Sandarak (tetraclinis articulata)

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Was ist Sandarak?

Sandarak – Räucherpflanze

Als Sandarak (auch Sandarac bzw. Sandarach, lat. resina sandaraca) wird das Harz (gummi sandarak) des Sandarakbaumes / Gliederzypresse (tetraclinis articulata) bezeichnet, der in Nordafrika (vornehmlich Algerien, Malta, Marokko, Tunesien, Südspanien) gedeiht. Gewonnen wird das Sandarak-Harz durch Anritzen der Baumrinde (Stamm und Zweige). Das spröde und leicht zerbrechliche Harz, das eine zitronengelbe bis rötlich-braune Farbe hat, zählt traditionell zu den afrikanischen Räucherstoffen. Aber auch in Australien existieren Baumarten (callitris), die über Sandarak genanntes Harz verfügen.

Kulturelle Bedeutung

Schon in der Antike gehörte es zu den beliebten Räuchermitteln. Die Sandaraktränen (stalaktitenartig) haben Ähnlichkeit mit dem teueren Mastix und dem Ambra des Pottwals, weshalb sie in der Vergangenheit gerne zum Strecken und Fälschen jener Stoffe verwendet wurden.

Sandarak räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Sandarak-Harz als Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Bei Verbrennen verbeitet das Sandarak-Harz einen frischen warmen balsamisch-fruchtigen Geruch, der Ähnlichkeiten mit Mastix und Weihrauch aufweist. Dabei erzeugt es einen starken Rauch.

  • Wirkung

  • Der Duft von verräuchertem Sandarak übt eine beruhigende, reinigende und Energie aufbauende Wirkung auf den menschlichen Geist aus und stärkt das vegetative Nervensystem. Zudem soll er auch die Sinneswahrnehmung schärfen.

  • Räuchermischungen

  • Es empfiehlt sich das Harz sowohl einzeln, aber auch in Räuchermischungen (z. B. Angelika, Benzoe, Galbanum, Styrax, Thuja, Tolubalsam, Santakraut, Sumpfporst, Wacholder, Zeder) zu verbrennen. Dafür sollte es vorher klein gemörsert werden.

  • Traditionelle Verwendung

  • Die Ureinwohner Nordafrikas räuchern das Harz seit alters her als Opfergabe an die Götter.

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Medizinische Anwendung

Ebenfalls findet das Harz in der traditionellen Volksheilkunde Verwendung. In Algerien und Marokko gilt es als wirksames Mittel der Hebammen, wo es bei schweren Geburten eingesetzt wird. Ebenfalls wurde Sandarak als Heilmittel gegen Spul- und Bandwürmer innerlich eingenommen. Außerdem wird es in Nordafrika gerne mit Poleiminze bei Bauchschmerzen von Kindern geräuchert oder in Arabien zur Behandlung von Schnupfen und Erkältungen.

Der Rauch von Sandarak soll bei Schlafstörungen helfen, die aufgrund von Anspannungen und Stress entstehen.

Weitere Verwendungszwecke

  • Das Harz wird zur Produktion von Weingeistfirnissen, Polituren sowie fetten und flüchtigen Lacken verwendet (vorallem das australische Sandarak wird dazu gern genutzt).
  • Anwendung bei Oberflächenbehandlung in Verbindung mit Elemi, venetianischem Terpentin oder etwas Rizinusöl.
  • Pulverisiertes Sandarak ist Grundstoff des bekannten Radierpulvers.

 

Übersicht der Räucherharze

 

Quellen:

  • Fischer-Rizzi, Susanne: Botschaft an den Himmel. Anwendung, Wirkung und Geschichten von duftendem Räucherwerk; München 1996, 165f.
  • Fuchs, Christine: Räuchern – im Rhythmus des Jahreskreises. Die Kraft der Natur durch achtsam gestaltete Räucherrituale im Jahreslauf erfahren; Stuttgart 2015, S. 156.
  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 268.
  • Kinkele, Thomas: Räucherstoffe und Räucherrituale. Kraftvolle Rituale mit duftenden Pflanzenbotschaften. Das Handbuch für die Räucherpraxis; Aitrang ²2003, S. 148.