Guggul / Bdellium (commiphora mukul)

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Was ist Guggul (Bdellium)?

Guggul (auch als Loban, Bedolachharz, Bedellium, Bdellium, Gum guggulu, falsche Myrrhe bzw. indische Myrrhe bezeichnet) ist das Harz des Balsamstrauchs (commiphora mukul), der in den trockenen Gegenden von Indien (vor allem in Rajasthan und Gujrat) und Pakistan wächst. Der Strauch hat Ähnlichkeit mit den Weihrauchbäumen und ist mit Dornen versehen. Die Farbe des Guggulharzes ist gelblich bis braun und wird durch Einschnitte in den Stamm des Strauches gewonnen.

Guggul räuchern – Bedeutung als Räucherwerk

Guggul (Bdellium) – Räucherpflanze

  • Räucherduft

  • Beim Räuchern verbreitet Guggul einen intensiven balsamisch-süßen und vanilleähnlichen Duft.

  • Wirkung

  • Die Wirkung von Bedellium ist vielseitig: Einerseits kann der Rauch des Harzes den Appetit in Grenzen halten und so bei unterstützend zu Diäten verwendet werden. Andererseits wirkt Guggul als Mittel der Entspannung in Streesphasen, in dem es die Gedanken ordnet und zur Ruhe bringt. Dabei fördert das Verräuchern von Guggul den guten Schlaf. Ebenso hilft das Verräuchern von Guggulharz auch bei der inneren Sammlung zu Gebet und Meditation.

  • Räuchermischungen

  • Das Harz kann entweder einer Räuchermischung (u. a. mit Adlerholz, Sandelholz, Zimtrinde, Zedernholz oder Wacholder) beigegeben werden oder aber auch allein verräuchert werden.

  • Traditionelle Verwendung

  • Die Verwendung des Harzes ist schon seit der Antike überliefert. Bereits die alten Römer importieren Guggul aus Indien und seither wird das Harz in Europa auch als indisches Bdellium bezeichnet. Im indischen Kulturraum (Indien, Tibet und Nepal) zählt das Harz zu bedeutendsten Räucherstoffen für medizinische, spirituelle und magische Rituale. Es findet hierbei besonders als spirituelles „Reinigungsmittel“ Anwendung. Guggul wird außerdem zum Strecken von Myrrhe benutzt und firmiert im Handel häufig als indischer Weihrauch. Das Harz wird zudem als Mittel gegen Moskitos verräuchert.

Medizinische Anwendung

In der ayurvedischen Heilkunde gilt Guggul als Verjüngungsmittel und findet zudem bei vielen Beschwerden wie Rheuma, Hautkrankheiten (wird äußerlich aufgetragen) und Übergewicht (Senkung von erhöhten Cholesterin- und Triglyceridwerten) Anwendung. Ebenfalls hilft Guggulharz bei Erkältungen und Heuschnupfen, indem es verräuchert wird. Zudem ist das Harz als Nerventonikum und Aphrodisiakum beliebt.

 

Übersicht der Räucherharze

 

Quellen:

  • Fischer-Rizzi, Susanne: Botschaft an den Himmel. Anwendung, Wirkung und Geschichten von duftendem Räucherwerk; München 1996, S. 225-226.
  • Fuchs, Christine: Räuchern – im Rhythmus des Jahreskreises. Die Kraft der Natur durch achtsam gestaltete Räucherrituale im Jahreslauf erfahren; Stuttgart 2015, S. 138f.
  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 245.
  • Kinkele, Thomas: Räucherstoffe und Räucherrituale. Kraftvolle Rituale mit duftenden Pflanzenbotschaften. Das Handbuch für die Räucherpraxis; Aitrang ²2003, S. 105.
  • Martinetz Dieter / Lohs, Karlheinz / Janzen, Jörg: Weihrauch und Myrrhe. Kostbarkeiten der Vergangenheit im Licht der Gegenwart; Berlin 1989, S. 42.
  • Rätsch, Christian: Räucherstoffe. Der Atem des Drachen; Aarau (Schweiz) 2009, S. 80-81.
  • Rätsch, Christian: Weihrauch und Copal. Räucherharze und -hölzer. Ethnobotanik, Rituale und Rezepturen; Baden und München 2004, S. 40f.