu Babylon jährlich 20 Tonnen Weihrauch verbrannt. Bei den Ägyptern gab es unter Pharao Ramses III. (1196 – 1165 v. Chr.) sogar eigens für den Weihrauch-Einkauf zugeteilte Beamte, wobei die Farbe des Weihrauchs wechseln dürfe „zwischen Bernsteingelb und einem mondscheinblassen Jadegrün“. Zum Beispiel verbrannten die Ägypter Weihrauch vor der Mumifizierung eines Pharaos oder anderen hochgestellten Persönlichkeit, um so den Raum für diesen Akt zu heiligen (die Pharaonen wurden als Götter verehrt). Ebenso benutzten die Römer das Harz massenweise für ihre Triumphzüge (wenn die römischen Kaiser durch eine Stadt schritten) sowie für private Zwecke. Bei den ersten Christen war der Gebrauch von Weihrauch sehr umstritten. Der römische Geschichtsschreiber Tertullian (150 – 230 n.Chr.) berichtete, dass einige Christen, die man Thurificati nannte, Räucherungen vornahmen, aber deshalb aus der christlichen  Gemeinschaft ausgeschlossen wurden. Ab dem 5. Jh. n. Chr. gibt es Zeugnisse, welche die Beräucherung des Altares mit Weihrauch im Rauchfass vorschrieben. Diese Sinneswandlung war eingetreten, nachdem die christliche Religion durch Kaiser Konstantin im 3. Jh. n. Chr. zur Staatsreligion erhoben wurde. Theologisch wurde die Weihräucherung in der christlichen Kirche mit den Bibelstellen Lukas 1,8 und Offenbarung des Johannes 8,3 begründet (siehe Räucherstoffe der Bibel). Dieser Ritus des Weihräucherns wurde sowohl in der katholischen als auch in der Ostkirche bis heute bewahrt.

In Indien wurde Weihrauch vermutlich bereits vor ca. 4000 Jahren (noch vor Verfassung der Veden) als Mittel zur Reinigung des menschlichen Geistes eingesetzt, um so die Seele auf die spirituelle Vereinigung mit Gott (bzw. Brahma) vorzubereiten und schlechte Geister zu verjagen.

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Anbau und Ernte von Weihrauch

Seit vielen Jahrtausenden wird Weihrauch in bestimmten Gegenden auf der Welt kultiviert, die wir hier kurz vorstellen möchten.

Bild 1 & 2: Blühender Weihrauchbaum in Salalah (Oman); Bild 3: Weihauchstrauch mit Harztränen im Kalksteingebirge bei Mughsail (Oman)

  • Wo wächst Weihrauch eigentlich?

Die Weihrauchbäume und -sträucher wachsen und gedeihen nur in kalksteinhaltiger und extrem karger Erde von Trockengebieten in hauptsächlich folgenden Regionen: an den Küsten des Roten Meeres (Ägypten, Sudan, Saudi-Arabien), in den Ländern am Horn von Afrika (Äthiopien, Eritrea, Somalia), auf der arabischen Halbinsel (im Oman, Jemen) und auch in Indien. Als traditionelles Weihrauchland Nr. 1 steht heute besonders der Oman im Fokus der Öffentlichkeit.

  • Wie wird Weihrauch angebaut und geerntet?

Weihrauch kann nur in diesen trockenen und kargen Regionen gedeihen. Beerntet werden Bäume ab dem 4. Lebensjahr, wobei aller 3-5 Jahre eine Erntepause zur Regenerierung der Bäume eingelegt wird. Seit über 3000 Jahren wird die Ernte dort mittels der gleichen Technik vollzogen: Zuerst wird die Rinde der Boswellia-Bäume (nur die dicken Äste) mit Hilfe von speziell dafür vorgesehenen Schabemessern (auch Mangaf, Manqaf bzw. Mengaff genannt) eingeschnitten (ca. 5 cm lange und tiefe Schnitte), wodurch die Harzproduktion angeregt wird. In den darauffolgenden Wochen quillt immer wieder Harz (milchiger Wundsaft) aus diesen Einschnittwunden der Bäume. Wenn dieser Saft an der Luft getrocknet ist und zu den rot-weiß-gelblichen Körnern geworden ist, kann er durch Abschaben mehrmals abgerntet werden. Das Harz wird in Körben aus Palmenblättern (Zambeel) gesammelt. Die Erntezeit findet in den Monaten April bis Oktober statt, wobei ein Baum jährlich bis zu 20 kg Harz abwerfen kann. In früheren Zeiten war das Ernten des Weihrauchs allein sexuell enthaltsam lebenden Männern vorbehalten. Häufig sind die Weihrauchbäume seit vielen Generationen im Besitz einzelner Stämme und Großfamilien. Diese haben das Privileg erhalten den Weihrauch zu ernten.

  • Wo bekommt man Weihrauch zu kaufen?

Das Weihrauchharz kann heutzutage in vielen Läden und Onlineshops erworben werden.

► Wir haben eine Liste mit den bekanntesten Shops zusammengestellt: Liste mit Onlinshops zu Weihrauch und anderem Räucherwerk

Die Weihrauchstraße – Von Südarabien zum Mittelmeer …

In vielen Kulturen, Kulten und Religionen der damaligen Zeit kam Weihrauch eine große Bedeutung zu. Allerdings unterlag die Herkunft des Weihrauchs einer strengen Geheimhaltung und die Handelswege wurden hierzu überwacht. So war es lange Zeit ein Rätsel, woher der Weihrauch eigentlich kam. Nach Herodot (5. Jhrdt. v. Chr.), dem großen griechischen Historiker, wurden die sagenumwobenen Boswellia-Bäume sogar von geflügelten Schlangen bewacht. Als Hauptanbaugebiet in der Antike wird vor allem die omanische Region Dhofar (Grenzregion zum heutigen Jemen) angenommen, denn hier hatte die legendäre Weihrauchstraße ihren Ausgangspunkt. Einer der größten Handelsplätze für Weihrauch in unserer Zeit ist der Weihrauch-Souk in Salalah (Oman), der Hauptstadt der Weihrauchregion Dhofar.

► Mehr Informationen zur Weihrauchstraße finden sich in einem eigenen Beitrag zu diesem Thema: Die Weihrauchstraße

Aktuelle Entwicklung: Rückgang der Weihrauchwirtschaft

In den letzten Jahren ist ein Rückgang der Weltvorräte von Weihrauch zu verzeichnen, aufgrund von Faktoren wie Bränden, Überweidung und Befall der Bäume von Schädlingen (Bockkäfer). Dies hat jüngst eine Forschergruppe der Britischen Ökologischen Gesellschaft in einer Studie anhand von Untersuchungen des Wachstums und der Saatproduktion an über 6.000 Boswellia-Bäumen in Äthiopien festgestellt. Die Forscher prognostizieren demnach einen Rückgang der Weihrauch-Produktion von bis zu 90% in den nächsten 50 Jahren. Da stellt sich die Frage: Wird Weihrauch also langfristig wieder zu einem begehrten Handelsgut wie schon einmal in der Antike oder im Mittelalter?

Verschiedene Arten der Weihrauchpflanze


Insgesamt gibt es über 25 unterschiedliche Sorten von Weihrauch. Unter ihnen sind die am häufigsten vorkommenden entsprechend ihrer Herkunft benannt:

  • boswellia carterii Birdw. (auch Aden-Weihrauch, Bibel-Weihrauch, Somalischer Weihrauch oder Weisser Arand): Dieser Weihrauch gilt gemeinhin als die geruchsintensivste Sorte und wird vornehmlich in Somalia, im Iran und Irak kultiviert.
  • boswellia frereana Birdw. (Weihrauch zum Kauen, auch Elemi-Weihrauch genannt): Hierbei handelt es sich um eine sehr weiche Weihrauchsorte aus Somalia bzw. Jemen, die gern zum Kauen gebraucht wird.
  • boswellia sacra Flueck. (Arabischer Weihrauch): Diese Sorte wird in Südarabien (Dhofar-Gebirge) angebaut und ist der am weitesten verbreitete Weihrauch.
  • boswellia serrata Roxb. ex Colebr (synonym: boswellia glabra Roxb., boswellia thurifera): Diese Weihrauchsorte wird auch Indischer Weihrauch, Salakhi, Salai-Guggal, Lobhan oder Salla genannt. Er erfreut sich aufgrund seiner gesundheitsfördernden Wirkung besonders in der Naturheilkunde (Herstellung von Heilmitteln in der Ayurveda-Medizin) großer Beliebtheit. Indischer Weihrauch ist seit etwa 300 v. Chr. bekannt und wird seit vedischer Zeit als Mittel gegen schlechte Geister verräuchert. Im Sanskrit heißt er „Devadhupa“ (übersetzt: „Weihrauch der Götter“). Die Sorte gedeiht u. a. in Indien, Jordanien und Somalien.
  • boswellia bhaw-dajiana birdw.: Diese Art gedeiht vornehmlich an der Küste des Roten Meeres, in Südarabien (Hadramaut) sowie in Somalien
  • boswellia papyrifera (Del.) Hochst. (Weihrauch aus Äthiopien/ Eritreia): Diese Weihrauchart ist am Horn von Afrika und im Sudan zu Hause.
  • boswellia dalzielii Hutch. (Dalziels Weihrauch, Janawhi Weihrauch): Diese Sorte ist in Westafrika (u. a. Burkina Faso) beheimatet.
  • boswellia rivae Engl. (Weihrauch Qadhoon, Weihrauch Ogaden): Diese Art stammt u. a. aus Äthiopien (Osten) und Somalia.
  • boswellia nana hepper: Diese Sorte wächst auf der Insel Sokotra (liegt im Indischen Ozean und gehört zum Jemen).
  • boswellia ameero Balf.f.: Gedeiht ebenfalls auf der Insel Sokotra.
  • boswellia elongata Balf.f.: Diese Art wächst auch auf der Insel Sokotra.
  • boswellia socotrana: Ebenfalls auf der Insel Sokotra beheimatet.
  • boswellia ordorata Hutch.: Diese Art gedeiht in Westafrika.
  • boswellia neglecta S.Moore (Borena-Weihrauch, Schwarzer Weihrauch, Dakkara, Hancha): Diese Sorte stammt u. a. aus Äthiopien (Süden) und Kenia.

Weitere Boswellia-Arten, die weniger bekannt sind: b. boranensis Engl., b. bricchettii (Chiov.) Chiov., b. bullata Thulin, b. chariensis Guillaumin, b. dioscoridis Thulin, b. elegans Engl., b. globosa Thulin, b. hildebrandtii Engl., b. holstii Engl., b. madagascariensis Capuron, b. microphylla Chiov., b. multifoliolata Engl., b. ogadensis Vollesen, b. ovalifoliolata N.P.Balakr. & A.N.Henry, b. pirottae Chiov., b. popoviana Hepper und b. ruspoliana Engl.

Als Stammpflanzen von Weihrauch gelten gemeinhin boswellia carteri, boswellia frereana sowie boswellia sacra.

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Zudem wird zwischen Aromaweihrauch und Kauweihrauch unterschieden: Kauweihrauch wird aufgrund seiner kaugummiartigen Konsistenz und desinfizierenden Wirkung hauptsächlich für die medizinische Anwendung (wird z. B. bei Erkältungen wie Kaugummi gekaut) genutzt. Er stammt von der somalischen Weihrauchart boswellia frereana gewonnen und verbreitet beim Räuchern einen fruchtig-sanften Duft. Als Aromaweihrauch wird Weihrauch bezeichnet, der mit ätherischen Ölen und Fruchtstücken (z. B. Orange, Vanille oder Sandelholz) versetzt ist.

Weihrauch räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Korb mit Weihrauchharz

  • Räucherduft

  • Die Rauchschwaden der unterschiedlichen Weihrauch-Sorten verbreiten beim Verbrennen alle einen würzig-balsamischen Duft, der unterschiedlich ausgeprägt und mit einigen Nuancen versehen ist.

  • Wirkung

  • Der Rauch, der beim Verbrennen des Harzes freigesetzt wird, hat eine reinigende und erhebende Wirkung auf das menschliche Gemüt.

  • Räuchermischungen

  • In Räuchermischungen wird Weihrauch zumeist mit und anderen Harzen, Hölzern und Kräutern gemischt. Am häufigsten wird er jedoch in Kombination mit Myrrhe verbrannt, da sich diese zwei Harze perfekt ergänzen: Myrrhe verfügt über erdende Duft-Eigenschaften, wohingegen Weihrauch einen erhebenden sowie fast schon transzendenten Charakter hat.

  • Traditionelle Verwendung

  • Weihrauchharz ist der bekannteste und beliebteste Räucherstoff seit der Antike. Er war Bestandteil des biblischen Räucherwerks (Exodus 30,34) und des altägyptischen Kyphi (Papyrus Ebers) und der wichtigste Räucherstoff der katholischen Kirche. Der liturgische Weihrauch der katholischen Kirche besteht aus einem Gemisch von 1 Teil Styrax, 4 Teilen Benzoe-Harz und 10 Teilen Olibanumharz (Tucker 1986; 427).

    In Arabien war es üblich den Körper, vor allem bei Frauen, mit Olibanum-Räucherungen zu parfümieren. Das diente vor allem zur Gesunderhaltung und um einen guten Körpergeruch zu besitzen. In der traditionellen chinesischen Medizin wird der Rauch oder das ätherische Öl bei Husten inhaliert. Schon früh wurde dem Olibanum bzw. dem Kirchenweihrauch eine berauschende Wirkung zugesprochen: In diesem Zusammenhang wurde es bereits im Osmanischen Reich und in Arabien, oft in Verbindung mit Opium, geräuchert oder geraucht (vgl. Rätsch 2009; 124). Die Sufis (arabische Mystiker) halten Weihrauch für „ein sehr machtvolles Reinigungsmittel für die Aura und die psychischen Ebenen“ (Moinuddin 1984; 159).

Anleitung zum Räuchern von Weihrauch als Video

Verbrennen von Weihrauch auf Räucherkohle (Holzkohle).

Weihrauchsorten / Verschiedene Qualitäten

Bei den unterschiedlichen Weihraucharten sowie innerhalb der Art, die weltweit verbreitet sind, gibt es hinsichtlich der Qualität unterschiedliche Abstufungen. Einige Sorten verfügen über einen exzellenten Duft, andere riechen nicht so gut. Wir möchten Ihnen hier einen kleinen Überblick geben.

  • Allgemeine Qualitätsmerkmale

Die Qualität einer Weihrauchsorte lässt sich anhand einiger Kriterien etwas näher bestimmen, wobei diese Merkmale nicht immer eindeutig zutreffen:

  • Ätherische Öle: Ein höherer Anteil an feinen ätherischer Öle sorgt für einen intensiveren Duft beim Verräuchern.
  • Brennbarkeit: Alle Harze, die beim Verbrennen gut schmelzen und keine Rückstände hinterlassen, haben eine höhere Qualität als jene mit Kohlerückständen.
  • Reinheit / Transparenz: Umso klarer die Harzstücke sind (wenige bis keine Einschlüsse wie Holzteile, Schmutz etc.), desto höher ist die Duftqualität. Dabei wird das Harz zumeist händisch von Verschmutzungen, Holzsplittern etc. befreit und mehrfach gesiebt, bevor es in den Handel geht. Qualitativ hochwertiger Weihrauch hat zudem nur einen sehr geringen Staubanteil.
  • Größe der Harzstücke: Den größeren Stücken wird im Handel gemeinhin eine höhere Qualität zugeschrieben, wobei zwischen folgenden Größenbezeichnungen unterschieden wird: Stücke bzw. Brocken (1-5cm), Erbsen (4-9mm), Granen (1-4mm) und Pulver. Die beste Qualität haben meist die Erbsen (rundliche Tropfen ohne Kanten), wobei auch der Grundsatz gilt: Umso größer die Harzstücke sind, desto besser soll die Qualität sein.
  • Farbe: In der Regel gilt helleres Harz als hochwertiger und dunkleres als von minderwertiger Qualität, was aber auch abhängig von der jeweiligen Sorte (Stammpflanze) variieren kann.
  • Kaubarkeit: Je elastischer die Konsistenz beim Kauen, desto besser ist die Qualität des Harzes. Je spröder die Konsistenz, desto schlechter ist die Harzqualität.
  • Zeitpunkt der Ernte: Ebenfalls hat der Erntezeitpunkt eine Auswirkung auf die Qualität des Weihrauchs. Während das Harz in der gesamten Erntezeit 3-4 Monate lang ununterbrochen aus den Bäumen fließt, ist nicht jeder Zeitpunkt optimal. So hat die erste Ernte (teilweise auch noch die zweite) häufig eine weniger gute Qualität, da sie noch über Schlacken des Baumes verfügt. Früher haben die Araber dieses Harz aus dem ersten Erntedrittel sogar weggeworfen, da es für sie zu minderwertig war. Mittlerweile werden diese weniger guten Qualitäten aber ins Ausland exportiert, während die höherwertigen Harzqualitäten von der letzten Ernte für den Eigenbedarf in den arabischen Ländern selbst verbleiben. Als bester Zeitpunkt für die Ernte gilt der Höhepunkt des Sommers, da hier das Duftaroma am ausgeprägtesten ist.
  • Grundsätzlich kann gesagt werden: Je besser die Qualität des Harzes ist, umso höher ist auch der Preis im Handel.

  • Welcher Weihrauch ist der Beste?

Als bester Weihrauch der Welt gilt das Olibanumharz aus dem Sultanat Oman. Es ist zugleich auch die teuerste Sorte. Auf Platz zwei im Weihrauch-Ranking steht der Aden-Weihrauch, gefolgt vom Maidi-Weihrauch, Olibanum eritrea und dem Indischen Weihrauch. Die beiden letzteren Sorten liegen hinsichtlich ihres Duftniveaus etwa gleichauf. Alle Arten eignen sich hervorragend zum Räuchern. Für gesundheitliche Aspekte werden hauptsächlich die besseren Qualitäten von Oman-Weihrauch sowie der Indische Weihrauch empfohlen.

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  • Platz 1: Oman-Weihrauch

    boswellia-sacra

    Synonyme: Arabischer Weihrauch, grüner Weihrauch, Weihrauch Luban
    Stammpflanze: boswellia sacra
    Duftnote: aromatisch, balsamisch, würzig, zitronig, balsamisch, leicht minzige Note
    Herkunft: Oman (Dhofar-Gebirge)
    Farbe: Je nach Qualität transparent, grün, weißlich-hellgelb bis goldgelb.
    Besonderheit: Weihrauch aus dem Oman verfügt über einen sehr hohen Gehalt an ätherischen Ölen, weshalb er sehr intensiv riecht.
    Qualitätsstufen: Als beste Qualität dieser Sorte gilt „Al Hojari“ * bzw. „Hougari“ (benannt nach der gleichnamigen Region), den es im Handel in 3 bis 4 Qualitätsgraden (1. Royal → grün, 2. Superior → weiß und Fusoos/ Fuso → bräunlich, amberfarben und 3. Regular) gibt. Al Hojari ist in seiner höchsten Qualität („Royal“) aufgrund der spärlichen Ernte und hohen Nachfrage bei uns im Westen nur in sehr geringen Mengen erhältlich. Die höchste Qualität, die an ihrer grünen Farbe zu erkennen ist, wird im Arabischen Raum fast vollständig für den Eigenbedarf aufgekauft (größtenteils durch den Sultan selbst). Weitere Qualitäten des Oman-Weihrauchs (je nach ihrer Herkunftsregion benannt sind) sind: Al Najdi bzw. Al Nejdi (Farbe: gelb bis goldgelb), Al Shazri (Farbe: bernstein bis rötlichbraun), Al Sha abi (Farbe: rötlichbraun) und Al Saaf. Schließlich gibt es noch die Qualität Duqat al Luban (niedrige Qualität). Während Al Hojari auch als Kauweihrauch bzw. natürlicher Kaugummi (weißfarbene Harzstücke) sowie für medizinische Zwecke (amberfarbene Harzstücke) eingesetzt wird, werden die anderen Qualitäten lediglich zum Räuchern verwendet und verfügen über ein weniger feines Duftaroma. Eine weitere beliebte Qualität von boswellia sacra aus Somaliand heißt Moxor bzw. Mohori (Farbe: hell bis dunkel) und verströmt beim Räuchern ein frisches intensiv-balsamisches Aroma.
  • Platz 2: Aden-Weihrauch

    boswellia carterri

    Synonyme: Beyo-Weihrauch, Bibel-Weihrauch, Somalischer Weihrauch *, Weisser Arand
    Botanische Bezeichnung: boswellia carterii
    Duftnote: süß, würzig, frisch-zitronig, aromatisch, balsamisch
    Herkunft: Iran, Irak, Jemen, Somalia
    Farbe: helle, leicht gelbe bis beige Färbung
    Besonderheit: Dieser Weihrauch gilt gemeinhin als die geruchsintensivste Sorte und verströmt einen stark harzigen Duft, weil diese über den höchsten Gehalt an α-Pinen verfügt.
    Qualitätsstufen: Aden-Weihrauch gibt es ebenfalls in mehreren Qualitäten.
  • Platz 3: Maidi Weihrauch

    boswellia frereana

    Synonyme: Elemi-Weihrauch, Maydi, Yagcar, Yagar, Luban Lami
    Botanische Bezeichnung: boswellia frereana
    Duftnote: intensiv, balsamisch-zitronig
    Herkunft: Nordost-Somalia (hauptsächlich die Hochebenen der Region Sanaag)
    Aussehen: orange bis weiß-gelbliche Färbung
    Besonderheit: Diese Weihrauchsorte ist recht weich und wird deshalb in Arabien gerne als Kaugummi verwendet.
    Qualitätsstufen: Weihrauch Maidi * wird in bis zu 8 Qualitäten eingeteilt. Die höchste Qualitätsstufe (Farbe: orange, hell bis fast weiß) verfügt über eine große Körnung und ist ebenfalls eine seltene Rarität und heißt Mushaad bzw. Mushaat (auch Somalia I oder Königsweihrauch). Eine weitere sehr hohe Qualität von mittlerer Körnung ist Mujarwal (Farbe: orange, hell bis fast weiß). Mittlere Qualitäten sind u. a. Fas Saqiir (Farbe: hell, orange bis fast weiß) und Fas Kabiir (Farbe: hell, gelblich bis dunkel-orange), die eine kleine Körnung haben.
  • Platz 4: Olibanum eritrea

    boswellia-papyrifera

    Synonyme: Weihrauch Eritrea *, Weihrauch Äthiopien
    Botanische Bezeichnung: boswellia papyrifera, amyris papyrifera
    Duftnote: süß, honigartig, würzig
    Herkunft: Äthiopien, Eritrea, Sudan
    Farbe: gelb-gold bis bernsteinfarben-bräunliche Färbung
    Besonderheit: Diese Weihrauchart wird häufig zur Destillation von Weihrauchölen eingesetzt.
    Qualitätsstufen: Auch diese Sorte gibt es in unterschiedlichen Qualitäten.
  • Platz 5: Indischer Weihrauch

    boswellia-serrata

    Synonyme: Lobhan, Loban, Luban, Salai Guggal, Sallaki, Salakhi, Salaki
    Botanische Bezeichnung: boswellia serrata
    Duftnote: süß, warm
    Herkunft: West- und Zentral-Indien
    Farbe: bernsteinfarben, braun, grau
    Besonderheit: Der indische Weihrauch * wird schon seit Jahrtausenden in der indischen Ayurveda-Medizin als Heilmittel eingesetzt und findet auch in der modernen Medizin aufgrund des hohen Gehalts an heilkräftigen Boswelliasäuren (Acetyl-11-Keto-b) Verwendung in vielen Weihrauchpräparaten wie Tabletten, Kapseln, Cremes, Lotionen, Gels, Öle etc.
    Qualitätsstufen: Auch diese Weihrauchsorte kennt unterschiedliche Qualitätsgrade, wobei auch hier die helleren Harzstücke zumeist auf eine höhere Qualität schließen lassen.

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Darüberhinaus gibt es noch weitere Weihrauchsorten, die im Handel erhältlich sind:

  • Dalziels Weihrauch, Janawhi Weihrauch (boswellia dalzielii): frischer, leicht zitroniger Duft
  • Weihrauch Qadhoon, Weihrauch Ogaden (boswellia rivae): erdig, feiner, süßlich, leicht scharfer Duft
  • Schwarzer Weihrauch, Dakkara, Hancha bzw. Kenia-Weihrauch (boswellia neglecta: erdig, süßlich und kampferartiger Duft


Fotos von links nach rechts: boswellia dalzielii, boswellia rivae und boswellia neglecta.

Ist Weihrauch ein Rauschmittel?

Lange Zeit wurde vermutet, dass beim Verbrennen von Weihrauch durch die Reaktion von zwei chemischen Inhaltsstoffen (Olivetol & Verbenol) der Cannabis-Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) entsteht. Allerdings konnte diese These wissenschaftlich nicht bestätigt werden. Im Gegenteil: Laut einer Studie des Pharmazeutischen Instituts der Universität Basel, die den Rauch umfangreich untersucht hat, konnten keine Cannabinol-Derivate gefunden werden. Dennoch hält sich das hartnäckige Gerücht, dass Weihrauch bei Ministranten, Klerikern und anderen Personen, die häufig mit dem Verbrennen von Olibanum-Harz zu tun haben, suchtartige Zustände hervorgerufen werden. Nach Christian Rätsch besteht die Möglichkeit, dass für eine berauschende Wirkung von Olibanum auch eine der in der Studie nicht untersuchten Boswellia-Arten (es gibt immerhin 25 verschiedene Arten) oder aber andere ebenfalls nicht untersuchte psychotrope Stoffe verantwortlich sein könnten.

Medizinische Bedeutung

In der Medizin erfreut sich Weihrauch bereits seit langer Zeit in den unterschiedlichen Kulturen seiner Anwendung.

  • Weihrauch in der Volksmedizin

Gummi olibanum aus Äthiopien

Ebenfalls hielt die Verwendung von Weihrauch in die abendländische Medizin Einzug. Bereits im antiken Griechenland wurde Weihrauch als Heilmittel verwendet, wovon sich in den hippokratischen Schriften Belege finden. Zudem desinfizierte man mit dem Räuchern von Weihrauch Wohnräume, Krankenlager und heilte Kranke. In der Volksheilkunde des Mittelalters war es dann die heilige Hildegard von Bingen, welche das Harz bei Schwerhörigkeit und Tinnitus benutzte. Außerdem kam dem Weihrauch auch in der Krankenpflege und zur Bekämpfung der Pest mit dem beginnenden Mittelalter eine erhebliche Bedeutung zu, da man damals glaubte durch das Räuchern die üblen Pest-Dünste vertreiben zu können, die man für die Verbreitung dieser Seuche verantwortlich machte.

In Indien findet der Weihrauch bereits seit über 3000 Jahren in der Ayurveda-Medizin Verwendung (z. B. bei Durchfall, Fieber, Epilepsie, Lungenentzündung, Magenschmerzen, Skorpionsstich oder Zahnschmerzen).

Auch in den arabischen Ländern ist der Weihrauch als Heilmittel bekannt. Im Oman wird beispielsweise die beste Qualität des Holjari-Weihrauchs bei Magen- und Darmbeschwerden in Form von Weihrauchwasser (das Harz wird für mehrere Stunden in Wasser gelegt) eingenommen.

Ebenfalls zählte Sebastian Kneipp den Weihrauch zu den Heilmitteln. So empfahl er die tägliche Einnahme weißer Weihrauchkörner bei verschiedenen Beschwerden.

  • Erforschung von Weihrauch in der modernen Medizin

Weihrauch-Kapseln für die innere Einnahme

Weihrauchpräparate als Heilmittel in Form von ätherischem Weihrauchöl, Weihrauchpulver, Weihrauchelixier, Weihrauchsalbe * oder natürlich dem klassischen Weihrauchharz sind in den letzten Jahren wieder ganz aktuell geworden: Weihrauch-Extrakte des Indischen Weihrauchs (boswellia serrata) werden heutzutage zudem mit Erfolg bei (chronischen) Entzündungen aller Art (u. a. Atemwegserkrankungen, Arthritis, Ischias, Muskel- und Gelenkschmerzen oder Rheuma) eingesetzt. Diese Präparate, bekannt als H15 und Sallaki, wurden hinsichtlich Ihrer Wirksamkeit inzwischen auch durch Studien in Deutschland untersucht. Prof. Hermann Ammon, ein Pharmakologe der Tübinger Universität, hat bei entzündlichen Prozessen wie Rheuma, Arthritis, Asthma, Darmerkrankungen und anderen Krankheiten, eine gute Heilwirkung nachweisen können. Teilweise konnte die bisher notwendige hochdosierte Cortisonbehandlung reduziert oder ganz eingestellt werden, wenn eine entsprechende Therapie mit den genannten Weihrauch-Extrakten erfolgte. Die Weihrauchbehandlung stellt eine sanfte Behandlungsmethode ohne die bekannten Nebenwirkungen durch Cortison dar. Bei seinen Forschungen analysierte Ammon den Indischen Weihrauch, wobei er die die pentazyklischen Triterpensäuren bzw. Boswelliasäuren (Acetyl-11-Keto-b) als wirksame Substanzen identifizierte, die nur in Weihrauchharzen nachgewiesen werden konnten und die für eine entzündungshemmende Wirkung sorgen.
Selbst bei Multipler Sklerose (MS) kann Weihrauch helfen: Wie eine Studie am Institut für Neuroimmunologie und Klinische Multiple-Sklerose-Forschung in Hamburg belegt hat, konnte die Zahl der Nevenschäden bei den Probanden mit Hilfe von Weihrauchkapseln um knapp 60% reduziert werden, wobei auch die jährliche Rate neuer Krankheitsschübe von 0,94 auf 0,32 zurückging. Hierfür sind die ebenfalls im Weihrauch enthaltenen Boswelliasäuren verantwortlich, welche eine entzündungshemmende Wirkung haben.
In verschiedenen Studien untersuchte zudem Prof. Dr. Oliver Werz von der Universität Jena das Harz daraufhin, welche Enzyme sich an diese Boswelliasäuren binden. Dabei fiel ihm auf, dass besonders jenes Enzym, welches für die Synthese von Prostaglandin E2 verwantwortlich ist, mit den Boswelliasäuren interagiert. Prostaglandin E2 spielt im Entzündungsprozess eine entscheidende Rolle. Dank der Boswelliasäuren wird das Enzym jedoch gehemmt, wodurch sich die Entzündungsreaktion verringert. Zudem hemmen die Boswelliasäuren auch das Enzym 5-Lipoxygenase, welches für die Bildung von Leukotrienen verantwortlich ist (bei Entzündungen freigesetzte Botenstoffe). Bei der Erfoschung von Weihrauch arbeiten die Universitäten Jena und Saarland in einem Bundesforschungsprojekt eng mit der Firma AureliaSan GmbH aus Bisingen zusammen.

  • Weihrauch als Antikrebsmittel?

Einigen Studien zufolge hat Weihrauch (ätherisches Weihrauch-Öl) auch eine positive Wirkung als Mittel in der Krebstherapie: Dabei wirkt er einerseits auf die Tumorzellen selbst ein (wurde bei Blasenkrebs und Brustkrebs untersucht) und hilft Schmerzen sowie Entzündungen, die durch Nebenwirkungen der Therapie (Folgen von Chemotherapie und Bestrahlung) entstehen, zu reduzieren. Andererseits lässt er sich in der Krebsprävention verwenden, weil er gesunde Zellen schützt. Weihrauch stärkt das Immunsystem und fördert das hormonelle Gleichgewicht. Aus diesem Grund wird Weihrauch (boswellia serrata, boswellia sacra) verstärkt in der traditionellen Krebsbehandlung (besonders bei Hirntumoren) eingesetzt.

  • Anwendungsmöglichkeiten von Weihrauchpräparaten


Bei folgenden Krankheiten bzw. gesundheitlichen Beschwerden findet Weihrauch als Heilmittel Anwendung und verschafft Linderung der Beschwerden:

  • Asthma bronchiale (Die Linderung der Schwere und Häufigkeit von Asthmaanfällen ist wissenschaftlich belegt.)
  • Arthritis (chronische Polyarthritis)
  • Autoimmunerkrankungen (wirkt präventiv)
  • Depressive Verstimmungen
  • Darmerkrankungen (chronische Entzündungen)
  • Fieber
  • Erkältungskrankheiten
  • Grippe
  • Halsschmerzen
  • Husten
  • Juckreiz, Ekzeme, Psoriasis (Schuppenflechte) und andere Hautkrankheiten
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Weihrauch hilft bei Atherosklerose, einer chronischen Erkrankung der Arterien (Verkalkung, Beeinträchtigung des Blutflusses bzw. der Versorgung lebenswichtiger Organe mit Sauerstoff).
  • Husten und Bronchitis
  • Insektenstiche
  • Ischias
  • Kopfschmerzen
  • Menstruationsbeschwerden
  • Multiple Sklerose
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Rheuma
  • Schlaflosigkeit
  • Sonnenbrand
  • Verdauungsprobleme / Krämpfe
  • Wunden und Abschürfungen
  • Zahnfleischentzündungen und Mundgeruch
  • Zellulitis
  • Zerrungen, Verstauchungen und Sportverletzungen
Achtung! In seltenen Fällen können bei der Verwendung von Weihrauchprodukten Nebenwirkungen wie allergische Reaktionen oder Magen-Darm-Beschwerden (bei innerer Einnahme) auftreten. Zudem sollten alle hier genannten Weihrauchprodukte nur ergänzend und mit Absprache des Arztes zu den erwähnten Erkrankungen eingenommen werden.
  • Kauweihrauch

Bereits seit einigen Jahrtausenden wird Weihrauch im Orient und in Westafrika, Somalia, Eriträa, Äthiopien ähnlich wie Kaugummi gekaut. Besonders Arabischer Weihrauch * bzw. Weihrauch Luban (boswellia sacra) und Somalischer Weihrauch (boswellia frereana) werden hierzu traditionell verwendet. Solcher Kauweihrauch ist nicht nur ein gutes Mittel gegen Mundgeruch, sondern soll auch das Gedächtnis verbessern helfen.

Tipp! Gute Qualitäten von Kauweihrauch erkennt man an ihrer Elastizität beim Kauen (zerfällt nicht in kleine Teile) sowie am bitteren Aroma.
  • Weihrauchpulver & Weihrauchextrakt

Neben dem Weihrauchpulver, bei dem es sich um die pulverisierte Form des getrockneten Harzes handelt, gibt es auch Weihrauchextrakt * im Handel zu kaufen. Diese Produkte werden für die innerliche Einnahme u. a. bei Magen- und Darmerkrankungen, Erkältungskrankheiten, Grippe, Harnwegsbeschwerden, Arthrose, Rheuma und anderen Gelenkproblemen empfohlen. Sowohl das pulverisierte Harz als auch das Extrakt ist in Form von Weihrauchtabletten oder Weihrauchkapseln im Handel erhältlich. Extrakte sind aufgrund des unterschiedlichen Gehalts an Inhaltsstoffen in der Regel auf Boswelliasäure standardisiert.

Wie wird Weihrauch eingenommen?
Es gibt sowohl rezeptpflichtige Weihrauchpräparate (Extrakte) sowie Weihrauch als Nahrungsergänzungsmittel. Diese werden in den meisten Fällen in Form von Tabletten oder Kapseln zu den Mahlzeiten eingenommen. Angaben zur genauen Dosierung sowie Hinweise zu Nebenwirkungen können sie dem Beipackzettel des jeweiligen Herstellers dieser Präparate entnehmen.
  • Weihrauchessenz (Weihrauchauszug) & Weihrauchelexier

Bei der Weihrauchessenz handelt es sich um einen mittels Öl (am Besten Olivenöl) vorgenommenen Auszug der Wirkstoffe des Weihrauchharzes (ähnlich wie Pflanzen- bzw. Kräuterauszug) durch das kalte oder heiße Extraktionsverfahren. Der Duft der Weihrauchessenz wirkt gedankenvertiefend, wärmend, schleimlösend, wundheilend und besänftigend auf das Gemüt.
Ähnlich ist zur Weihrauchessenz ist auch das Weihrauchelexier, nur das beim Elexier Alkohol (hier eignet sich besonders 90%iger Äthylalkohol) statt Öl zum Herausziehen der Wirkstoffe aus dem Harz verwendet wird.

Wie stelle ich eine Weihrauchessenz oder Weihrauchelexier selbst her?
Eine Weihrauchessenz kann durch Kaltextraktion (Heißextraktion geht ebenfalls) einfach selbst hergestellt werden: Dazu wird ein sterilisiertes Glas mit Weihrauch befüllt. Danach wird Olivenöl auf den Weihrauch gegossen, bis dieser bedeckt ist, das Gefäß verschlossen und für etwa einen Monat an einen sonnigen und warmen Platz gestellt. In dieser Zeit sollte das Glas regelmäßig geschüttelt werden. Anschließend wird das Öl herausgefiltert und in einer dunkle, luftdicht verschließbare Flasche abgefüllt.
  • Ätherisches Weihrauchöl

Aus Weihrauch wird mittels Wasserdampfdestillation auch Harzöl gewonnen, das heute einen weit verbreiteteten Einsatz in der Aromatherapie findet. Basis für das Weihrauchöl * ist entweder auch hier der Indische Weihrauch (boswellia serrata) oder die guten Qualitäten von Oman-Weihrauch (boswellia sacra). Solches Öl kann aufgrund seiner beruhigenden und stimmungsaufhellenden Wirkungen u. a. als ergänzendes Mittel in der Psychotherapie zur Behandlung von Depressionen oder Burn-Out-Symptomen eingesetzt werden (Weihrauchöl mittels einer Duftlampe verdampfen lassen). Ebenfalls können entspannende Weihrauchbäder mit diesem Ölvgemacht werden und es dient als hervorragendes Körper- bzw. Massageöl, denn es fördert die Durchblutung und schenkt Linderung bei Gelenk- und Muskelschmerzen. Schließlich können auch hervorragend Erkältungskrankheiten behandelt werden:

Anwendung bei Atemwegserkrankungen:

Das Weihrauchöl eignet sich zur Inhalation bei Kurzatmigkeit, Bronchitis, Lungenleiden und bei Kehlkopf- und Stirnhöhlenkatarrh.

Zur Behandlung der Atemwegserkrankungen reicht die Duftlampe nicht aus, denn eine Inhalation ist hier besser und wirkungsvoller. Dazu füllt man in eine Schüssel mindestens 5 Liter kochendes Wasser und gibt 5 bis 8 Tropfen des Weihrauchöls hinein. Die Inhalation unter einem Tuch sollte mit geschlossenen Augen und mindestens 10 Minuten erfolgen.

Bei Erkältungen wirkt eine Einreibung von 30 Tropfen Weihrauchöl in 30 ml Johanniskrautöl im Brust- und Rückenbereich schmerzstillend und krampflösend. Zusätzlich kann man 3-4 Tropfen Weihrauchöl in eine Duftlampe mit Wasser geben und 30 Minuten lang einatmen.

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  • Für die Aromatherapie. Hilfreich Stress zu reduzieren und die Blutzirkulation zu verbessern
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Tipp! Eine Mischung von jeweils 3 Tropfen Weihrauch-, Lavendel-, Myrrhen-, und Geranienöl in 30 ml Ringelblumen-Basisöl soll übrigens recht wirksam zur Vorbeugung von Wachstums- und Schwangerschaftsstreifen sein.

Hautpflege (Weihrauchcreme/ Weihrauchsalbe)

In der traditionellen chinesischen Medizin wird Olibanum bei Lepra und anderen Hauterkrankungen, bei Menstruationskrämpfen, Husten und Unterleibsbeschwerden verschrieben. Bereits in der Antike war der Gebrauch von Weihrauch-Harz für Haut-, Mund- und Zahnpflegemitteln (Papyrus Ebers) üblich. Erfahrungsgemäß wirkt Weihrauchöl hautregenerierend und -glättend und bietet sich zur Herstellung von Schönheitsmitteln an. So bestand die als „kohl“ bezeichnete Augenschminke der Ägypterinnen aus Antimon und Olibanum.

Wie stelle ich Weihrauchöl selbst her?
Zur Herstellung eines Schönheits- und Pflegeöls gibt man etwa 3 bis 4 Tropfen Weihrauchöl (Essenz) in 30 ml eines geeigneten Basisöls, am besten eine Mischung aus Mandelöl, Aloevera-Öl und Jojobaöl.

Neben dem Pflegeöl gibt es auch weitere Kosmetikartikel aus Weihrauchharz: Sehr beliebt sind Weihrauchcreme * und Weihrauchsalbe, die nicht nur eine pflegende Wirkung auf die Haut haben, sondern sich auch bei Schuppenflechte, rheumatischen Entzündungen bzw. Muskel- und Gelenkschmerzen als hilfreich erwiesen haben. Neben Weihrauchöl gibt es auch Weihrauchseife zur Hautpflege.

Weihrauchschmuck

Es gibt mittlerweile auch Weihrauchschmuck im Handel zu kaufen (z.B. bei Kirchen-Weihrauch). Dabei handelt es sich um Halsketten (z.B. aus Silber, Kautschuk, Leder), die als Anhänger Weihrauchtropfen enthalten und mit Steinchen, Kristallen, Mineralien, Korallen, Perlen etc. ergänzt wurden.

Dokumentation über den Weihrauch

Ein interessanter Film über die Geschichte des Weihrauchs können Sie hier anschauen:

 

Übersicht der Räucherharze

 

Quellen:

  • Blechschmidt, Manfred: Das erzgebirgische Kräuterbuch; Berlin 1997, S. 174.
  • Die Krebs heilende Kraft des ätherischen Weihrauchöls, in: Epoch Times, URL: http://www.epochtimes.de/gesundheit/die-krebs-heilende-kraft-des-aetherischen-weihrauch-oels-a1312617.html (Stand: 27.09.2017)
  • Dunkle Wolken über der Weihrauch-Produktion (22.12.2011), in: CORDIS – Informationsdienst der Gemeinschaft für Forschung und Entwicklung, URL: http://cordis.europa.eu/news/rcn/34169_de.html (Stand: 25.02.2017).
  • Fischer-Rizzi, Susanne: Botschaft an den Himmel. Anwendung, Wirkung und Geschichten von duftendem Räucherwerk; München 1996, S. 150-160.
  • Fischer-Rizzi, Susanne: Das Buch vom Räuchern; Aarau (Schweiz) 2009, S. 117ff.
  • Fuchs, Christine: Räuchern – im Rhythmus des Jahreskreises. Die Kraft der Natur durch achtsam gestaltete Räucherrituale im Jahreslauf erfahren; Stuttgart 2015, S. 162f.
  • Haas, Renate / Christof, Klaus: Weihrauch: Der Duft des Himmels; Dettelbach 2006, S. 15ff.
  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 276f.
  • Kinkele, Thomas: Räucherstoffe und Räucherrituale. Kraftvolle Rituale mit duftenden Pflanzenbotschaften. Das Handbuch für die Räucherpraxis; Aitrang ²2003, S. 166.
  • Unsere Reise in das Land des Weihrauchs – Oman September 2016 (2016), in: Kirchen-Weihrauch, URL: http://www.kirchen-weihrauch.de/weihrauch-blog/Reisebericht-Oman/ (Stand: 25.10.2016).
  • Pfeifer, Michael: Der Weihrauch. Geschichte – Bedeutung – Verwendung; Regensburg 1997.
  • Rainer, Hermann / Fricke, Helmut: Duft des Himmels (29.11.2012), in: Frankfurter Allgemeinen Zeitung, URL: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/weihrauchwirtschaft-in-oman-der-duft-des-himmels-11976315.html (Stand: 25.02.2017).
  • Rätsch, Christian: Räucherstoffe. Der Atem des Drachen; Aarau (Schweiz) 2009, S. 121-125.
  • Rätsch, Christian: Weihrauch und Copal. Räucherharze und -hölzer. Ethnobotanik, Rituale und Rezepturen; Baden und München 2004, S. 42f., 50ff.
  • Safayhi, Hassan: Wie der Haschisch in den Weihrauch kam (10/2001), in: Pharmazeutische Zeitung online, URL: http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=pharm2_10_2001 (Stand: 23.10.2016).
  • Schwarz, Aljoscha A. / Schweppe Ronald P.: Natürlich heilen mit Weihrauch; München 1998.
  • Tucker, Arthur C.: „Frankincense and Myrrh“ in Economy Botanic, Vol. 40, No. 4 (Oct. – Dec., 1986), S. 425-433.
  • Moinuddin, Abu Abdallah Gulam: Die Heilkunst der Sufis, Freiburg 1984.
  • Weihrauch afrikanisch (2015), in: NewStart Service, URL: https://www.newstart-lebensstil.de/d/weihrauch-afrikanisch.html (Stand: 25.10.2016).