Mandelbaum (prunus dulcis)

Beim Mandelbaum (prunus dulcis) handelt es sich um eine sommergrüne Pflanzenart, die zur Familie der Rosengewächse (rosaceae) gehört und in Baum- oder Strauchform vorkommt. Sie kann eine Höhe von bis zu 8 Metern erreichen. Seiner Herkunft nach stammt der Mandelbaum vermutlich aus Südwestasien, wird aber heute auch im Mittelmeerraum, Iran, Pakistan und den USA angebaut. Das Harz des Mandelbaumes kommt teilweise in Form von transparent scheinenden Harztränen vor und hat eine goldgelbe bis rötliche Farbe.

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Kulturelle Bedeutung

Bereits seit über 4000 Jahren wird der Mandelbaum kultiviert und ist vorallem aufgrund der Mandeln bekannt, bei denen es sich um das essbare Nährfleisch des Pflanzenkeimlings (Endosperm) handelt. Der Baum wird auch in der Bibel mehrfach erwähnt. In Mitteleuropa wurde die Mandel vermutlich schon von den Römern eingeführt und reift hierzulande in Weinanbaugebieten.

Verschiedene Mandelarten

Es wird zwischen drei verschiedenen Arten von Mandeln unterschieden:

Mandeln (Früchte des Mandelbaums)

  • süße Mandel: Diese Sorte ist mit einer rauen, zimtbraunen Haut versehen. Sie wird hauptsächlich als Aromastoff in Lebensmitteln (z. B. in Likören, Marzipan, Mehlspeisen, als gebrannte Mandeln oder zum Dekorieren (Splitter, Blätter)) eingesetzt.
  • bittere Mandel: Diese Sorte enthält Amygdalin (blausäureerzeugendes Glykosid), weshalb sie nicht verzehrt werden darf.
  • Krachmandel: Aufgrund ihrer leicht zu knackenden Schale ist diese Sorte in der Weihnachtszeit sehr beliebt.

Mandelharz räuchern – Bedeutung als Räucherwerk

Mandelbaumgummi (Harz) – Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Beim Räuchern verströmt das Harz des Mandelbaumes einen feinen fruchtigen Duft, der eine nussige Note besitzt.

  • Wirkung

  • Der Rauch von Mandelharz hat eine klärende und reinigende Wirkung auf den menschlichen Geist. Zudem verfügt es über desinfiziernde Eigenschaften.

  • Räuchermischungen

  • Das Mandelharz lässt sich sowohl pur als auch in Räuchermischungen zusammen anderen Räucherpflanzen wie u. a. Copal, Damiana, Eisenkraut, Myrte, Sandelholz oder Zeder verräuchern.

  • Traditionelle Verwendung

  • Bereits die alten Griechen nutzten Mandelbaumgummi als Räuchermittel für ihre Feiern und Rituale (u. a. in Delphi gegen Krankheitsgeister -> Pest). Häufig wurde das Mandelharz gegen schlechte Energien, böse Geister sowie Zauberei geräuchert und in Liebesräucherungen eingesetzt.

Anwendung von Mandelbaum als Heilmittel

Die Mandeln helfen u. a. dabei das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken. Ebenfalls haben sie eine den Cholesterinspiegel sowie den Blutdruck senkende Wirkung.

Aufgrund des hohen Folsäure-Anteils stellen sie für Schwangere eine wichtige Nahrungsergänzung dar.

Weitere Verwendungszwecke

Mandelbaum – Räucherpflanze

  • Die Mandeln werden hauptsächlich als Aromastoff und Gewürz in Nahrungsmitteln (z. B. in Nachtischen (Mandelcreme), Eis, für Marzipan oder Liköre) benutzt. Ebenfalls wird aus Mandeln ein glutenfreies und kohlenhydratarmes Mehl hergestellt, das Mandelmehl heißt.
  • Zudem werden die Mandeln auch in der Kosmetikindustrie verwendet. Besonders das Mandelöl ist sehr beliebt.
  • Das ätherische Mandelöl, das nur aus bitteren Mandeln gewonnen werden kann, heißt im Handel stets Bittermandelöl.
  • Der wasserlösliche Gummi wird außerdem auch zur Restauration von alten Kunstwerken verwendet.
  • Ebenfalls findet Mandelbaumgummi als Bindemittel Verwendung.

 

Übersicht der Räucherharze

 

Quellen:

  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 255f.
  • Zohary, Michael: Pflanzen der Bibel; Stuttgart 1983, S. 66f.