Dammar-Harz (canarium strictum)

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Was ist Dammar?

Dammar – Räucherpflanze

Als Dammar (canarium strictum), das auch Damar bzw. Katzenaugenharz heißt, wird das Harz verschiedener Laubbäume bezeichnet, die zur Familie der Flügelfruchtgewächse (über 200 Arten) gehören. Die Dammar-Bäume (burseracea, shorea wiesneri), die eine Größe von bis zu 35 m haben können, gedeihen im Himalayagebirge und im weiteren asiatischen Raum (Indonesien, Indien, Malaysia und Sumatra), wo ganze Wälder solcher Bäume wachsen. Zu den bekanntesten Arten zählen „shorea robusta“ (Salbaum), „shorea anthoshorea“, „richetia“ und „rubroshorea“. Die Farbe von Dammarharz ist weiß bis leicht gelblich und scheint etwas durchsichtig. Es gibt aber einige braune bis schwarze Dammartypen (Sumatra-Dammar). Vom Härtegrad her entspricht Dammar dem Kolophonium-Harz. Das Harz wird gewonnen, indem die Bäume durch Einschnitte zur Harzproduktion angeregt werden. Anschließend wird das erhärtete Harz an den Einschnittstellen abgeerntet. Der Name „Dammar“ kommt ursprünglich aus Malaysia und lässt sich mit „Licht“, „Harz“ oder „Fackel“ übersetzen. Wegen seiner lichtbrechenden Eigenschaft, wird das Dammar im Deutschen auch als „Katzenaugenharz“ bezeichnet.

Dammar räuchern – Bedeutung als Räucherwerk

Dammar-Harz als Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Beim Verbrennen von Dammar wird ein zitronig-frischer Duft freigesetzt, der im Abgang über eine erdig-moosige Note verfügt. Vor dem Räuchern wird das Harz in einem Mörser zerkleinert, weil Dammarharzstücke meist recht groß sind.

  • Wirkung

  • Das Räucherharz verfügt über eine stimmungsaufhellende Wirkung und hilft bei Depression, Schwermut, Melancholie und Traurigkeit. Dammar unterstützt beim Reinigen von negativen Gedanken und fördert die Konzentration. Zudem soll es auch Hellsichtigkeit fördern.

  • Räuchermischungen

  • Das Verräuchern von Dammar kann sowohl einzeln als auch als Beigabe in einer Räuschermischung geschehen. In Mischungen empfiehlt sich eine Kombination besonders mit anderen Räucherharzen. Dammarharz kann aber auch zusammen mit anderen Räucherpflanzen wie Lorbeer, Angelikawurzel, Rosmarin, Pfefferminze oder Myrte verräuchert werden.

  • Traditionelle Verwendung

  • Dammar wird zu unterschiedlichen Zwecken geräuchert, besonders findet eignet es sich aber für Reinigungs- und Schutzräucherungen.

    Häufig wird das Harz als günstiger Ersatz für Mastix in Kirchenweihrauch-Mischungen verwendet.

Weitere Verwendungszwecke

Das Harz wird für unterschiedliche Zwecke verwendet:

  • als Zusatz für Tempera- und Öl-Harz-Farben
  • für die Herstellung von gilbend-weißer Lacke, Emaillelacke, Ahornlacke
  • in der Parfümerie als Fixativ
  • in Terpentinöl gelöst zu Dammarfirnis verarbeitet
  • zur Papierbeschichtung
  • zur Herstellung von Gemäldelacken (für die Isolierung des Malgrundes und als Zwischen- und Schlussfirnis)
  • zur Herstellung von Schiffsbodenfarben und Schwarzlacken
  • zur Gewinnung von Dammardienol (Einschlussmittel für mikroskopische Präparationen und für die Herstellung von Pflastern)
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Übersicht der Räucherharze

 

Quellen:

  • Fischer-Rizzi, Susanne: Botschaft an den Himmel. Anwendung, Wirkung und Geschichten von duftendem Räucherwerk; München 1996, S. 227.
  • Fuchs, Christine: Räuchern – im Rhythmus des Jahreskreises. Die Kraft der Natur durch achtsam gestaltete Räucherrituale im Jahreslauf erfahren; Stuttgart 2015, S. 134f.
  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 236f.
  • Kinkele, Thomas: Räucherstoffe und Räucherrituale. Kraftvolle Rituale mit duftenden Pflanzenbotschaften. Das Handbuch für die Räucherpraxis; Aitrang ²2003, S. 89.
  • Rätsch, Christian: Weihrauch und Copal. Räucherharze und -hölzer. Ethnobotanik, Rituale und Rezepturen; Baden und München 2004, S. 33f.
  • Wollner, Fred: Räucherwerk und Rituale. Die vergessene Kunst des Räucherns; Waltenhofen/Hegge 1992, S. 59-60.