Pinien (pinus)

Werbung

Was sind Pinien?

Die Pinie (pinus pinea), auch als Italienische Steinkiefer, Mittelmeer-Kiefer oder Schirm-Kiefer bezeichnet, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Kieferngewächse (pinaceae) und kann eine Wuchshöhe von bis zu 30 Metern erreichen. Ihre Heimat ist der nördliche Mittelmeerraum.  Seit jeher gelten die Pinien als Lebensbäume und ihre Zapfen werden seit antiken Zeiten als Symbol für Auferstehung und Unsterblichkeit gedeutet. Zur Familie der Pinien- bzw. Kieferngewächse (pinaceae) zählen u. a. auch Kiefer, Fichte, Tanne oder Lärche. Verschiedene Pflanzenteile der Pinien (Harz, Nadeln, Holzspäne) werden bereits seit der Mittelsteinzeit und später besonders von den Germanen-Stämme (im Baumkult) als Räucherwerk benutzt. Das Harz dieser Arten (auch als Kolophonium bezeichnet) verfügt über eine hell, rötlich bis dunkle Farbe.

Arten von Pinien:

Weltweit gibt es eine Vielzahl von Pinienarten, zu deren Familie unter anderem auch die Kiefernarten, Tannen, Lärchen und Fichten zählen.

Kiefernharz (Pinienharz) – Räucherpflanze

  • Algier-Tanne (abies numidica)
  • Drehkiefer (pinus contorta)
  • Echte Pinie (pinus pinea)
  • Europäische Lärche (larix decidua)
  • Gelbkiefer (pinus ponderosa)
  • Gemeine Fichte, Rottanne (picea abies, picea excelsa)
  • Kaurifichte (agathis)
  • Kilikische Tanne (abies cilicica)
  • Latschenkiefer, Bergkiefer (pinus mugo)
  • Nordmann-Tanne (abies nordmanniana)
  • Pinon Pinie (pinus edulis)
  • Pracht-Tanne (abies magnifica)
  • Salla-Pinie, Emodi-Kiefer (pinus roxburghii)
  • Strandkiefer (pinus pinaster)
  • Sumpfkiefer (pinus palustris)
  • Waldkiefer (pinus sylvestris)
  • Weiß-Tanne (abies alba)
  • Westamerikanische Lärche (larix occidentalis)
  • Zirbelkiefer, Arve (pinus cembra)

Pinien räuchern – Bedeutung als Räucherwerk

Zirbelkiefer (Zapfen) als Räuchermittel

  • Räucherduft

  • Von Pinien eignen sich das Harz, Holz, Rinde sowie die Zapfen hervorragend als Räuchermittel. Beim Verbrennen verströmen diese einen angenehmen warmen, balsamischen und waldigen Duft, der auch über eine leichte Vanille-Note verfügt. Die Rauchentwicklung beim Verräuchern ist sehr intensiv.

  • Wirkung

  • Beim Verräuchern verbreitet die Pinie einen warme und anregende Atmosphäre. Der Rauch entspannt und beruhigt die menschlichen Nerven und sorgt zugleich für eine reinigende, antspetische und desinfizierende Wirkung.

  • Räuchermischungen

  • In Räuchermischungen lässt sich Pinie gut zusammen mit Beifuß, Eisenkraut, Johanniskraut, Kamille, Königskerze, Melisse, Minze, Salbei, Schafgarbe oder Weihrauch räuchern.

  • Traditionelle Verwendung

  • Schon in der Steinzeit wurde die harzhaltige Borke von Kiefern und anderen Pinienarten in den Feuern verbrannt, um den angenehmen Duft zu riechen.

    Traditionell werden Pinien (u. a. Kiefernzweige) als Schutzmittel gegen negative Energien (böse Geister bzw. Dämonen), Hexen bzw. als Schutz vor schwarzer Magie verräuchert. Ebenso kann es zur Reinigung von Orten und Räumen verräuchert werden.

    Bei den Navaho-Indianer wird das Harz der Pinien als Räucherwerk für ihr bedeutendstes Heilritual (dem so genannten Nachtgesang) benutzt. Die Puebloindianern hingegen verwenden das Pinienharz bei ihrer Begräbniszeremonie. Dazu wird das Harz ins Feuer geworfen, um auf diese Weise sich selbst sowie alle Verwandten damit zu reinigen. Ebenso verwenden sie die zerkleinerten Piniennadeln zusammen mit Tabak als Räucherpulver.

    Die Rinde mit dem Harz wurde in früheren Zeiten kleingeraspelt und dann in pulverisierter Form verrräuchert. In Japan wird solches Rinden-Pulver dieser Nadelbäume auch heutzutage häufig in Räucherstäbchen verwendet.

Werbung

Anwendung in der Heilkunde

Pinie – Räucherpflanze

In der Volksmedizin dient das Harz von Pinie seit alter Zeit als Heilmittel, das bei Hustenreiz zur Anwendung kam. Ebenso fördert es die Durchblutung und hat außerdem eine harntreibende, antiseptische und auswurffördernde Wirkung. Ebenso wurde es traditionell auch als Lungenheilmittel benutzt. Früher wurde Pininieharz, insbesondere jenes der Fichte zur Behandlung von Ausschlägen sowie bei Rheuma verräuchert und fand Verwendung als Pflaster, in verschiedenen Salben und Ölen (Einreibung bei Ischias, Gliederschmerzen oder Rheuma).

Bei den nordamerikanischen Indianern fand Pinienharz besonders zur Wundbehandlung, bei Krämpfen, Muskelschmerzen und Insektenstichen Anwendung. Ebenfalls setzten sie Harze und Nadeln einer Vielzahl an Heilmitteln zu. Auch inhalierten sie den Rauch bei Ohrenschmerzen und Erkältungen.

In der Himalayaregion benutzen die dortigen Bewohner die Pinie zur Stimulierung, als Magenbitter sowie zu weiterer medizinischen Verwendung.

Weitere Verwendungszwecke

  • Ätherisches Öl:

Besonders das ätherische Öl der Zirbelkiefer wird gerne als Beigabe in Salben, Cremes, Einreibungen und Bade- bzw. Duschmitteln verwendet.

  • Pinienharz:

Das Harz der Pinien (Kolophonium) dient traditionell zur Herstellung von Violinbögen, die damit bestrichen werden. Dahingegen erfreut sich das Holz der Pinien (besonders das der Fichten) als Baumaterial von Geigen Verwendung.

Ebenfalls wird Pinienharz in der Pharmazie zur Gewinnung von Terpentinöl (mittels der Wasserdampf-Destillation) benutzt.

Werbung

Übersicht der Räucherharze

 

Quellen:

  • Fischer-Rizzi, Susanne: Botschaft an den Himmel. Anwendung, Wirkung und Geschichten von duftendem Räucherwerk; München 1996, S. 38-40.
  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 242.
  • Kinkele, Thomas: Räucherstoffe und Räucherrituale. Kraftvolle Rituale mit duftenden Pflanzenbotschaften. Das Handbuch für die Räucherpraxis; Aitrang ²2003, S. 140.
  • Rätsch, Christian: Räucherstoffe. Der Atem des Drachen; Aarau (Schweiz) 2009, S. 75f., 100f.
  • Rätsch, Christian: Weihrauch und Copal. Räucherharze und -hölzer. Ethnobotanik, Rituale und Rezepturen; Baden und München 2004, S. 36ff.
  • Wollner, Fred: Räucherwerk und Rituale. Die vergessene Kunst des Räucherns; Waltenhofen/Hegge 1992, S. 73.