Elemi (canarium luzonicum)

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Was ist Elemi?

Elemibaum (Elemi-Harz) – Räucherpflanze

Der Elemibaum, von dem es eine Reihe an unterschiedlichen Arten gibt, hat eine hellgelbe Farbe und verfügt über eine sehr klebrig-zähflüssige Konsistenz. Die Bedeutung des Begriffs hat sich im Laufe der Geschichte verändert: So wurde mit Elemi in der Antike das Harz von boswellia frereana bezeichnet (bei Plinius dem Älteren und Theophrast), eines Baumes, der in Afrika beheimatet war. Später ab etwa dem 16. bzw. 17. Jahrhundert stehen dann Harze aus Mittel- sowie Südamerika und aus dem pazifischen Raum für den Begriff Elemi. Mittlerweile bezieht sich der Name hauptsächlich auf das Harz des Manila-Elemibaumes (canarium luzonicum), der zu den Balsamstrauchgewächsen (burseraceae) zählt und in den tropischen Wäldern auf den Philippinen und Molukken gedeiht. Dieser Baum kann eine Höhe zwischen 15 und 35 m erreichen.

Verschiedene Arten

Folgende Elemi-Arten gibt es weltweit:

  • Manila-Elemi: stammt vom Manilaelemibaum (canarium luzonicum), der auf den Philippinen wächst
  • Elemi von unterschiedlichen Canarium-Arten (kommen in Afrika, Australien und Südostasien vor)
  • afrikanisches Elemi (boswellia frereana)
  • Harze unterschiedlicher Protium-Arten (wachsen in Brasilien, Kolumbien und Venezuela)
  • Elemi von Arten der Gattung Amyris

Elemi räuchern – Bedeutung als Räucherwerk

Elemi-Harz – Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Beim Verbrennen verbreitet das Elemi-Harz einen würzig-zitronigen Duft, mit einer frischen waldigen-weihrauchähnlichen Fenchel-Note.

  • Wirkung

  • Der Rauch von Elemi hat eine die Kreativität, Konzentration und Wachheit steigernde Wirkung auf den menschlichen Geist.

  • Räuchermischungen

  • Elemi wird am besten alleine geräuchert, kann aber auch in Räuchermischungen zusammmen mit Räucherstoffen wie u. a. Labdanum, Lavendel, Lemongras, Myrrhe, Rosmarin, Salbei, Sweetgras, Weihrauch oder Zimt benutzt werden.

  • Traditionelle Verwendung

  • In China und Indien wird das Harz traditionell Räuchermischungen (u. a. mit Adlerholz, Benzoe, Nelke oder Styrax) beigegeben. In der katholischen Kirche wurde Elemi früher auch häufig als Ersatz für Olibanum im Kirchenweihrauch verwendet.

    Das Harz kann gut zur Reinigung des Geistes und von Räumen verräuchert werden. Ebenso eignet es sich zur Unterstützung bei Gebet und Meditation.

Anwendung als Heilmittel

Das Elemi-Harz wurde in Europa ab dem 16. Jahrhundert auch bei Geschwüren in Form von Salben (Reizsalben) eingesetzt. Zudem dient es in China und Indien als Bestandteil von Salbölen. In der Antike wurde das Harz als blutstillendes Mittel benutzt.

Weitere Verwendungszwecke

  • Die alten Ägypter nutzten das Elemi-Öl zur Einbalsamierung.
  • Aktuell wird das Harz in der Produktion von Lacken (als Weichmacher) und Seifen sowie als Ersatz von Aquarellfarben bzw. als Farbzusatz vewendet.
  • Die Kosmetikindustrie setzt Elemi zudem in der Herstellung von Parfümen ein.
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Übersicht der Räucherharze

 

Quellen:

  • Fischer-Rizzi, Susanne: Botschaft an den Himmel. Anwendung, Wirkung und Geschichten von duftendem Räucherwerk; München 1996, S. 224f.
  • Kinkele, Thomas: Räucherstoffe und Räucherrituale. Kraftvolle Rituale mit duftenden Pflanzenbotschaften. Das Handbuch für die Räucherpraxis; Aitrang ²2003, S. 93.
  • Martinetz Dieter / Lohs, Karlheinz / Janzen, Jörg: Weihrauch und Myrrhe. Kostbarkeiten der Vergangenheit im Licht der Gegenwart; Berlin 1989, S. 41f.
  • Rätsch, Christian: Weihrauch und Copal. Räucherharze und -hölzer. Ethnobotanik, Rituale und Rezepturen; Baden und München 2004, S. 35f.
  • Wollner, Fred: Räucherwerk und Rituale. Die vergessene Kunst des Räucherns; Waltenhofen/Hegge 1992, S. 60.