Styrax-Harz (Storax)

Das Styrax oder auch Storax genannte Harz entsteht durch Einritzen der Rinde des Styraxbaumes (styrax officinalis), einem kleinen strauchartigen Baum von 6 bis 10 m Wuchshöhe. Sein natürliches Verbreitungsgebiet befindet sich in Kleinasien und Griechenland. Heute wächst der zu den Styraxgewächsen zählende Styrax officinalis (styrax calamitus) wild auch noch in Persien, Libanon, auf Zypern, und in der südwestlichen Türkei. Ebenfalls wird das Harz der Amberbäume (liquidambar orientalis, l. styraciflua, l. acalycina und l. formosana) als Storaxharz bezeichnet.

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Weltweit gibt es vier Arten dieser Gattung Liquidambar, was übersetzt übrigens „flüssiger Bernstein“ heißt. Zwei dieser Arten gedeihen im chinesischen und japanischen Raum, eine in Zentral- und Nordamerika (Styrax Honduras) und eine in Kleinasien. Im alten Mexiko war dieser Baum heilig und wurde wegen seines Balsams geschätzt. Das Styrax ist zunächst ein heller, flüssiger Balsam, der an der Luft zu einer zäh klebrigen Masse wird und in Rosshaarsäcken gesammelt wird.

Styrax- bzw. Storaxharz stammt von botanisch verschiedenen Arten, die einen ähnlichen Geruch gemeinsam haben: Es wird unterschieden in echtes Styrax (styrax officinalis) und falsches Styrax (Harz der Amberbäume).

Kulturelle Bedeutung

Styrax / Storax (styrax officinalis) – Räucherpflanze

Das Storax-Harz war in der Antike eines der wichtigsten und begehrtesten Räuchermittel, das vielfältig und vor allem auch medizinisch genutzt wurde. Im alten Mexiko war dieser Baum heilig und wurde wegen seines Balsams geschätzt. Er wurde bereits in altägyptischer Zeit durch phönizische Händler nach Ägypten gebracht. Diese Völker nannten das Styrax „miniaki“, was soviel wie Festduft bedeutet. Außerdem war es in der Antike als Tiefschlafmittel bekannt. In der Bibel wird der Styraxbaum in Hosea 4,13 und Gen 30,37 erwähnt (siehe Biblische Räucherpflanzen). Die Schamanen der Maya haben Styrax zur Behandlung von Lepra verwendet. Styrax ist in den orthodoxen Kirchen ein Bestandteil des Myron-Salböls, das beim Sakrament der Myron-Salbung eingesetzt wird.

Styrax räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Styrax (Storax)

  • Räucherduft

  • Beim Verräuchern verbreitet das Styrax-Harz einen balsamisch-süßen und intensiven Duft, der eine würzige Note hat.

    Schlechte Qualitäten des Harzes riechen beim Verbrennen etwas nach Gummi. Das geruchlich wertvollste Harz kommt aus Honduras und ist besser als die Qualitäten aus Iran und der Türkei.

  • Wirkung

  • Styrax ist ein Balsam für die Seele. Es hat einen sehr beruhigenden, erdenden Duft zum „Abschalten“ und zur Meditation. Das Harz wirkt beruhigend und entspannend und eignet sich für Räucherungen am Abend. Es ist hilfreich bei starken psychischen Spannungen und glättet nervliche Anspannung.

  • Räuchermischungen

  • Styrax wird gern mit Kalmus gemischt; sie bilden ein ideales Räucherpaar wie Weihrauch und Myrrhe, oder Labdanum und Mastix. In dieser Mischung, so hieß es in Ägypten, unterstütze sie geistige Stärke und Selbstverwirklichung. Das Styrax-Harz kann sowohl auf Räucherkohle, als auch auf der Aromalampe verräuchert werden. Man darf Styrax nie übermäßig dosieren, da es bei zu starker Räucherung Kopfschmerzen erzeugt. Am besten verwendet man es stets in Mischungen mit anderen Räucherstoffen. Bekannt sind solche Mischungen als Kirchenweihrauch in der orthodoxen und katholischen Kirche.

  • Traditionelle Verwendung

  • Im alten Ägypten wurde Styrax häufig zusammen mit Kalmus geräuchert, um die geistige Stärke zu fördern.

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Medizinische Anwendung von Storax

Der griechische Arzt Dioskurides (1. Jh. n.Chr.) beschreibt folgende Verwendung des Styrax-Harzes: „Es hat erwärmende, erweichende, Kraft, ist wirksam gegen Husten, Katarrh, Erkältung, Heiserkeit und Verlust der Stimme. Ferner ist es ein gutes Mittel gegen Verstopfungen und Verhärtungen der Gebärmutter und befördert innerlich eingenommen und in Zäpfchen, die Menstruation. Das in Syrien bereitete Styraxsalböl, erwärmt und erweicht kräftig, jedoch verursacht es Kopfschmerzen, Schwere der Glieder und Totenschlaf“. Im alten Konstantinopel wurde Styrax (Tutsu) als Schutz vor der Ansteckung mit Pest geräuchert.

Der Balsam wurde von den Maya zum Schutz und zur Behandlung von Insektenstichen auf die Haut aufgetragen. Als Räucherung vertreibt er die blutsaugenden Insekten. Styrax hat keimtötende und auswurfsfördernde Wirkung, weshalb ihn die moderne Medizin als schleimlösendes Mittel verwendet. Die Schamanen der Maya haben ihn zur Bekämpfung der Lepra eingesetzt. In der Aromatherapie wird das Storaxöl zur Beseitigung nervlicher und psychischer Anspannung benutzt. Es hilft bei gestörter Sexualität, sowie bei Stress, verbunden mit Schlaflosigkeit und Impotenz.

Verwendung in Parfümerie und Kosmetik

  • Das Styrax-Harz verströmt einen balsamischen, süß -zimtigen, harzig-blumigen, femininen Duft. Bereits im alten Ägypten benutzten die Frauen diesen betörenden Duft, um begehrenswerter zu erscheinen.
  • In der heutigen Parfümerie und Kosmetik ist der Einsatz des Styrax-Harzes in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts untersagt worden, da es Hautallergien auslöst. Erlaubt sind aber destillierte Styrax-Produkte wie z.B. das ätherische Öl.
  • Das Storaxöl ist ein klassischer Fixateur für Duftmischungen und Parfüms. Es mischt sich gut mit allen Holz- und Blüten-Noten, aber auch mit Benzoe, Labdanum und Weihrauch. Styrax wurde oft als Ersatz für echten Ambra, der vom Wal stammt, gebraucht. Er kann zudem andere Düfte konservieren.
  • Zudem war Styrax über lange Zeit hin eine Quelle für die Gewinnung von Zimtalkohol.
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Übersicht der Räucherharze

 

Quellen:

  • Fischer-Rizzi, Susanne: Botschaft an den Himmel. Anwendung, Wirkung und Geschichten von duftendem Räucherwerk; München 1996, S. 80f.
  • Fuchs, Christine: Räuchern – im Rhythmus des Jahreskreises. Die Kraft der Natur durch achtsam gestaltete Räucherrituale im Jahreslauf erfahren; Stuttgart 2015, S. 157.
  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 270f.
  • Kinkele, Thomas: Räucherstoffe und Räucherrituale. Kraftvolle Rituale mit duftenden Pflanzenbotschaften. Das Handbuch für die Räucherpraxis; Aitrang ²2003, S. 153.
  • Martinetz Dieter / Lohs, Karlheinz / Janzen, Jörg: Weihrauch und Myrrhe. Kostbarkeiten der Vergangenheit im Licht der Gegenwart; Berlin 1989, S. 35.
  • Rätsch, Christian: Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen. Botanik, Ethnopharmakologie und Anwendung; Aarau (Schweiz) 1999, S. 156-160.
  • Rätsch, Christian: Weihrauch und Copal. Räucherharze und -hölzer. Ethnobotanik, Rituale und Rezepturen; Baden und München 2004, S. 67-70.
  • Wollner, Fred: Räucherwerk und Rituale. Die vergessene Kunst des Räucherns; Waltenhofen/Hegge 1992, S. 67.
  • Zohary, Michael: Pflanzen der Bibel; Stuttgart 1983, S. 118.