Gummi arabicum (Harz)

Was ist Gummi arabicum?

Unter Gummi arabicum / Acaciae gummi (auch Arabischer Gummibaum, Gummiakazie, Gummi arabikum, Akaziengummi, Kordofan-Gummi, Mimosen-Gummi oder Senegalgummi) wird der Sammelbegriff für die Harze von unterschiedlichen Akazienarten (acacia spp.) wie z. B. der Verek-Akazien (acacia senegal) oder der Seyal-Akazie (acacia seyal) verstanden, die vor allem in den trockenen Gebieten des Nahen Ostens sowie Nordafrikas (hauptsächlich Sudan) gedeihen.

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Historische Bedeutung

Das Harz wird durch Einschnitte in die Baumrinde gewonnen. Gummi arabicum hat eine farblose bis braun-matte Farbe. Bereits seit der Antike wird das Harz für verschiedene Zwecke wie der Herstellung von Medikamenten, Farben, Tinte (aus Gummiwasser und Ruß hergestellt) oder aber als Bindestoff für Räuchermittel verwendet.

Gummi arabicum räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Gummi Arabicum (Harz) – Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Das Harz verströmt einen ganz feinen Duft, den man kaum als Eigengeruch wahrnimmt, und unterstreicht in einer Mischung mit anderen Räucherstoffen deren Geruch.

  • Wirkung

  • Gummi arabicum wirkt entzündungshemmend und schmerzstillend. Außerdem verfügt es über eine wundheilende Wirkung.

  • Räuchermischungen

  • Dieses Harz kann in Räuchermischungen mit sehr vielen Räucherstoffen gemischt werden wie u. a. Aloe, Copaivabalsam, Sandelholz oder Zeder.

  • Traditionelle Verwendung

  • Bereits für die alten Ägypter hatte Gummi Arabicum eine wichtige Bedeutung, das im Tempel der Pharaonin Hatschepsut (etwa 1482 v. Chr.) als „Gummi aus Punt“ verehrt wurde. Punt gehörte im Altertum zu den wichtigsten Handelshäfen für Räucherwerke und stand im damaligen Ägypten für Wohlgeruch. Als traditionelles Anbauland galt Nubien.

    Besonders gern wurde und wird Gummi arabicum als Bindemittel in Räuchermischungen verwendet, aber auch zum Strecken von teuren Myrrhe-Sorten.

Medizinische Anwendung von Gummi arabicum

Blatt des Gummibaums (Gummi arabicum) – Räucherpflanze

In der Antike wurde Gummi arabicum besonders in Ägypten als Bestandteil für die Einbalsamierung von Toten benutzt. Ebenso verwendete man das Harz auch für die Behandlung viraler Infekte. Gummi arabicum gilt als arzneiliche Droge sowie als Hilfsstoff in der Pharmazie und wird bspw. zur Herstellung von Tabletten, als Emulgator oder als Zutat von Hustenbonbons eingesetzt.

In früheren Zeiten wurde das Harz u. a. bei Durchfall, Halsschmerzen, Husten, Katarrhen, Zahnfleisch-, Mund- oder Rachenentzündungen eingenommen oder zur Wundbehandlung sowie bei Lepra aufgetragen.

Weitere Verwendungsmöglichkeiten

  • Gummi arabicum findet häufig als Zusatzstoff in der Lebensmittelindurstrie Anwendung. Dort wird das Harz als Emulgator (u. a. in Getränke-Emulsionen), Stabilisator (Verdickungsmittel) und als Aromafixiermittel zugegeben. Zudem zählt es zu den Basisstoffen bei der Kaugummi-Herstellung.
  • Ebenfalls nutzt der Sattler gelöstes Gummi arabicum als Poliermittel für die Schnittkanten beim genähten Leder. Das Harz fand zudem in der klassischen Lithografie zur Vorbehandlung der Lithosteine Verwendung.
  • Früher wurde Harz auch zur Gummierung von Papier (z. B. für Briefmarken, Etiketten, Klebebänder etc.) angewandt.
  • Zudem wird Gummi arabicum auch als Pigment-Bindmittel in Künstlerfarben (z. B. für Aquarell-, Gouache- und Temperafarben) oder in Glasmalfarben verwendet.
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Übersicht der Räucherharze

 

Quellen:

  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 245f.
  • Kinkele, Thomas: Räucherstoffe und Räucherrituale. Kraftvolle Rituale mit duftenden Pflanzenbotschaften. Das Handbuch für die Räucherpraxis; Aitrang ²2003, S. 106.
  • Rätsch, Christian: Räucherstoffe. Der Atem des Drachen; Aarau (Schweiz) 2009, S. 82-84.
  • Wollner, Fred: Räucherwerk und Rituale. Die vergessene Kunst des Räucherns; Waltenhofen/Hegge 1992, S. 61f.