Sal-Harz (shorea robusta)

Was ist Salbaum?

Beim Salbaum (shorea robusta), auch als Ral, Salwa, Sakhu, Sakher, Shal, Sal, Kandar oder Sakwa bezeichnet, handelt es sich um einen Laubbaum aus der Familie der Flügelfruchtgewächse (dipterocarpaceae), der im Norden Indiens beheimatet ist. Der Baum kann eine Wuchshöhe von bis zu 60 Metern erreichen. Das Harz des Salbaums (shorea robusta) gehört zu den wichtigsten Räuchermitteln der Schamanen und Heilern des Himalaya und wird auch als „tibetischer Weihrauch“ bezeichnet. Es gedeiht hauptsächlich in Nepal (im Terail → nepalischer Teil des Dschungels), wo es in Stalaktitenform vom herunter wächst.

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Kulturelle Bedeutung

Nach einer alten Legende wurde Buddha unter einem Sal-Baum geboren und fand auch unter einem Sal-Baum den Tod. Außerdem gilt der Baum im Hinduismus als Symbol für den Donnergott Indra und heißt deshalb Indra Chatra, was übersetzt „Schirm des Indra“ heißt. Dem Sal-Harz (sal dhupa) wird auch eine psychoaktive Wirkung nachgesagt und es wird in vielen hinduistischen Zeremonien als Räucherstoff eingesetzt.

Sal-Harz räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Sal-Harz – Räucherpflanze

  • Räucherduft

  • Beim Verbrennen verströmt das weißfarbene Sal einen frischen und kräftigen aromatisch-harzig Duft.

  • Wirkung

  • Das Harz hat eine ausgleichende sowie stärkende Wirkung auf den menschlichen Geist und hilft bei Ängsten und Depressionen.

  • Räuchermischungen

  • Sal-Harz lässt sich sowohl für Einzelräucherungen als auch in Räuchermischungen nutzen.

  • Traditionelle Verwendung

  • Verwendet wird das Harz u. a. in der Ayurveda-Medizin, in schamanischen Heilungszeremonien, zur Vertreibung von negativen Energien und bösen Geistern sowie als Reisemittel für Astralreisen („Reiseharz“). Das Sal-Harz wird ist zudem Bestandteil von tantrischem Räucherwerk und wird als aphrodisierendes Mittel eingenommen.

Medizinische Anwendung

Das Harz wird in der Volksmedizin von Indien und Nepal als Mittel gegen Geschlechtskrankheiten sowie zur Desinfizierung von Krankenzimmern eingesetzt.

Weitere Verwendungsmöglichkeiten

  • Das Holz des Salbaumes wird gern im Hausbau oder als Baustoff für Brücken, Masten, Paletten, Waggons sowie als Gleisunterlage genutzt. Außerdem kommt das Harz zum Abdichten von Planken zum Einsatz. Zudem dient es als Holzlieferant für schamanische Gerätschaften (u.a. Geisterdolche).
  • Die Blätter des Salbaumes werden in Indien und Nepal auch gern als Teller oder Körbe für Speisen verwendet. Dabei gelten gefaltete Sal-Blätter mit etwas Kurkuma oder einigen Reiskörnern traditionell als Einladung für eine Hochzeit.
  • Das Blätteröl wird für die Kosmetikindustrie zur Produktion von Parfüm verwendet.
  • Die ölreichen Samen finden ebenfalls Verwendung. So wird das Öl der Samen u. a. für die Seifen- und Kosmetikherstellung sowie als Lampenöl genutzt. In der Lebensmittelindustrie findet sich das Öl häufig als Zusatz bei der Schokoladenherstellung in der Butter wieder. Die ausgepressten Samen dienen zudem als Beigabe fürs Viehfutter.

 

Übersicht der Räucherharze

 

Quellen:

  • Fuchs, Christine: Räuchern – im Rhythmus des Jahreskreises. Die Kraft der Natur durch achtsam gestaltete Räucherrituale im Jahreslauf erfahren; Stuttgart 2015, S. 154f.
  • Rätsch, Christian: Weihrauch und Copal. Räucherharze und -hölzer. Ethnobotanik, Rituale und Rezepturen; Baden und München 2004, S. 63f.