Labdanum (cistus ladaniferus)

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Was ist Labdanum?

Labdanum (Zistrose) – Räucherpflanze

Das Labdanum-Harz (cistus ladaniferus, cistus incanus), auch Ladanum genannt und als schönster Räucherstoff der Antike bezeichnet, wird aus etwa 1 m hohen Sträuchern der Cistrosengewächse gewonnen. Diese Pflanzenfamilie umfasst rund 50 Arten, die im Mittelmeerraum heimisch sind. Die meisten davon produzieren ein typisch duftendes wohlriechendes Harz, das über die Stengel der dunkelgrünen Blätter ausgeschieden wird. Die besten Qualitäten wurde schon in der Antike von Zypern und Kreta geliefert, aber auch ein arabisches und lybisches Harz waren damals im Handel, allerdings von geringerer Qualität, wie der römische Schriftsteller Plinius uns berichtet. Das kretische bzw. zyprische Harz ist eine leicht erweichende, schmutz- und sandfreie, grünlich aussehende, zähe Masse mit einem besonders feinen ambraartigen Duft. Echtes Labdanum ist als Rohdroge im Handel kaum zu bekommen. Gehandelt wird Labdanum als ätherisches Öl und als Resinoid. Dieses ist ein Extrakt-Harz, eine braune bis schwarze, zähflüssig-klebrige Masse, die angenehm süß, kräutrig-vanillig, etwas honigartig duftet, aber auch noch eine moschusartig-animalische Nebennote besitzt.

Labdanum räuchern – Nutzung als Räucherwerk

    Labdanum (Harz) als Räuchermittel

  • Räucherduft

  • Beim Räuchern verbreitet das Labdanum-Harz einen balsamischen, warm-süßen Duft.

  • Wirkung

  • Der Duft vom Labdanum-Harz hat die Menschen seit Jahrtausenden fasziniert. Er dringt tief ins Unterbewusstsein und weckt dort Erinnerungen, Bilder, Gefühle und Stimmungen. Dieser warme, herbe und zugleich holzige Duft mit seiner Ambra-Note ist gut für Menschen mit innerer Kälte, denn er weckt in uns Gefühle mit Wärme und Sinnlichkeit und stärkt unser Körperbewusstsein. So ist der Duft heilsam für Menschen mit zuviel Kopfarbeit und hat eine konzentrationsfördernde Wirkung mit einer leicht geistbewegenden Komponente.

  • Räuchermischungen

  • In Räuchermischungen lässt sich das Harz hervorragend mit anderen Räucherstoffen wie u. a. Palo Santo verräuchern.

  • Traditionelle Verwendung

  • Labdanum-Harz gehört zu den wichtigsten antiken Räucherstoffen. Es wurde zweimal im Alten Testament erwähnt (Genesis 37,25 und 43,11) und ist eines der schönsten und komplexesten Düfte. Bei jeder Räucherung entdeckt man eine neue Duftkomponente. Von Kreta und Zypern aus wurde das Labdanum in die Zentren der antiken Welt exportiert. In Ägypten verwendete man Labdanum in der berühmten Kyphi-Räuchermischung, die Hebräer gebrauchten es wahrscheinlich für ihren biblischen Tempelweihrauch und auch in der griechisch-orthodoxen Kirche wurde das Harz in Räuchermischungen vebrannt. Mit Mastix-Harz ergänzt es sich zu einer idealen Mischung wie Weihrauch und Myrrhe. Die Kreterinnen gebrauchten das Labdanum-Harz zum Beduften ihrer Kleider und ihres Körpers. Im Mittelalter war in Europa eine Kardinals-Weihrauch-Mischung unter dem Namen „Chypre“ (bedeutet Zypern) bekannt. Sie bestand aus Labdanum-Harz, Kalmus, Styrax und Traganth oder Myrrhe.

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Labdanum in der antiken Medizin

Der griechische Arzt Dioskurides (1. Jh. n. Chr.) schilderte die Verwendung von Labdanum-Harz wie folgt: „Mit Wein, Myrrhe und Myrtenöl gemischt, verhindert es das Ausfallen der Haare, mit Wein eingestrichen macht es die Wundnarben schön, mit Honigmet oder Rosenöl eingeträufelt, heilt es Ohrenschmerzen. Als Räucherung dient es zum Herauswerfen der Nachgeburt, den Zäpfchen zugemischt, heilt es Verhärtungen in der Gebärmutter. Es wird auch mit Erfolg den schmerzstillenden Arznei- und Hustenmitteln zugesetzt. Mit altem Wein getrunken stillt es den Durchfall und ist außerdem harntreibend.

Aromatherapie

Labdanum (Harz) – Räucherwerk

In der Aromatherapie wird nicht das Labdanum-Harz, sondern das ätherische Öl, welches unter dem Namen Cistusblätteröl oder Cistrosenöl bekannt ist, verwendet.Der Duft der Cistrose wirkt seelisch ausgleichend und wärmend. Das Cistrosenöl ist ein sehr wirksames Blutstillungsund Wundheilmittel und wirkt selbst bei Blutern, da es das Hautgewebe zusammenzieht. Deshalb wirkt es auch bei Gesichtsfalten in Verbindung mit anderen ätherischen Ölen und Pflanzenölen. Bewährt hat sich das Öl bei chronischen Atemwegserkrankungen, Katarrh, Asthma, Tuberkulose, sowie bei chronischen Hauterkrankungen wie Schuppenflechte, Ekzeme, fette Haut und Hämorrhoiden.
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Weitere Verwendungszwecke

  • als Duftlampe

  • 1 bis 2 Tropfen des Cistusöls verbreiten eine wärmende, entspannende Atmosphäre. Der Duft wirkt besonders bei Depressionen, psychosomatischen Störungen, bei seelischen Schock und eignet sich zur Meditation.

  • für Massagen

  • Bei Schuppenflechte 5 bis 8 Tropfen Cistrosenöl in 50 ml (4 bis 5 Eßlöffel) Avocadoöl mischen und damit die betroffenen Stellen einreiben.

  • für Kompressen

  • Gegen Akne oder auch anderen Hautentzündungen werden in einer Tasse Kamillentee jeweils 5 Tropfen Cistusöl und 5 Tropfen Sandelholzöl in einer Glasflasche verschüttelt. Davon werden 2 bis 3 Eßlöffel auf einem halben Liter lauwarmen Wasser verteilt. Eine damit benetzte Kompresse wird auf die betroffene Stelle gelegt und mehrmals nach dem Abkühlen erneuert und wiederholt.

  • für Bäder

  • Besonders Neurodermitiker und Menschen mit empfindlicher und gereizter Haut sind Bäder auf der Basis mit Toten Meersalz zu empfehlen. Für ein Vollbad benötigt man 500 g Totes Meersalz mit 2 Tropfen Cistrosenöl, 2 Tropfen Lavendelöl und 6 Tropfen Neroli (5%ig).

 

Übersicht der Räucherharze

 

Quellen:

  • Fischer-Rizzi, Susanne: Botschaft an den Himmel. Anwendung, Wirkung und Geschichten von duftendem Räucherwerk; München 1996, S. 116-118.
  • Fuchs, Christine: Räuchern – im Rhythmus des Jahreskreises. Die Kraft der Natur durch achtsam gestaltete Räucherrituale im Jahreslauf erfahren; Stuttgart 2015, S. 144.
  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 252f.
  • Kinkele, Thomas: Räucherstoffe und Räucherrituale. Kraftvolle Rituale mit duftenden Pflanzenbotschaften. Das Handbuch für die Räucherpraxis; Aitrang ²2003, S. 119.
  • Rätsch, Christian: Räucherstoffe. Der Atem des Drachen; Aarau (Schweiz) 2009, S. 103f.
  • Wollner, Fred: Räucherwerk und Rituale. Die vergessene Kunst des Räucherns; Waltenhofen/Hegge 1992, S. 62f.
  • Zohary, Michael: Pflanzen der Bibel; Stuttgart 1983, S. 194.