Bernstein (fossiles Harz)

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Was ist Bernstein?

Dunkler Bernstein (Harz) als Räuchermittel

Unter Bernstein, das auch Gold des Nordens heißt, wird ein 20 und 200 Millionen Jahre altes fossiles, versteinertes Harz bezeichnet, das ursprünglich von unterschiedlichen Nadeläumen (Kiefer, Pinie, Zeder und Zypresse) stammt. Das Harz entstand aufgrund von Verletzungen sowie dem Vermodern solcher Bäume und es enthält häufig auch Einschlüsse von prähistorischen Pflanzen und Tieren. Bernstein lässt sich vorwiegend im baltischen Raum (an den Stränden der Oststee), aber auch in anderen Teilen der Welt finden (u. a. in der dominikanischen Republik oder in Burma). Im Altertum wurde Bernstein ausschließlich an der Ostseeküste gefunden, weshalb er auch als „Baltisches Gold“ bezeichnet wurde. Der deutsche Begriff Bernstein kommt von „Brennstein“ (vom mittelniederdeutschen „Börnsteen“), da das Harz leicht zu entzünden ist und auch gut brennt. Weitere deutsche Bezeichnungen für das Harz sind agstein, agtstein, amber, glaere oder lynkurer. Bei den Germanen hieß Bernstein „glesum“ (hiervon leitet sich Glas ab). Im Altgriechischen bezeichnete man Bernstein als ḗlektron (ἤλεκτρον → das Harz lädt sich bei Reibung elektrostatisch auf, auch das Wort Elektrizität hat hier seine Herkunft), das „Hellgold“ bedeutet. Später war das Harz dann auch als Lyncirium (Luchsstein) bekannt, da man dessen Ursprung im Harn des Luchses glaubte. Die Römer betitelten es ebenfalls nach dem griechischen „electrum“ er als „succinum“ (vermutlich von succus = dicke Flüssigkeit bzw. Saft). Andere lateinische Namen für das Harz sind „lapis ardens“ oder „ligurius“. In der Antike wurde es auf der so genannten Bernsteinstraße von der Ostseeküste bis nach Italien und Griechenland gehandelt.

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Bernstein räuchern – Nutzung als Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Beim Verräuchern verbreitet Bernstein einen kräftigen, würzigen, holzig-erdigen Duft, der mit einer leicht-harzigen Pinien-Note versehen ist. Der Rauch ist weiß und hat einen eher unangenehmen Geruch.

  • Wirkung

  • Eine Bernstein-Räucherung hilft besonders gut in stressigen Zeiten, um etwas Ruhe ins Leben zu bringen. Zudem wird ihm eine schützende Wirkung vor negativen Energien nachgesagt, weshalb er oft zur Reinigung verbrannt wird. Ebenso wird das Harz mit dem Zweck geistiger Erneuerung geräuchert.

  • Räuchermischungen

  • Das Harz lässt sich hervorragend zusammen mit anderen Räucherstoffen wie u. a. Benzoe, Moschuskörner, Myrrhe, Sandelholz, Weihrauch oder Zeder verräuchern.

  • Traditionelle Verwendung

  • Als Räuchermittel verfügt Bernstein über eine große Tradition in den verschiedenen Kulturen, so u. a. bei den Sufis als Räucherwerk zur Befreiung des Herzens.In Indien wird Bernstein auch als Weihrauchersatz für sakrale Zwecke eingesetzt. Das Harz hat eine lange Brenndauer, weshalb es gerne in Räuchermischungen für Gebet und Meditation beigegeben wird.

Bedeutung als Heilmittel

Helles Bernstein-Harz als Räucherwerk

Schon in der Antike (u. a. Griechenland und Ägypten) wurde Bernstein als Heilmittel bei den unterschiedlichen gesundheitlichen Beschwerden wie z. B. Blasenentzündung, Erkältung, Fieber oder Magenschmerzen eingesetzt.

Das Mittelalter kannte Bernstein als Räuchermittel bei Epilepsie, Nierensteinen sowie zur Vorbeugung bei Pest und galt allgemein als Beschleuniger für Heilprozesse. Besonders Hildegard von Bingen empfahl das Harz als wirksames Medikament bei einer Vielzahl von Krankheiten und Beschwerden. Außerdem wurde es als Arznei bei Cholera, Rachitis, Schwindsucht und Frauenkrankheiten eingetzt.

In unseren Breitengraden ist Bernstein in Rheumamitteln sowie in kosmetischen Produkten zur Hautpflege enthalten. Ebenso wird das Harz in der chinesischen Medizin, das dort „Hu-po“ heißt, bei Angst, Schlaflosigkeit, Nervosität, Schwellungen und Verkrampfungen verabreicht.

Die aus dem Harz gewonnene Bernsteinsäure findet in der Pharmazie besonders in den USA sowie in Russland Anwendung. Ebenfalls gibt es auch in der Homöopathie Präparate, die Extrakte aus Bernstein beinhalten.

Verwendung als Schmuck

Eine sehr beliebte Verwendungsmöglichkeit von Bernstein, ist jene als Schmuck und für Kunstgegenstände. So findet das Harz in Form von Kettenanhängern, als Kette, Ohrringe, Ringe etc. eine vielseite Anwendung. Schon aus dem alten Ägypten gefundene Objekte weisen auf eine mehr als 6000 Jahre alte Nutzung hin.
Als eines der berühmtesten Kunstobjekte aus Bernstein gilt sicherlich das Bernsteinzimmer, welches einst den Katharinenpalast in St. Petersburg schmückte und seit dem Zweiten Weltkrieg verschollen ist.

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Weitere Nutzungsmöglichkeiten

In der Wissenschaft wird Bernstein vorallem in der Paläontologie benutzt, wo es als Mittel für Einschlüsse fungiert, den (so genannte Inklusen). Solche Inklusen sind Fossilien von kleinen Tieren oder Pflanzenteilen.

In China gilt wird Bernstein-Harz auch aufgrund seiner aphrodsierenden Wirkung sehr geschätzt.

 

Übersicht der Räucherharze

 

Quellen:

  • Fischer-Rizzi, Susanne: Botschaft an den Himmel. Anwendung, Wirkung und Geschichten von duftendem Räucherwerk; München 1996, S. 145f.
  • Fuchs, Christine: Räuchern – im Rhythmus des Jahreskreises. Die Kraft der Natur durch achtsam gestaltete Räucherrituale im Jahreslauf erfahren; Stuttgart 2015, S. 130f.
  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 232f.
  • Kinkele, Thomas: Räucherstoffe und Räucherrituale. Kraftvolle Rituale mit duftenden Pflanzenbotschaften. Das Handbuch für die Räucherpraxis; Aitrang ²2003, S. 82.
  • Rätsch, Christian: Räucherstoffe. Der Atem des Drachen; Aarau (Schweiz) 2009, S. 52-54.
  • Rätsch, Christian: Weihrauch und Copal. Räucherharze und -hölzer. Ethnobotanik, Rituale und Rezepturen; Baden und München 2004, S. 23ff.