Guajakholz / Guajakharz (guajacum officinale)

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Was ist Guajak?

Guajak – Räucherpflanze

Guajakholz (auch Franzosenholz oder Pockholz genannt) und Guajakharz (auch Guajakgummi) stammt vom Guajakbaum, dem Lebensholzbaum (guajacum officinale, guajacum sanctum), der vor allem in den Tropen Südamerikas (Bahamas, Haiti, Jamaika, Kuba, kleine Antillen sowie an den Küsten Floridas, Kolumbiens, Venezuelas) gedeiht. Das Guajakholz, welches seit einigen Jahren unter Artenschutz steht, hat eine dunkelgrün-braune Farbe und ist im Kern mit einem wohlriechenden Harz durchtränkt. Geerntet wird das Guajak-Harz durch Einschnitte in die Rinde des Baumes oder aber mittels Erwärmens des gefällten und angebohrten Holzes.

Kulturelle Bedeutung

Die Indios gebrauchen die vier Arten von Guajak schon seit uralter Zeit für ihre Rituale und als Werkstoff. Dabei zählt es zu jenen Hölzern, die als „Palo santo“ (Heiliges Holz) bezeichnet werden. Die Azteken nannten den Guajakbaum „chicic patli“.

Guajak räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Guajak-Harz als Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Beim Verbrennen von Holz und Harz wird ein intensiv-aromatischer, warm-süßer Duft freigesetzt, der eine würzige Note hat. Das Holz sollte vor dem Verräuchern zerkleinert werden, um eine volle Duftentfaltung zu garantieren.

  • Wirkung

  • Der Rauch von Guajak übt eine euphorisierende Wirkung auf den menschlichen Geist aus. Zudem hilft es als Ruhespender in Stress-Situationen sowie beim Vertreiben von Ängsten und schlechten Gedanken.

  • Räuchermischungen

  • Für Räuchermischungen eignen für das Harz sich besonders gut Nelke, Sandelholz, Zimt sowie diverse blumige Düfte.

  • Traditionelle Verwendung

  • Die Indios räuchern Guajak seit alter Zeit in ihren Ritualen zur Vertreibung von bösen Geistern sowie in ihren Heilungszeremonien.

    Auch als insektenvertreibendes Mittel wird klein geraspeltes Guajakholz häufig geräuchert.

Anwendung als Heilmittel

Das Guajakholz fand im Mittelalter besonders bei Syphillis (auch als „Franzosenkrankheit“ bezeichnet) und anderen Geschlechtskrankheiten Anwendung, wovon noch heute der Name Franzosenholz zeugt. Die harzigen Holzspäne wurden von den Indios Mittelamerikas als Mittel gegen Parasitenbefall (Wurmmittel) geschluckt. Die südamerikanischen Indianer hingegen räuchern es bei Erkältungen und verwenden es als Aphrodisiakum (aufgrund der Härte des Holzes). Zudem wird es bei unterschiedlichen Hautleiden, Gicht und Rheuma genutzt. In früheren Zeiten gab man das Harz vielen Balsamen zu, um damit Wunden und Verbrennungen zu behandeln.

Aktuell findet Guajak aufgrund seiner anregenden Wirkung Verwendung als Zutat von Teemischungen und wird in der Homöopathie zur Reinigung des Körper von Giftstoffen eingesetzt.

Weitere Verwendungszwecke

  • Eine aus dem Harz hergestellte Guajakharzlösung (1:100) wird zur Herstellung von Reagenzpapier benutzt (als Guajakreaktion bekannt).
  • Ebenfalls wird das Guajakharz als Lebensmittelzusatzstoff (als Antioxidans) verwendet. Es wird unter anderem als Antioxidans verwendet.
  • Verwendung findet das Guajak auch als Aromastoff.

 

Übersicht der Räucherharze

 

Quellen:

  • Fuchs, Christine: Räuchern – im Rhythmus des Jahreskreises. Die Kraft der Natur durch achtsam gestaltete Räucherrituale im Jahreslauf erfahren; Stuttgart 2015, S. 138.
  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 244f.
  • Kinkele, Thomas: Räucherstoffe und Räucherrituale. Kraftvolle Rituale mit duftenden Pflanzenbotschaften. Das Handbuch für die Räucherpraxis; Aitrang ²2003, S. 104.
  • Rätsch, Christian: Räucherstoffe. Der Atem des Drachen; Aarau (Schweiz) 2009, S. 79-80.
  • Rätsch, Christian: Weihrauch und Copal. Räucherharze und -hölzer. Ethnobotanik, Rituale und Rezepturen; Baden und München 2004, S. 38ff.