Kampfer (Campher)

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Was ist Kampfer?

Kampfer-Baum – Räucherpflanze

Kampfer (bzw. Kampher oder Campher) stammt ursprünglich vom Kampferbaum (cinnamomum camphora), der auch Kampferloorbeer genannt wird. Kampfer als Substanz, der durch Destillation des Holzes gewonnen wird, bildet sich nur in Bäumen, die älter als 50 Jahre alt sind. Der immergrüne Kampferbaum kann bis zu 40 Metern hoch werden und wächst in China, Indien sowie auf Taiwan (Formosa).

Kulturelle Bedeutung

In Asien hat er traditionell eine ähnliche Bedeutung wie der Weihrauch in Europa inne und wurde in früheren Zeiten ebenfalls mit Gold aufgewogen. In Indien wird der Kampferbaum als heiliger Baum verehrt und zählt zu den Lieblingsbäumen des Gottes Shivas.

In Deutschland wird Kampfer bereits seit 1910 synthetisch hergestellt. Heutzutage bekommt man fast ausschließlich synthetischen Kampfer (camphora synthetica) zu kaufen.

Kampfer räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Kampfer (Campher) als Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Beim Verräuchern von Kampfer-Harzkristallen hinterlassen diese einen sehr typischen intensiven und frischen Duft, der eine minzigen Note hat. Beim Verbrennen verflüchtigt sich der Räucherstoff sehr schnell.

  • Wirkung

  • Beim Verräuchern verbreitet der Stoff eine die Atemwege stark durchdringende und reinigende Wirkung mit einer intensiven Duftnote. Der Kampfergeruch befreit außerdem den Geist, vertreibt schlechte Gedanken und stärkt die Konzentrationsfähigkeit, weshalb er auch gern zu Gebet und Meditation geräuchert wird. Ebenso kann er die Herztätigkeit beschleunigen.

  • Räuchermischungen

  • Kampfer wird in Räuchermischungen auch nur in geringen Dosen beigegeben. Dabei lässt sich dieser Stoff gut mit anderen Räuchersubstanzen wie Minze, Rosmarin, Salbei, Thymian, oder Wacholder mischen.

  • Traditionelle Verwendung

  • Traditionell wird Kampfer zur Reinigung von Orten und gegen negative Engerien / Geister gerräuchert, aber auch bei Ritualen der Divination (Wahrsagen). In Nepal dient er den Schamanen als Mittel zur Trance für die Reise in die Geisterwelt.

    Als Räuchermittel wird Kampfer besonders in Japan, Südindien und Tibet (hier im Tantrakult) sehr hoch geschätzt und zählt dort zu den wichtigsten Bestandteilen von Räuchermischungen.

Medizinische Anwendung

In China wird Kampfer bereits seit Jahrtausenden als Heilmittel bei Augenerkrankungen, Hämorrhoiden und Kopfschmerzen und verwendet. Ebenso kennt die indische Ayurveda-Medizin ihn als geeignetes Mittel bei Asthma, Atemwegserkrankenen, Entzündungen, Herzschwäche, Husten oder Krämpfen. In der Volksmedizin wurde Kampfer traditionell bei Kopfschmerzen oder Erkältungen geräuchert.

Das ätherische Öl wird häufig als Zutat von Salben beigegeben, die bei Erkältungen verwendet werden.

 

Übersicht der Räucherharze

 

Quellen:

  • Fuchs, Christine: Räuchern – im Rhythmus des Jahreskreises. Die Kraft der Natur durch achtsam gestaltete Räucherrituale im Jahreslauf erfahren; Stuttgart 2015, S. 142.
  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 250f.
  • Kinkele, Thomas: Räucherstoffe und Räucherrituale. Kraftvolle Rituale mit duftenden Pflanzenbotschaften. Das Handbuch für die Räucherpraxis; Aitrang ²2003, S. 114.
  • Rätsch, Christian: Räucherstoffe. Der Atem des Drachen; Aarau (Schweiz) 2009, S. 93-95.
  • Wollner, Fred: Räucherwerk und Rituale. Die vergessene Kunst des Räucherns; Waltenhofen/Hegge 1992, S. 73.