Palo Santo (Heiliges Holz)

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Was ist Palo Santo?

Palo Santo (bursera graveolens, bursera microphylla, bulnesia arborea) ist ein Sammelbegriff für verschiedene Hölzer, die bei den südamerikanischen Indianern (vor allem in Peru) als heiliges Holz vereehrt werden und mit Copal-Harz durchtränkt sind (harzige Stammstücke). Die Verwendung von Palo Santo bei den Indios reicht dabei auf eine tausendjährige Tradition zurück. Die botanische Herkunft ist unterschiedlich. Jedoch stammen die meisten dieser Hölzer von den gefährdeten Arten der Balsambaumgewächsen. Diese Bäume verfügen über einen weißen Stamm (vgl. Birke), haben während der Trockenperioden keine Blätter und gedeihen hauptsächlich auf den Antillen, im Norden Südamerikas sowie in Zentralamerika.

Verschiedene Bäume als Palo-Santo-Lieferanten

Von u. a. folgenden Pflanzen wird das Holz als Palo Santo verwendet:

Palo Santo (Heiliges Holz) – Massoia-Holzspan

  • Bursera graveolens: Dieser immergrüne, strauchartige Baum verfügt mit seiner knorrig-kleinen sowie verästelten Form über gewisse Ähnlichkeiten zum Weihrauchbaum. Er gedeiht in den tropischen Trockenwäldern (sind keine Regenwälder!). Das Holz dieses Baumes wird nicht nur zum Räuchern, sondern auch als Brennholz, Bauholz und für Schnitzereien verwendet. In Südamerika wird Palo Santo zumeist mit dieser Art identifiziert.
  • Bursera microphylla: Aus dieser Art wird sowohl das Holz sowie das Harz des Baumes (Copal) gewonnen, die beide traditionell zum Räuchern eingesetzt werden.
  • Guajak (guajacum officinale, guajacum sanctum)
  • Massoia (cryptocaria massoia)
  • Bulnesia arborea

Palo Santo räuchern – Bedeutung als Räucherwerk

Palo Santo als Räucherpflanze

  • Räucherduft

  • Beim Verbrennen verströmt Palo Santo einen samtig-balsamischen Duft mit einer leichten Note von Kokos, Zimt oder Weihrauch.

  • Wirkung

  • Palo Santo wirkt beim Verräuchern stimulierend und euphorisierend auf den menschlichen Geist und sorgt besonders in stressigen Zeiten für eine beruhigende Atmosphäre. Ebenfalls fördert es Kreativität und regt die Sinne an. Der Rauch ist zudem eine gute Hilfe für die Vertiefung bei Gebet und Meditation. Das Einatmen von Rauch der bursera graveolens soll starke psychoaktive Wirkungen bewirken.

  • Räuchermischungen

  • In Räuchermischungen lässt sich Palo Santo hervorragend mit anderen Räucherstoffen wie u. a. Copal, Opoponax, Myrrhe oder Sandelholz verräuchern.

  • Traditionelle Verwendung

    Palo Santo – Harz

  • Bei den Urweinwohnern Südamerikas (besonders in Peru), den Indios, benutzen die Schamanen Palo Santo seit altersher zum Räuchern (traditionell auf glühenden Kohlen), da dem Holz große magische Kräfte zugesprochen werden. So verwenden sie es in ihren Ritualen als Schutz vor Übelkeit, Unglück, Zauberei, böse Geister und negative Energien sowie zur Einstimmung in Heilungszeremonien (ähnlich zum nordamerikanischen Sweetgrass).

    Außerdem soll der Rauch eine reinigende Wirkung auf den Körper haben, besonders nach unreinen Kontakten (z. B. mit bösen Personen oder Leichen).

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Anleitung:

  1. Das Holz kann entweder auf Räucherkohle in zerkleinerter Form (Holzspäne) verräuchert werden.
  2. Andernfalls kann man es in Form von größeren Stücken verglimmen lassen: Hierzu wird es zuerst an einer Spitze angezündet. Dann lässt man es einige Sekunden lang brennen bis die Glut zu sehen ist und bläst nun die Flamme vorsichtig aus, damit das Holz weiterglüht. Anschließend lässt sich mit dem glimmenden Holz durch Herumgehen und Wedeln der Wohnraum ausräuchern.

Anwendung als Heilmittel

Palo Santo wird bei den Indios als Allheilmittel benutzt. In der Volksmedizin Kolumbiens verwendet man Palo Santo als Analgetikum (entzündungshemmendes Mittel), Aphrodisiakum, Diuretikum (harntreibendes Mittel), Schleimlöser (Expectorans), Insektizid oder als Mittel zur rituellen Reinigung. Das Holz wird hierzu entweder gekocht oder verbrannt, um so dessen Duft zu freizusetzen. Zudem wird dort mit dem Aufguss der Rinde die Ruhr behandelt. Auch in Peru wird das Holz zur Heilung von Krankheiten sowie zur Reinigung der Luft angewandt.

 

Übersicht der Räucherharze

 

Quellen:

  • Fuchs, Christine: Räuchern – im Rhythmus des Jahreskreises. Die Kraft der Natur durch achtsam gestaltete Räucherrituale im Jahreslauf erfahren; Stuttgart 2015, S. 152.
  • Kinkele, Thomas: Räucherstoffe und Räucherrituale. Kraftvolle Rituale mit duftenden Pflanzenbotschaften. Das Handbuch für die Räucherpraxis; Aitrang ²2003, S. 137.
  • Rätsch, Christian: Weihrauch und Copal. Räucherharze und -hölzer. Ethnobotanik, Rituale und Rezepturen; Baden und München 2004, S. 54f.