Tolubalsam (balsamum tolutanum)

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Tolubalsam (flüssig)

Der Tolubalsam (balsamum tolutanum) wird aus dem aus dem Harz des immergrünen Balsambaums (myroxylon balsamum var. balsamum) gewonnen, der bis zu 26 m groß werden kann und in Mittelamerika sowie im Norden Südamerikas, hauptsächlich in Kolumbien, Paraguay, Venezuela und auf den Antillen gedeiht. Der Balsam zählt zur selben Pflanzenfamilie wie der Perubalsam, der ebenfalls den botanischen Namen „myroxylon balsamum“ trägt und sich nur geringfügig unterscheidet. Seine Bezeichnung hat er der kolumbianischen Hafenstadt Santiago de Tolú zu verdanken. Weitere Namen für ihn sind Cartagenabalsam, Hondurasbalsam sowie Thomasbalsam. Das Harz verfügt über eine gelblich-braun bis rot-braune Farbe und ist von zähflüssiger bis fester Konsistenz, wobei es an der Luft zu einer spröden, leicht zerreibbaren Masse aushärtet. Die Gewinnung von Tolubalsam erfolgt durch spitzwinklige Einschnitte in die Rinde des Baumes.

Tolubalsam räuchern – Bedeutung als Räucherwerk

Tolubalsam (Harz) – Räucherpflanze / Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Beim Verbennen von Tolubalsam verströmt dieser einen warmen, balsamischen Duft, der mit einer vanille– und zimttartigen Note versehen ist. Allerdings reizt der Rauch des Balsams stark die Atemwege und löst schnell heftiges Husten aus.

  • Wirkung

  • Der Duft des Balsams sorgt für Ruhe, Entspannung, Harmonie und Geborgenheit des menschlichen Geistes.

  • Räuchermischungen

  • Das Harz eignet sich hervorragend zur alleinigen Räucherung, da sein Geruch sehr angenehm und vielschichtig ist. Er kann aber auch Räuchermischungen zugefügt werden aufgrund seiner mildernden Wirkung.

Tolubalsam - Räucherharz
Tolubalsam erste Wahl extra hart
Räucherschale Speckstein 10,5 cm

Anwendung als Heilmittel

Wegen seiner heilenden Kräfte wurde der Tolubalsam schon sehr früh kultiviert. Schon bei den Mayas und Azteken wurde das Harz als Heilmittel bei Hauterkrankungen, Kopfschmerzen (Rauch als Inhalationsmittel), Rheuma oder zur Wundheilung eingesetzt.

Ebenfalls verwendete man Tolubalsam in früheren Zeiten häufig als Hustenlöser.

Aufgrund seiner schleimlösenden Wirkung fand der Balsam als Bestandteil von Hustensäften und Pastillen ab ca. 1882 auch seinen Weg in Apotheken. Ebenso wird er wegen seiner entspannenden Eigenschaft in der Aromatherapie verwendet.

Weitere Verwendungszwecke

  • In der Parfümerie benutzt man den Tolubalsam (auch als Quino Quino bezeichnet) als Mittel der Fixierung bzw. als aromatische Komponente, um eine süße Note zu erzeugen. Besonders gern wird der Tolubalsam-Duft (Toluol wird mittels Wasserdampfdestillation aus dem Harz gewonnen) zusammen mit Blumendüften wie Jasmin und Ylang Ylang oder mit Patchouli, Sandelholz oder Zeder verwendet.
  • Ebenfalls wird das Harz in der Mikroskopie als Einbettmittel eingesetzt.
  • In der Lebensmittelindustrie ist der Balsam zudem als Aromageber beliebt.
  • Bei den Azteken und Inkas fand der Balsam auch zum Einbalsamieren von Leichnamen hochgestellter Persönlichkeiten Verwendung.
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Übersicht der Räucherharze

 

Quellen:

  • Fischer-Rizzi, Susanne: Botschaft an den Himmel. Anwendung, Wirkung und Geschichten von duftendem Räucherwerk; München 1996, S. 211f.
  • Fuchs, Christine: Räuchern – im Rhythmus des Jahreskreises. Die Kraft der Natur durch achtsam gestaltete Räucherrituale im Jahreslauf erfahren; Stuttgart 2015, S. 159.
  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 272f.
  • Kinkele, Thomas: Räucherstoffe und Räucherrituale. Kraftvolle Rituale mit duftenden Pflanzenbotschaften. Das Handbuch für die Räucherpraxis; Aitrang ²2003, S. 159.
  • Martinetz Dieter / Lohs, Karlheinz / Janzen, Jörg: Weihrauch und Myrrhe. Kostbarkeiten der Vergangenheit im Licht der Gegenwart; Berlin 1989, S. 33.
  • Rätsch, Christian: Räucherstoffe. Der Atem des Drachen; Aarau (Schweiz) 2009, S. 169f.
  • Rätsch, Christian: Weihrauch und Copal. Räucherharze und -hölzer. Ethnobotanik, Rituale und Rezepturen; Baden und München 2004, S. 72ff.
  • Wollner, Fred: Räucherwerk und Rituale. Die vergessene Kunst des Räucherns; Waltenhofen/Hegge 1992, S. 67f.