Mastix (pistacia lentiscus)

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Was ist Mastix?

Mastix-Baum – Räucherpflanze

Mastix (pistacia lentiscus) ist das Harz aus der Rinde des Schinos- oder Mastixbaumes (Mastixpistazie), der im Altertum gut bekannt und wegen seiner medizinischen Eigenschaften geschätzt war. Es ist ein hellgelbes, durchsichtiges und relativ hartes tropfenförmiges Harz, das durch Einschneiden der Rinde gewonnen wird. Die Mastix-Harzperlen, die auch Pistazien-Harz genannt werden, stammen fast ausschließlich von der griechischen Insel Chios, wo die besten Mastixbäume wachsen. Der Baum kommt in Griechenland, im Mittelmeerraum (Südeuropa, Nordafrika) und auf den Kanaren vor. Zur Harzgewinnung wird der immergrüne, bis zu sechs Meter hohe Baum oder Strauch von Juni bis August angeritzt, und das austretende Harz wird nach einiger Zeit des Festwerdens, eingesammelt. Alle zwei Wochen wird das Harz vom Baum geschabt. Pro Baum werden in einer Sammelperiode 5 bis 6 kg Mastix geerntet.

Kulturelle Bedeutung

Die Ärzte und Naturheilkundigen des Altertums haben sich eingehend mit Mastix beschäftigt und seine Heilwerte gelobt. Die Ägypter verwendeten Mastix für ihre Kyphi-Mischung, aber auch zum Mumifizieren. Das Harz wirkt desinfizierend und stärkend auf das Zahnfleisch, war ein beliebter Kaugummi und diente für Zahnfüllungen. Die Heilwirkung und die vielseitige Verwendung des Mastix haben dazu geführt, dass dieses Harz bis in unsere Zeit zum offiziellen Arzneischatz gehört. So wird es in Griechenland noch heute zum Würzen von Gebäck verwendet und verleiht dem griechischen Likör „Mastika“ sein charakteristisches Aroma. Mastix spielt auch als Duftstoff in der griechisch-orthodoxen Kirche eine wichtige Rolle. Es wird für die Altarweihe zu „Wachsmastix“ verarbeitet, die eine Mischung von pulverisiertem Mastixharz, weißem Bienenwachs, Weihrauch aus Smyrna, Aloe, Thymian, Fichtenharz und weißem Olibanum darstellt. Diese Mischung wird geschmolzen und darin kleine Reliquiensplitter eingebettet und in eine Vertiefung bzw. Gefäß des Altartisches vergossen.

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Mastix räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Mastix-Harz zum Räuchern

  • Räucherduft

  • Beim Verbrennen verströmt Mastixharz einen leichten warmen, balsamischen, frischen, zitronigen, zart ätherischen Duft. Es reinigt, klärt und macht innerlich wach.

  • Wirkung

  • Der Mastixduft wirkt erhebend und vermittelt uns ein Gefühl der Helle und Leichtigkeit. Deshalb eignet sich eine Mastix-Räucherung bei depressiver Stimmungslage.

  • Räuchermischungen

  • In Räuchermischungen wird es gern mit Labdanum kombiniert verräuchert. Mastix und Labdanum ist wie Weihrauch und Myrrhe ein sich ergänzendes „Räucherpaar“.

  • Traditionelle Verwendung

  • In Nordafrika wird Mastix als Tonikum bei Ermüdungserscheinungen verräuchert. Es eignet sich für Räucherungen bei Meditation und Kontemplation. Im antiken Griechenland, als auch heute in einigen arabischen Ländern, wird Mastix als Räucherung für Heilzeremonien verwendet. Dabei soll der Mastixrauch die Krankheit abwaschen und Körper und Seele reinigen. Außerdem stärkt der Duft die Intuition und das klare Denken.

Medizinische Anwendung

Der griechische Arzt Dioskurides (1.Jh. n. Chr.) berichtet uns über das Mastix-Harz folgende Verwendung: „Mastixharz. Von demselben (Baum) stammt auch ein Harz Schinine, von einigen dagegen Mastix genannt, welches mit Vorteil gegen Blutsturz und veralteten Husten im Trank gebraucht wird. Es ist auch dem Magen wohlbekömmlich, da es aufstoßen bewirkt. Ferner wird es den Zahnmitteln und den Gesichtspomaden als glänzendmachendes Mittel zugemischt. Es verklebt auch die Haare in den Augen, bewirkt gekaut Wohlgeruch des Mundes und zieht das Zahnfleisch zusammen. Das beste und meiste wird auf der Insel Chios erzeugt.“ Das Harz wird noch heute von den Griechen als natürlicher zahnkräftigender Kaugummi gekaut. Das echte Mastixharz ist recht teuer, ebenso das daraus erzeugte ätherische Öl, dass nicht sehr oft in der Aromatherapie und Kosmetik eingesetzt wird.

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Weitere Verwendungszwecke

  • Mastix wird in der chemischen Industrie zur Herstellung von Firnissen und Lacken sowie spezielle Kitte benutzt.
  • In der Lebensmittelindustrie findet das Harz in der Produktion von Likörs und besonders in Kaugummis Verwendung.
  • Mastix dient auch zur Konservierung von Weinen, zur Restaurierung antiker Möbel und ist ein traditioneller Klebstoff zum Ankleben von Theaterbärten.

 

Übersicht der Räucherharze

 

Quellen:

  • Fischer-Rizzi, Susanne: Botschaft an den Himmel. Anwendung, Wirkung und Geschichten von duftendem Räucherwerk; München 1996, S. 118ff.
  • Fuchs, Christine: Räuchern – im Rhythmus des Jahreskreises. Die Kraft der Natur durch achtsam gestaltete Räucherrituale im Jahreslauf erfahren; Stuttgart 2015, S. 146f.
  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 256.
  • Kinkele, Thomas: Räucherstoffe und Räucherrituale. Kraftvolle Rituale mit duftenden Pflanzenbotschaften. Das Handbuch für die Räucherpraxis; Aitrang ²2003, S. 127.
  • Martinetz Dieter / Lohs, Karlheinz / Janzen, Jörg: Weihrauch und Myrrhe. Kostbarkeiten der Vergangenheit im Licht der Gegenwart; Berlin 1989, S. 34f.
  • Rätsch, Christian: Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen. Botanik, Ethnopharmakologie und Anwendung; Aarau (Schweiz) 1999, S. 108f.
  • Rätsch, Christian: Weihrauch und Copal. Räucherharze und -hölzer. Ethnobotanik, Rituale und Rezepturen; Baden und München 2004, S. 45ff.
  • Wollner, Fred: Räucherwerk und Rituale. Die vergessene Kunst des Räucherns; Waltenhofen/Hegge 1992, S. 63.