Kiefer (pinus sylvestris)

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Was ist eine Kiefer?

Kiefer (Zirbelkiefer) – Räucherpflanze

Die Kiefer (pinus sylvestris), auch Fackelbaum, Föhre, Kienföhre, Kienbaum oder Feuerbaum genannt, ist ein immergrüner Nadelbaum aus der Familie der Piniengewächse (pinaceae), der eine Wuchshöhe von bis zu 40 Metern erreichen kann und weltweit gedeiht. Es gibt etwa 100 verschiedene Unterarten, die hauptsächlich an sandigen Küstengebieten zu finden sind. Der Name „Kiefer“ leitet sich wahrscheinlich vom althochdeutschen Wort „kienforha“ (Kienföhre) ab.

Das glänzende Harz der Kiefer wird auch als Terpentin oder in seiner destillierten Form als Kolophonium bezeichnet und hat eine gelbe bis hellbraune Farbe. Es wird durch Destillation der Kiefernbalsame gewonnen. Beim Destillieren wird außerdem das viel genutzte Terpentinöl extrahiert. Wahrscheinlich wurde das Harz schon in der Mittelsteinzeit entdeckt (mit Kiefernharz getränkte Rinde wurde in Lagerfeuern verräuchert) und seit dieser Zeit auch als Heil- und Räuchermittel genutzt. Die Bezeichnung „Kolophonium“ leitet sich vom Namen der alten Stadt Kolophon in Libyen ab. Dort wurde früher ein besonders hochwertiges Kiefernharz geerntet und in den Handel gebracht.

Mittels der Destillation von Kiefernbalsamen wird als Rückstand das Kolophonium gewonnen. Hierzu werden die Destillationsrückstände solange erhitzt, bis das Wasser komplett verdampft ist und eine harzige Masse übrig bleibt.

Kiefernarten in Europa

Folgende Kiefernarten sind in Europa verbreitet:

Schwarzkieferbalsam – Räuchermittel

  • Aleppo- oder Seekiefer (pinus halepensis): Diese Art wird bereits in der Bibel erwähnt (vgl. 1. Kön 6,23.31 und Neh 8,15) und wird dort als Ölbaum bezeichnet.
  • Bergkiefer bzw. Bergföhre (pinus mugo):
    → aufrechte Moor-Spirke (pinus rotundata)
    → Berg-Spirke (Schnabelkiefer, pinus rostrata)
    → Krummholzkiefer bzw. Legföhre (pinus mughus)
    → Latsche bzw. Knieholzkiefer (pinus pumilio)
  • Gelbkiefer (pinus ponderosa)
  • Gewöhnliche Kiefer (pinus silvestris)
  • hohe Schwarzkiefer (pinus nigra)
  • Montezumaskiefer (pinus montezumae)
  • Pechkiefer (pinus rigida)
  • Schwarzkiefer bzw. Schwarzföhre (pinus nigra)
  • Strandkiefer (pinus pinaster)
  • Sumpfkiefer (pinus palustris)
  • Weihrauchkiefer (pinus taedea)
  • Weymouthskiefer (pinus strobus)
  • Zirbelkiefer, Arve bzw. Zirbel (pinus cembra)
  • Zuckerkiefer (pinus lambertiana)
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Kulturelle Bedeutung

Bereits im Altertum stand die Kiefer wegen ihres Reichtums an Samen als Sinnbild für Fruchtbarkeit und Reichtum. Den Germanen galt die Kiefer als ein Symbol für Ausdauer, Unsterblichkeit und ein langes Leben. Sie nutzen den Baum als Quelle für Holz, Licht (Kienspäne) und Räucherwerk (Harz, Nadeln). Die Kelten verehrten sie als Feuerbaum, weil sich das Holz der Kiefer hervorragend als Feuerholz eignet. In China steht der Baum symbolisch für ein langes Leben, Beständigkeit und Selbstzucht. Neben Bambus und Pflaume wird sie dort auch zu traditionellen „Winterfreunden“ gezählt.

Was ist Kienspan?

Bei Kienspan, Kienholz bzw. Kien handelt es sich um Holzstücke mit viel eingeschlossenem Harz, die meist aus dem unteren Teil des Stammes gewonnen werden. In früheren Zeiten war es das am weitesten verbreitete Beleuchtungsmittel und ist als solches bereits seit der Steinzeit durch archäologische Funde belegt. Schon ein kleiner Span konnte den Raum für zwei Stunden erhellen und dabei für einem angenehmen harzigen und warmen Geruch sorgen.

Kiefer / Kiefernharz räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Kiefer (Harz) als Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Das rötliche Kiefernharz, die getrocknete Borke, das Kiefernholz, die Kiefernzapfen sowie Kiefernsprossen entwickeln beim Räuchern einen intensiven balsamisch-warmen Duft mit einer harzig-waldigen Note und einem leicht zitrusähnlichen Unterton. Harz, Rinde und Holz sollten vor der Räucherung allerdings mit einem Mörser zerkleinert (am Besten pulverisiert) werden.

  • Wirkung

  • Der Rauch von Kiefer hat eine aufbauende, entspannende, harmonisierende, klärende, reinigende sowie stärkende Wirkung auf Körper und Geist.

  • Räuchermischungen

  • Das Holz und die Zapfen lassen sich sowohl pur als auch in Räuchermischungen zusammen mit anderen Räucherstoffen (z. B. Harzen) wie u. a. Berberitze, Besenginster, Damiana, Ingwer, Kampfer, Sadebaum, Sage, Sandelholz, Santakraut, Schafgarbe, Weihrauch, Yerba Santa oder Zeder verräuchern.

  • Traditionelle Verwendung

  • Bereits die Germanen räucherten das Kiefernharz in ihren Ritualen und Zeremonien (u. a. zur Reinigung). Früher galten Harz und Sprossen als besonders gutes Schutzmittel vor Hexen und Zauberei, wozu sie entsprechend häufig verräuchert wurden.

Ocote – ein spezielles Kiefernharz:

Das harzhaltige Holz der Kiefernart Pino de Ocote (pinus oocarpa), die im Hochland von Guatemala und Mexiko gedeiht, wird Ocote (teilweise auch als Pom bezeichnet) genannt. Früher entzündeten die Mayas ihre Feuer mit Hilfe von Kienspänen (aufgrund seines hohen Ölgehalts brennt das Holz sehr leicht) dieses immergünen Nadelbaumes, weil das Holz aufgrund seines hohen Ölgehalts sehr leicht brennt. Auch noch heute verwenden die einheimischen Indios das Holz bei Heilungszeremonien, für Gebet und Meditation, als Schutzmittel vor Zauberei sowie zur Reinigung von Räumen, Plätzen und Gegenständen. Von einigen Stämmen wird es auch als heilige Medizin verehrt und ist zudem ein beliebtes Heilmittel bei Erkältungen (wirkt als Schleimlöser). Beim Verbennen verströmt das sehr harzhaltige Holz einen frischen aromatischen Nadelduft, wobei der Rauch von Ocote über eine reinigende Wirkung auf den menschlichen Geist verfügt.

Anwendung als Heilmittel

In der Volksmedizin wurde das Kiefernharz zur Stärkung von Herz und Lunge verräuchert. Zudem soll es über eine antiseptische, auswurffördernde, beruhigende, durchblutungsfördernde und harntreibende Wirkung verfügen. Das Harz der Kiefer ist ein altes Heilmittel zur Stillung von Hustenreiz.

Weitere Verwendungszwecke

  • Besonders bekannt ist das Harz aber vorallem aufgrund seiner Verwendung als Geigenharz (Bestreichen von Violinbögen). Hierzu wird hauptsächlich das Harz der in Portugal heimischen Zirbelkiefer verwendet.
  • Kiefernharz dient auch zur Herstellung erzgebirgischer Räucherkerzen.
  • Das Holz wird zudem als Bau-, Brenn- und Werkholz genutzt.
  • Außerdem fand Kolophonium früher als Zutat in Enthaarungsmitteln, Haarpomaden sowie in Seifen Anwendung.
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Übersicht der Räucherharze

 

Quellen:

  • Fischer-Rizzi, Susanne: Botschaft an den Himmel. Anwendung, Wirkung und Geschichten von duftendem Räucherwerk; München 1996, S. 38f.
  • Fischer-Rizzi, Susanne: Himmlische Düfte. Aromatherapie. Anwendung wohlriechender Pflanzenessenzen und ihre Wirkung auf Körper und Seele; München ⁴1990, S. 179ff.
  • Fuchs, Christine: Räuchern – im Rhythmus des Jahreskreises. Die Kraft der Natur durch achtsam gestaltete Räucherrituale im Jahreslauf erfahren; Stuttgart 2015, S. 143.
  • Kinkele, Thomas: Räucherstoffe und Räucherrituale. Kraftvolle Rituale mit duftenden Pflanzenbotschaften. Das Handbuch für die Räucherpraxis; Aitrang ²2003, S. 116.
  • Martinetz Dieter / Lohs, Karlheinz / Janzen, Jörg: Weihrauch und Myrrhe. Kostbarkeiten der Vergangenheit im Licht der Gegenwart; Berlin 1989, S. 36f.
  • Rätsch, Christian: Räucherstoffe. Der Atem des Drachen; Aarau (Schweiz) 2009, S. 100f.
  • Wollner, Fred: Räucherwerk und Rituale. Die vergessene Kunst des Räucherns; Waltenhofen/Hegge 1992, S. 73.
  • Zohary, Michael: Pflanzen der Bibel; Stuttgart 1983, S. 114.