Opoponax (opoponax chironicum)

Was ist Opoponax?

Als Opoponax (opoponax chironicum, opoponax hironicum, opoponax persicum) wird in der heutigen Zeit das Harz der Bisabol-Myrrhe (auch als Süsse Myrrhe bezeichnet) bezeichnet, eine Akazienart, die in Nordsomalia bzw. Äthiopien (Ostäthiopien) heimisch ist. Es ist auch unter dem Namen „weibliche Myrrhe“ bekannt. Das echte Opoponaxharz hingegen stammte von der Doldenblütler-Pflanze „opoponax chironicum Koch“, die allerdings heute in Vergessenheit geraten hat ist und nicht mehr gehandelt wird. Das Harz hat eine braune Farbe (bei frischem Harz auch glänzend).

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Kulturelle Bedeutung

Seit dem Altertum findet Opoponax Verwendung als Räucherstoff sowie als Reinigungs- und Desinfektionsmittel.

Opoponax räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Opoponax-Harz zum Räuchern

  • Räucherduft

  • Opoponax hat einen würzig-süßen, balsamisch-warmen und animalisch-holzigen Duft, der eher etwas unangenehm riecht und eine waldige Note hat.

  • Wirkung

  • Beim Verräuchern übt es eine antiseptische und beruhigende Wirkung auf Körper und Geist aus. Zudem soll es negative Energien vertreiben. Es wirkt dabei besonders entspannend auf die gereizten Nerven. Darüberhinaus verfügt das Harz über eine stimulierende und aphrodisische Wirkung. Nach traditionellen Berichten soll es beim Menschen auch die Wahrnehmungsfähigkeit verstärken und die Sinne schärfen.

  • Räuchermischungen

  • Das Harz Opoponax eignet sich für eine Vielzahl von Räuchermischungen, kann aber auch gut pur geräuchert werden. In Mischungen lässt es sich vorallem in Verbindung mit waldigen Düften wie Kiefer oder Fichte hervorragend verräuchern. Ebenfalls passen auch warme Gerüche wie Zimt, Sandelholz und Styrax als Bestandteile zu einer Räuchermischung mit Opoponax. Beim Räuchern verströmt das Harz einen weißen und feinen Rauch.

  • Traditionelle Verwendung

  • Die Verwendung von Opoponax als Räucherwerk hat eine sehr lange Tradition. Bereits König Salomon soll dieses Harz als das edelste aller Räucherstoffe geschätzt haben.

Anwendung als Heilmittel

Das Harz ist aber nicht nur als Räucherstoff bekannt, sondern ist seit der Antike aufgrund seiner antiseptischen Wirkung auch als Reinigungs- und Desinfektionsmittel beliebt, weshalb in den Herkunftsländern auch die Häuser damit ausgeräuchert werden. Dabei fand das ölige Harz besonders als Räuchermittel in der Volksmedizin Anwendung. In Somalia baden die Frauen nach der Geburt eines Kindes ihren Unterleib in einem Auszug des Harzes.

In der aktuellen Medizin wird das Opoponaxharz nicht benutzt. Lediglich das ätherische Öl findet bei Hautproblemen und Stress Verwendung.

 

Übersicht der Räucherharze

 

Quellen:

  • Fischer-Rizzi, Susanne: Botschaft an den Himmel. Anwendung, Wirkung und Geschichten von duftendem Räucherwerk; München 1996, S. 96.
  • Fuchs, Christine: Räuchern – im Rhythmus des Jahreskreises. Die Kraft der Natur durch achtsam gestaltete Räucherrituale im Jahreslauf erfahren; Stuttgart 2015, S. 151.
  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 261.
  • Kinkele, Thomas: Räucherstoffe und Räucherrituale. Kraftvolle Rituale mit duftenden Pflanzenbotschaften. Das Handbuch für die Räucherpraxis; Aitrang ²2003, S. 136.
  • Rätsch, Christian: Räucherstoffe. Der Atem des Drachen; Aarau (Schweiz) 2009, S. 125-127.
  • Wollner, Fred: Räucherwerk und Rituale. Die vergessene Kunst des Räucherns; Waltenhofen/Hegge 1992, S. 66.